Georg Pruscha

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Steckbrief

geboren am: 9.4.1975
geboren in: Santiago de Chile, Chile
lebt in: Wien

Vita

Georg Pruscha wird in Santiago de Chile während der Wirren des Militärputsches geboren. Nach Verschwinden des Vaters flüchtet die Familie nach Österreich. Früher Schulabbruch zugunsten seiner Klarinette in einer traditionellen Blasmusikkapelle. Märsche und Frühschoppengäste erweisen sich als übereilte Wahl, es folgen Jahre als Hilfsarbeiter auf Baustellen in Norditalien.
Liebe und die erste, frühe Ehe lösen einen Bildungsschub aus: Abendschule, Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und eine Drehbuchschule sollen Pruscha die eigene Rechtfertigung bringen zu schreiben. Während ruhiger Jahre in Triest und Rom entstehen realisierte Drehbücher von teilweise erbärmlichem Niveau für das österreichische Fernsehen, während ernstzunehmende Geschichten für Kinospielfilme nicht umgesetzt werden.
1998 gründen Georg Pruscha und der Maler Ronald Kodritsch in Wien die Künstlergruppe Poncho Brothers: Sie drehen Kunstfilme, unter anderem ausgestrahlt in den ORF Kunststücken, und machen öffentliche Kunstaktionen in Österreich und Deutschland – wie etwa eine Protestaktion anläßlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst an Uschi Glas, sowie die Eröffnung des Büro für Heiligsprechungen in Wien, Graz, Linz und Berlin.
Als die Wehrpflicht ruft, meldet sich Pruscha zur Heeresmusik, bricht aber früh aus und geht für zwei Jahre nach Athen. Er lebt hier in zweiter Ehe und verdingt sich als Auslandskorrespondent. Währenddessen entsteht sein erster Roman Taumel. Wie in allen literarischen Arbeiten Pruschas geht es hier um das Grundthema des Rückzugs aus dem bisherigen Leben: Das Umfeld des  jungen Galeristen Marc gerät ins Wanken bis es zerbricht. Er kann nicht erkennen, daß die Ursache seine Insichverlorenheit ist. Er verläßt den Kontinent, und erst die Gesetze einer unerklärlichen Gesellschaft auf einer fernen Insel geben ihm die Möglichkeit etwas zu verändern. Für diese Arbeit erhält Georg Pruscha 2004 ein Stipendium des österreichischen Bundeskanzleramtes, nachdem er nach Wien zurückkehrte und für wehruntauglich erklärt wurde.

Ende 2004 erscheint Taumel im Mailänder Verlag Carte Scoperte in italienischer Übersetzung, unter dem Titel Oscillare.
In Wien findet Georg Pruscha noch ein Mal zur Musik zurück, er schreibt auf Initiative des Musikers Joachim Butz die Texte für das gemeinsame Duo Wunderbaum, sie veröffentlichen das Album Kalkül (2005, wunderbaummusik).  
2005 veröffentlicht avBuch Kurzgeschichten in Wildtiere.
2009 erscheint im Berliner Proviant-Buch Verlag (www.proviant-buch.de) die Erzählung „Der Aufstieg – ein Diktat“: Ein Mann zieht sich aus dem Stillstand seines Großstadtlebens in eine Hütte am leeren Land zurück, wo er sich als Selbstversorger weiterentwickeln will. Die eigene Unzulänglichkeit und banale Widernisse der Natur treiben ihr Spiel, dem er sich mit selbstauferlegtem Wahn widersetzt.

Im Zuge ausgedehnter Lesereisen erregt Georg Pruscha heftige Diskussionen, indem er 2011 vor Publikum den traditionellen Buchverlagen und Institutionen die Kompetenz und Berechtigung zu Literaturveröffentlichungen abspricht.
Auf www.georg-pruscha.com veröffentlicht der Autor das Manifest für eine freie Literatur und in regelmäßigen Abständen Kapitelauszüge des neuen Manuskripts Verschwinde, eine Tirade in Brüchen. In scheinbarer Gegenbewegung zu den bisherigen Texten wagt hier ein Außenseiter den Wiedereintritt in die Gesellschaft durch Heirat und Täuschung. Sein Umfeld wird größer und weiter, und dennoch bewegt sich nichts. Erst auf einem langen, übermüdeten Stadtspaziergang öffnet sich die Wahrheit einer widerlichen Gedankenwelt des bisher undurchschaubaren Erzählers.
Das Manuskript Verschwinde wird im Herbst 2011 ausschließlich als E-Book und in Performance-Gesamtlesungen veröffentlicht.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Wildtiere

avBUCH Wien2005 Kurzgeschichten

Literaturport ID: 1442