Irene Bartsch

Steckbrief

Pseudonym: Irene Böhme
geboren am: 3.6.1933
geboren in: Bernburg/Sachsen-Anhalt/Deutschland
lebt in: Berlin, Wilmersdorf

Kontakt: Detmolder Str. 16, 10715 Berlin

Telefon: 030-8531949

Vita

Irene Böhme wurde 1933 in Bernburg an der Saale als Tochter des Volkswirts Dr. Herbert Appelt und seiner Frau Lieselotte geboren. Sie war das erste von vier Kindern. Mit zwei Jahren kam sie nach Berlin und wurde lebenslänglich zur begeisterten Berlinerin. Obwohl die Kriegsereignisse sie nach Polen und Bernburg, der Nachkrieg sie nach Brandenburg und Leipzig spülten, trieb die Sehnsucht sie immer wieder in ihre Heimatstadt. Dort lebt sie seit 1961 in Ost, in West, in der vereinigten Metropole.
Der Vater fiel 1944 an der Ostfront, die Mutter zog die vier Kinder in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Irene B., die Älteste, absolvierte eine Buchhändlerlehre in Potsdam, Belzig und Berlin. 1954 gelang es ihr als Werbetexterin im KINDERBUCHVERLAG zu arbeiten, erstmalig eine Tätigkeit, die ihrem Streben nach sprachlichem Ausdruck entgegenkam.
1958 begann sie als Redaktionsassistentin bei der Betriebszeitschrift DER VOLKSBUCHHÄNDLER in Leipzig und studierte im Fernstudium Journalistik. Nach dem Examen 1961 begann sie bei der kulturpolitischen Wochenzeitung SONNTAG in Berlin als Redakteurin, wurde später Abteilungsleiterin für Kunst und Literatur sowie Kollegiumsmitglied. Da im SONNTAG das Feld der Literaturkritik dicht besetzt war, konzentrierte sie sich auf die darstellende Kunst. Ein Fernstudium an der "Theaterhochschule Leipzig" sollte ihr das Handwerkszeug für eine gute Theaterkritikerin bringen. Nach bestandenem Diplom wechselte sie 1969 zur VOLKSBÜHNE AM LUXEMBURGPLATZ, die von dem Schweizer Benno Besson geleitet wurde, um als Dramaturgin praktische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig profilierte sie sich als Fernsehkritikerin für den SONNTAG. 1972 verließ sie das Theater, wurde stellvertretende Chefredakteurin von "Theater der Zeit".
Die Faszination des Theaters erwies sich als mächtig. 1974 kehrte sie an die VOLKSBÜHNE zurück, wurde stellvertretende Chefdramaturgin und erlebte als Produktionsdramaturgin eine Blütezeit internationaler Theaterkultur mit zahlreichen Auslandsgastspielen. Als Regisseurin erprobte sie sich in Schwerin ("Der Bauch"), in Halle ("Minna von Barnhelm", mit Karlheinz Liefers), an der Berliner Volksbühne ("Lilom", mit Brigitte Soubeyran). Von 1982 bis 1985 arbeitete sie als Dramaturgin an den STAATLICHEN SCHAUSPIELBÜHNEN SCHILLER-THEATER unter Boy Gobert in Westberlin.
Seit 1964 lebt sie mit dem Schriftsteller Kurt Bartsch zusammen, seit 1974 ist sie mit ihm verheiratet. Die Kinder Daisy und André wurden in dieser Ehe aufgezogen. Die kulturpolitischen Turbulenzen der DDR, im Gefolge der "Biermann-Affaire" von 1976, erbrachten dem Paar Berufsverbot sowie Veröffentlichungsverbot. Das erzwang 1980 eine Übersiedlung nach Westberlin.
Nach publizistischer Tätigkeit für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und das KURSBUCH wurde Irene B. freie Schriftstellerin. Sie wohnt in Berlin und Schleswig-Holstein.

Würdigung

Emma-Preis, Köln
1987 Stipendium für Berliner Schriftsteller

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen