Franco Supino

Franco Supino
© M.Schorno

Steckbrief

geboren am: 27.7.1965
geboren in: Solothurn (Schweiz)
lebt in: Solothurn

Kontakt: Zurmattenstr. 2a, 4500 Solothurn

Vita

1965 in Solothurn geboren, wuchs als Kind italienischer Eltern zweisprachig auf. Er studierte in Zürich und Florenz Germanistik und Romanistik, schloss das Studium mit einer Arbeit über Günter Eich ab. Supino lebt in Solothurn. Er ist Dozent an der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz.

1995 erschien Franco Supinos erster Roman Musica Leggera , über den Peter Bichsel schrieb: "Supino ist ein Buch gelungen, das schon Hunderte vor ihm schreiben wollten, geschrieben haben, an ihm gescheitert sind. ... Musica leggera ist die einfachste und ernsteste Liebesgeschichte der Welt, jene Liebesgeschichte, die auch die unsere war."

1997 folgte „Die Schöne der Welt oder Der Weg zurück“, die Geschichte der beiden ungleichen Jugendfreunde, Massimo und Fausto. Auf unterschiedliche Weise versuchen sie ihr innere Zerrissenheit zu kitten. Als Massimo, zurück in der Schweizer Kleinstadt, auf Isabel trifft, bahnt sich eine verhängnisvolle Beziehung an.

In „Der Gesang der Blinden“ (1999) unternimmt der Schweizer Beamte Berger auf eigene Faust eine Reise nach Afrika, um nach dem Tatverdächtigen Hartmeier zu suchen. Als er ihn findet, ist er von dessen Wesen – einer Mischung aus Bosheit und Nonchalance - gleichermassen fasziniert wie angewidert. Als Hartmeier Berger anbietet, bei ihm zu bleiben, ist dieser verunsichert.

In „Ciao amore, ciao“ erzählt Franco Supino das Leben von Iolanda, einer berühmten Schlägersängerin, und deren Zusammentreffen mit Luigi, einem Protestsänger, am Festival von Sanremo 1967. – Ihr Versuch, ihre italienische Herkunft in ihre künstlerische Arbeit einfliessen zu lassen, misslingt wiederholt und endet schliesslich in der Katastrophe.
Mit „Ciao amore, ciao“ beendet Supino die ‚Trilogie der Rückkehr’ (nach „Musica Leggera“ und „Die Schöne der Welt oder Der Weg zurück“).

Am Jurasüdfuß, in seiner zweiten Heimat, ist Franco Supino auf spannenden Stoff gestoßen: In seinem fünften Roman „Das andere Leben“ ist der »letzte Schweizer Dichter« zu erkennen, wie der heute vergessene Cäsar von Arx sich selbst nannte. Seine letzten Lebenstage verbringt der Dramatiker zwischen Studierzimmer und Spital – die Ehefrau liegt im Sterben. Weil die Tochter sich weigert wegzufahren, erhält sie eine wichtige Rolle in seiner letzten Inszenierung.
In der minuziösen Inszenierung seines eigenen Abgangs … „Das andere Leben“ ist unter anderem eine Hommage an all jene Menschen, die ihr Leben ganz der Kunst widmen.

"Solothurn liegt am Meer" (2009) versammelt Essays, feuilletonistische Beiträge und Reden aus den Jahren 1984-2010.  Supino erzählt darin von Solothurn: von den Schanzen und dem Wochenmarkt, von den Literaturtagen und vom Fussball, von der Weststadt - aber auch von der Nachbarstadt Grenchen, wo er die Schulzeiut verbracht hat;
er erzählt, wie er als sogenanntes Gastarbeitkind hier heimisch wurde - heimat kann man nicht kaufen und nicht schaffen, Heimat bekommt man geschenkt - und wie diese Heimat immer mehr derjenigen gleicht, die seine Eltern verlassen haben, und er nun feststellen kann: Solothurn liegt am Meer.

"Wasserstadt. Träume, Geld und Wirklichkeit" (2013). Das erste Jugendbuch von Franco Supino ist ein packender Entwicklungsroman. In inneren Mono­­logen wird so neugierig wie ängstlich der eigene Weg überdacht und nebenbei von Gewalt , Facebookparty, schwierigen Eltern und der Idee der Wasserstadt erzählt.

Würdigung

Werkjahr des Kantons Solothurn 1986 Werkjahr Pro Helvetia 1998/2011 Stipendiat der Stadt Stuttgart im Schriftstellerhaus 2000 Stadtschreiber in Rottweil 2001 Preis für Literatur des Kantons Solothurn 2001 Förderpreis der Kulturstiftung Kurt Alten 2003 Stadtschreiber-Stipendium Hausach für Kinder- und Jugendliteratur 2015

Zuletzt durch Franco Supino aktualisiert: 23.12.2015

Literaturport ID: 918