Claudia Basrawi

© Kerstin Cmelka

Steckbrief

geboren am: 7.3.1962
geboren in: Beirut/Libanon
lebt in: Berlin, Kreuzberg

Vita


Claudia Basrawi ist als Autorin, Übersetzerin und Schauspielerin tätig. Sie wird 1962 in Beirut geboren und hat eine deutsche Mutter und einen irakischen Vater. Sie wächst in Hannover auf und macht dort Abitur. 1982 beginnt sie ihr Studium der Arabistik und Politik in Berlin, das sie in Damaskus fortsetzt. In den 1990er Jahren schließt sie sich dem in Berlin und Hamburg ansässigen interdisziplinären Künstlerkollektiv „Gruppe M“ an, mit dem sie Performances, Vorträge und psychogeografische Experimente zum Thema Stadterfahrung veranstaltet. Aus dieser Zusammenarbeit entsteht der Roman, „Die Welt in der wir wohnten“, der den Leser in ein urbanes Szenario führt, das dem Berlin der Jetztzeit auf absurde Weise ähnelt.
Seit 1994 arbeitet sie als freie Autorin (Veröffentlichungen u.a. bei Blumenbar, BasisDruck, Folio Verlag Wien, Maas-Verlag, Edition Suhrkamp und b_books, Merkur, taz). Sie ist Herausgeberin und Übersetzerin mehrerer Erzähl- und Essaybände, darunter eine Anthologie mit Kurzgeschichten von Autoren wie Robert Louis Stevenson und Gustav Meyrink. Sie macht Erfahrungen als Drehbuchautorin bei Thomas Arslan, Katalin Gödros und Rainer Knepperges.
Mit der satirischen Komödie „Die Quereinsteigerinnen“ gibt sie im Jahr 2006 ihr Debüt als Kinoschauspielerin.  Im selben Jahr folgt ihr erster erfolgreicher Kurzfilm, „Prisoner of Love“, bei dem sie als Koautorin auch für Regie und Kamera mitverantwortlich ist. „Prisoner of Love“ ist ein semifiktionaler Film, der auf den Spuren des Schriftstellers Jean Genet im Nahen Osten ein kleines Drama in der postkolonialen Welt entwickelt.
Seit 2004 arbeitet Claudia Basrawi auch als Theaterautorin und Schauspielerin in Kooperation mit den Sophiensaelen Berlin, Festspielhaus Hellerau und dem Berliner Hebbel-Theater. 2009 erscheint ihr erster eigenständiger Roman „Mittelmeer Anämie“ bei b-books Berlin, geschrieben während ihres Aufenthalts in Damaskus, Beirut und Kairo. 2009 entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Samuel Schwarz und dem Musiker Ted Gaier, „Der Sumpf - Europa Stunde Null“. Ein performatives Stück, das den Fall der Berliner Mauer mit Pink Floyd „The Wall“ und dem Bürgerkrieg in Jugoslawien verknüpft. Aus diesem Projekt entsteht die Spin-Off Gruppe 400asa Sektion Nord.
Die letzte gemeinsame Produktion mit dem Titel Flow/Wasser wurde im Jahr 2012 realisiert und kam in Berlin, Basel und Zürich zur Aufführung. 2014 Dramaturgin in der Roten Fabrik in Zürich bei einer Tanzperformance von Verena Weiss über Finanzblase, Kapitalismus und Liebe (Offshore) sowie Dramaturgie und Rollenentwicklung bei dem Spielfilm „Weiße Ritter“ in Köln und Belgien.
Im Jahre 2015 inszeniert Claudia Basrawi "El Dschihad" am Ballhaus Naunynstraße, eine Recherche-Mission zur Untersuchung von Propaganda und Rekrutierungen im Namen des Dschihad. Eine politisch-persönliche Erkundung zwischen gestern und heute, zwischen Bagdad und Berlin.

Claudia Basrawi is a German writer and actress. Born March 7, 1962 in Beirut/Lebanon to a German mother and an Iraqi father. She grew up in Hannover where she graduates from high school. In 1982 she begins to study Arabic Philology and Political Science in Berlin. She completes her studies in Damaskus/Syria and receives a Masters Degree from the Free University of Berlin.
In the 1990ties she becomes a member of the interdisciplinary artists collective "Gruppe M", where she carries out psychogeographic experiments and gives lectures about the idea of the Dérive and the way we see modern cities."The World In Which We Lived" is a result of this collaboration , it is a novel that leads the reader in to an urban scenario, absurdly similar to the Berlin of our times. Claudia Basrawi works as a writer since 1994 and was published by Blumenbar, BasisDruck, Folio Verlag Wien, MaasMedia, Edition Suhrkamp and b_books amongst others. She edited and translated several collections of narratives including an anthologie with authors like Robert Louis Stevenson and Gustav Meyrink. She gained experience as a screen writer working with Thomas Arslan, Katalin Gődros and Rainer Knepperges. In 2006 she gives her debut as a movie-actress in the satirical srewball Comedy "Like in Uruguay" (Die Quereinsteigerinnen) about the kidnapping of a corporate CEO. Result of another collaborative work with the members of the Berlin based b_books collective is the short film "Prisoner of Love" . It was selected for the German Short Film Festival Oberhausen in 2007 and nominated best German Short film the same year. "Prisoner of Love" is a post-colonial drama and fictitious documentary which refers to Jean Genets book of the same title. Since 2004 Claudia Basrawi is also working as a playwright and theater-actress in cooperation with the Berlin Hebbel-Theater, Festspielhaus Hellerau and Sophiensaele Berlin. Her most recent play entitled "The Swamp - Europe Year Zero" (Der Sumpf - Europa Stunde Null) was a collaboration with stage director Samuel Schwarz and Ted Gaier from the renowned German band "Die Goldenen Zitronen". This play combines the fall of the Berlin wall with Pink Floyd’s "The Wall" and the Yugoslavian civil war. Out of this project the Swiss/German theater group "400asa Sektion Nord" was born. Her most recent novel entitled "Mittelmeer Anämie" published by b_books Berlin, was written during her stay and investigations in Damascus, Beirut and Cairo.
The last Production of 400asa Nord was titled Flow/Water and shown in Berlin, Basel and Zürich.
In 2015 A team surrounding the German-Iraqi theatre maker Claudia Basrawi embarks on a research mission using music, video and performance to examine propaganda and recruitment in the name of jihad. It is a political and personal exploration between yesterday and today, between Baghdad and Berlin.

 

 

Würdigung


2007 Internationale Kurzfilmtage Oberhausen, Deutscher Wettbewerb
2007 Nominiert für den Deutschen Kurzfilmpreis

2008 Auszeichnung des 44. ADC Wettbewerbs in der Kategorie Bücher, Verlagsobjekte
2009/2010 Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
2012 Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds
2015 Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

Aktuelles

 THEATER / ENGLISH SURTITLES

EL DSCHIHAD

von Claudia Basrawi und Team

 

13. - 16.04.2016, 20 Uhr

 Werden wir manipuliert? Deutsche Rapper, die sich mit Propagandavideos aus Syrien melden. Angst vor Anschlägen, Angst vor Rückkehrern, Angst vor IS... oder doch alles Medienhype? Der Begriff „Dschihad“ taucht immer wieder auf, ohne dass wirklich jemand weiß, was damit genau gemeint ist. Für die einen ist Dschihad die alltägliche Bemühung, ein gottgefälliges Leben zu führen, für die anderen der bewaffnete Kampf gegen Ungläubige. Kaum bekannt ist, dass im Ersten Weltkrieg die Idee des Dschihad in Deutschland mit ebenso großen Hoffnungen begleitet wurde, wie man sie 100 Jahre später als gefährlich einstuft. Dschihad made in Germany?Das Deutsche Reich sah im Dschihad die Geheimwaffe gegen England und Frankreich. 1914 versuchte Kaiser Wilhelm, mit dem Aufruf zum „Heiligen Krieg“ gegen die Kolonialmächte die „ganze mohammedanische Welt zum wilden Aufstand zu entflammen“. Ein deutscher Geheimdienst machte Propaganda im Namen des Pan-Islamismus, plante Attentate, Sprengstoffanschläge, Umstürze und Sabotageakte. Muslimische Kriegsgefangene sollten im „Halbmondlager“ im Berliner Umland zum Dschihad aufgewiegelt werden. Mit den Mudschahedin führte die westliche Welt in den 1980er Jahren schließlich einen Stellvertreterkrieg gegen die Rote Armee in Afghanistan. Die Geschichte zeigt, dass im „Heiligen Krieg“ von heute islamische und westliche Strategien ineinander greifen.Sind wir die Erben dieser Politik? Wie wird Dschihad heute instrumentalisiert, wer hat ein Interesse daran und wie funktioniert die Rekrutierungsmaschinerie?Ein Team um die deutsch-irakische Theatermacherin Claudia Basrawi begibt sich mit Musik, Video und Performance auf eine Recherche-Mission zur Untersuchung von Propaganda und Rekrutierungen im Namen des Dschihad. Eine politisch-persönliche Erkundung zwischen gestern und heute, zwischen Bagdad und Berlin.

