Andreas H. Apelt

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Steckbrief

geboren am: 12.1.1958
geboren in: Luckau/Brandenburg/Deutschland
lebt in: Berlin

Vita

Andreas H. Apelt wurde in Luckau, einem 5000 Einwohner zählenden Städtchen, ca. 100 km südlich von Berlin in der Niederlausitz geboren. Aufgewachsen ist er in einem 300-Seelen-Dorf, 10 km östlich von Luckau. Hier und in der Kreisstadt Calau ging er auch zur Schule. Zwischen 1974 bis 1976 absolvierte er eine Lehre als Forstfacharbeiter in Söllichau/Dübener Heide. Im Anschluß arbeitete er bis 1977 als Forstarbeiter, vornehmlich im Holzeinschlag in der heimatlichen Niederlausitzer Umgebung.

Zum Jahreswechsel 1977/78 zog er nach Berlin-Prenzlauer Berg, wo er zunächst bei Freunden in der Kopenhagener Straße wohnte. Seine erste Berliner Beschäftigung fand er als Theaterarbeiter („Kulissenschieber“) an der Volksbühne, später war er als Maurergehilfe, Zimmermann und Gerüstbauer in einer kleinen Baufirma im Prenzlauer Berg tätig. Der Umzug nach Berlin eröffnete ihm die Möglichkeit das Abitur an der Abendschule abzulegen. Nach mehreren Ablehnungen in Berlin Germanistik oder Geschichte bzw. in Leipzig Literatur zu studieren, erfolgte 1983 die Immatrikulation an der Humboldt-Universität zu Berlin (Germanistik/Geschichte-Lehramt). Letzteres gelang auch nur aufgrund mehrerer Eingaben und des Verschweigens seiner staatsbürgerlichen Deklassierung (Apelt wurde der reguläre Personalausweis entzogen, statt dessen war er im Besitz eines sogenannten PM12). Nach Versagen eines Forschungsstudiums im Bereich der Literaturgeschichte 1987, arbeitete Apelt u.a. als Hausmeister. Zugleich publizierte er in niederländischen und französischen Zeitungen und Zeitschriften unter unterschiedlichen Pseudonymen, später auch in westdeutschen Zeitungen unter seinem eigenen Namen. Die Texte wurden in aller Regel in den Westen geschmuggelt.

Seit Sommer 1989 versuchte Apelt mit Gleichgesinnten eine eigene oppositionelle Gruppierung (Demokratische Union) zu gründen. Im Oktober schließt er sich der Vereinigung "Demokratischer Aufbruch" an, zu dessen Gründungs-mitgliedern er wird (30. Oktober 1989). Ab Januar 1990 ist er Landesvorsitzender der Partei, die sich im Sommer 1990 auflöst. Zeitgleich arbeitet er als Leiter des Bereiches Öffentlichkeitsarbeit. Im Januar 1990 ist er Mitbegründer, später Geschäftsführer und Vorstandsbevollmächtigter der Deutschen Gesellschaft e.V., dem ersten gesamtdeutschen, überparteilichen Verein zur Förderung politischer, sozialer und kultureller Beziehungen in Europa, für die er bis heute in Berlin tätig ist.

Publizistisch ist Apelt auch nach 1990 aktiv. Er veröffentlichte zahlreiche Beiträge über kulturelle, gesellschaftliche und politische Themen in Zeitungen, Zeitschriften und Sammelbänden. Apelt promovierte mit einer Arbeit über die "Die Opposition in der DDR und die deutsche Frage 1989/90" an der Technischen Universität Chemnitz zum Dr. phil.