 by Claudia Basrawi and team

Are we being manipulated? German rappers reporting from Syria with propaganda videos. Fear of attacks, fear of returnees, fear of IS... or is it all just media hype? The term “jihad” keeps coming up without anyone really knowing what it actually stands for. For some, jihad means the day-to-day effort of living a life that is pleasing to God, for others it means the armed struggle against infidels.It is a little-known fact that in Germany during World War I the idea of the jihad was accompanied by the same amount of hope as it is regarded as dangerous one hundred years later. Jihad made in Germany? The German Reich considered the jihad as a secret weapon against Britain and France. In 1914 the German Emperor William II called for a “holy war” against the colonial powers, thereby trying to “incite the whole Mohammedan world for a mad uprising”. German intelligence engaged in propaganda in the name of pan-Islamism, plotted assassinations, bomb attacks, coup d'états and acts of sabotage. Muslim prisoners of war were to be instigated for the jihad in the “Half Moon camp” in the vicinity of Berlin. Finally, in the 1980s the Western world waged a proxy war against the Red Army with the mujahidin in Afghanistan. History demonstrates that in today's “holy war”, Islamic and western strategies are intertwined. Are we the heirs of these politics? How is the jihad exploited today, who has a stake in it and how does the recruitment machinery work?A team surrounding the German-Iraqi theatre maker Claudia Basrawi embarks on a research mission using music, video and performance to examine propaganda and recruitment in the name of jihad. It is a political and personal exploration between yesterday and today, between Baghdad and Berlin.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Intelligente Oberflächen

Klett-Cotta2014 Essay

Cairoscape: Images, imagination and imaginary of a contemporary mega city

argobooks2009 Kunstbuch

Open House: Kunst und Öffentlichkeit

Folio2004-09-01 Kunstbuch

Print Identitäten

MaasMedia2000 Essays

catwalk to history: A source book

Revolver Publishing2011 Kunstbuch

Gendertronics: Der Körper in der elektronischen Musik (edition suhrkamp)

Suhrkamp Verlag2005-01-31 Essays

Osten. In 26 Geschichten um die Welt

Blumenbar2003 Reiseliteratur

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Kann man im Oman einen Frauenroman schreiben?

karawa.net2014 Prosa

Kratzer

Basisdruck-Verlag/Gegner Berlin2003 Berlin Heft 14 Kurzkurzgeschichten

Übersetzungen

Froggie Chocolates Weihnachtsabend. Froggie Chocolates' Christmas Eve.

Verbrecher Verlag2004-03 Märchen

World Watchers: Demokratie. Information. Subjekte

NGBK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst2003 Kunstbuch

Bruno S. - Die Fremde ist der Tod

MaasMedia2003-08-26 Aphorismen und Zeichnungen von Bruno S.

Voodoo Stew

Verbrecher Verlag2002 Essays

Herausgeberschaften

Der Horror-Omnibus: Kurzgeschichten von William Wilkie Collins, Walter de la Mare, Montague Rhodes James, Gustav Meyrink, Robert Louis Stevenson

MaasMedia2005 Anthologie

Lesungen auf Dichterlesen.net

Zuletzt durch Claudia Basrawi aktualisiert: 02.03.2016

Literaturport ID: 1485