Apelts literarisches Schaffen begann 1984 mit der Veröffentlichung erster Gedichte, Prosatexte folgten. Sein erster Roman, "Schneewalzer", erschien 1997 im Kiepenheuer Verlag, später folgte „Schwarzer Herbst“. Im Mittelpunkt dieser beiden Romane stehen authentische Geschichten von Menschen, die sich dem Ausgeliefertsein an die Diktaturen des 20. Jahrhunderts widersetzten. Als Vorbild dienen ihm menschliche Schicksale aus der dörflichen Umgebung seiner märkischen Heimat, denen er damit ein literarisches Denkmal setzt. Die authentischen Orte sind Presenchen, Fürstlich-Drehna, Luckau, Schlabendorf, Gliechow und Zinnitz u.a.). Eine thematische Ausnahme bildet der Roman "Sieben Kraniche", ein in Berlin und Brandenburg spielender Psychokrimi, in dem Apelt das in Bildender Kunst und Literatur häufig verwandte Motiv des Doppelgängers aufnimmt. Auf der Leipziger Buchmesse 2012 wurde Apelts neuer Roman vorgestellt. "Ende einer Reise" ist die Gesichte mit autobiografischen Zügen über einen Kurzurlaub dreier junger Berliner auf der idyllischen Ostseeinsel Hiddensee der achtziger Jahre. Die Staatsmacht nimmt Anstoß an den verdächtigen Personaldokumenten der Besucher und folgerichtig werden die vermeintlichen Gesetzesbrecher festgesetzt. Ein groteskes und kafkaeskes Spektakel aus dem DDR-Absurdistan ist mehr als nur eine spannende Urlaubsgschichte.

Aktuelles

Andreas H. Apelt neuestes Werk: "Ende einer Reise" - Mitteldeutscher Verlag (03/2012)

Der Kurzurlaub auf der idyllischen Ostseeinsel Hiddensee auf den Spuren des Nobelpreisträgers Gerhart Hauptmann
wird für drei junge Berliner zur Odyssee durch den real existierenden Inselsozialismus der achtziger Jahre. Die Staatsmacht nimmt Anstoß an den verdächtigen Personaldokumenten der Besucher und folgerichtig werden die vermeintlichen Gesetzesbrecher festgesetzt. Das groteske und kafkaeske Spektakel aus dem DDR-Absurdistan ist eine spannende Urlaubslektüre und mehr …

Ende einer Reise - Leseprobe

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Die Wärme des Augenblicks (in: Magie des Augenblicks)

Wilhelm Heyne Verlag München1999 Prosa

Der Wunderkoffer (in: Wir Kinder dieser Erde)

Wilhelm Heyne Verlag München1998 Prosa

Herausgeberschaften

Von der SED-Diktatur zum Rechtsstaat: Der Umgang mit Recht und Justiz in der SBZ/DDR

Metropol2012-03-12 Sachbuch (Mithrsg.)

Deutsche Einheit. Blick zurück ? Blick nach vorn: Ein studentischer Ideenwettbewerb

Metropol2011-06-14 Sachbuch (Mithrsg.)

Aufbrüche und Umbrüche. 20 Jahre deutsche Einheit - Zeitzeugen ziehen Bilanz

Mitteldeutscher Verlag2010-12 Sachbuch

Die deutsche Frage in der SBZ und DDR: Deutschlandpolitische Vorstellungen von Bevölkerung und Opposition 19451990

Metropol2010-02-05 Sachbuch (Mithrsg.)

Die Opposition in der DDR und die deutsche Frage 1989/90

Ch. Links Verlag2009-09-18 Sachbuch (Autor, nicht Hrsg.)

Flucht, Ausreise, Freikauf: (Aus-)Wege aus der DDR

Mitteldeutscher Verlag2011-10-17 Sachbuch

Von der Volkskammerwahl zur Deutschen Einheit: Voraussetzungen, Bedingungen, Verlauf

Metropol2011-05-12 Sachbuch

Der Weg zur Deutschen Einheit: Mythen und Legenden

Metropol2010-08-19 Sachbuch (Mithrsg.)

Mein Herbst '89: Zeitzeugen berichten

Metropol-Verlag2009-12 Sachbuch

Der Weg zum Denkmal für Freiheit und Einheit

Wochenschau-Verlag2008-11-21 Sachbuch

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Literaturport ID: 1735