Jan Groh

© Jan Groh 2010

Steckbrief

geboren am: 16.12.1964
geboren in: Kiel / Schleswig-Holstein / Bundesrepublik Deutschland
lebt in: Berlin, Pankow

Vita

Jan Groh wurde 1964 in Kiel geboren und wuchs in Hamburg und Siegen auf. Nach dem Abitur 1983 studierte er Physik, zunächst in Aachen, ab 1985 in Hamburg. Im Anschluß an das Diplom im Jahr 1989 arbeitete er als Lehrer an einer berufsbildenden Schule.
Im Sommer 1989 nimmt Groh als Gast an der Hochzeit einer Freundin in Ost-Berlin teil. Einziger Zweck der Scheinheirat ist es, dem ostdeutschen Ehemann die legale Ausreise in den Westen zu ermöglichen. Groh kommt in Kontakt mit der DDR-Dissidentenszene, die ihn tief beeindruckt. Er verliebt sich in eine Ost-Berliner Studentin und erlebt den Wende-Herbst in der DDR aus unmittelbarer Nähe. Die Erlebnisse und Erfahrungen dieser Zeit bilden später den Hintergrund des ersten Romans "Colón" (2001).
Der Wunsch, die weitere Entwicklung des Osten und das Zusammenwachsen der beiden deutschen Teilstaaten mitzuerleben, führt Groh 1991 nach Berlin, wo er bis 1998 an der Berliner Charité Humanmedizin studiert. Nach dem Abbruch des Studiums aus gesundheitlichen Gründen entscheidet er sich, die Literatur endgültig zum Zentrum seines Berufslebens zu machen und arbeitet als freier Schriftsteller und Literaturrezensent. Nebenberufliche Tätigkeiten sehen ihn als Fraktionsassistenten in einem Kommunalparlament (1999), als Medical Editor für Arzneimittelzulassungsanträge und als Medizin-Jounalisten.
Grohs schriftstellerische Tätigkeit konzentrierte sich von Beginn an auf erzählende Prosa. Hierbei dominiert die lange Form des Romans über Erzählungen, Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Dennoch ist seine erste Buchveröffentlichung das Prosagedicht "Boten von Boten", das aus der Zusammenarbeit mit dem Schweizer Maler und Graphiker Oliver Krähenbühl hervorgeht und 1996 im Remise Verlag, Winterthur, erscheint. In das gleiche Jahr fällt der Beginn der Arbeit an dem Wenderoman "Colón". Das Buch erscheint 2001. Obwohl vom Literaturbetrieb kaum wahrgenommen, gilt es seinen Kennern als eine der authentischsten und inhaltlich wie formal spannendsten Darstellungen der Wende-Zeit. In seiner Verknüpfung ost- und westdeutscher Erfahrungen ist es singulär. 2010 Neuveröffentlichung von "Colón" unter dem Titel "Ostbrot - Eine Irrfahrt im Wendeherbst", Prospero Verlag, Münster.
Für seinen zweiten Roman "Die rote Stadt" erhielt er den 2005 Alfred-Döblin-Werkstatt-Preis der Akademie der Künste, Berlin.
Jan Groh lebt und arbeitet in Berlin.

Würdigung

2001 Aufenthaltsstipendium Künstlerdorf Schöppingen
2001Aufenthaltsstipendium Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf
2004 Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin
2005 Alfred-Döblin-Werkstattpreis der Akademie der Künste, Berlin, für das Roman-Manuskript "Die rote Stadt"
2009 Arbeitsstipendium für Autorinnen und Autoren der Senatskanzlei Berlin - Kultur
2012 Aufenhaltsstipendium Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop 
2013 Aufenthaltsstipendium Künstlerhaus Lauenburg

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Der Mops ist aufgegangen, in: Berliner Zehn-Minuten-Geschichten, hrsg. von H. Bosetzky und dem VS Berlin

Jaron Verlag2003 Kurzgeschichte

sonstige Werke

"Rote Lichter", Kurzgeschichte, in: StopStories, Hör-CD erschienen bei Newsic, Schöppingen 2002
"Der Schuppen. 1. Kapitel" (Romanauszug), in: Entdeckungen 1, Digitale Bibliothek mit dem LCB, Berlin 2004 (Daten- und Audio-CD + Video-DVD)

Lesungen auf Dichterlesen.net

Zuletzt durch Jan Groh aktualisiert: 24.08.2016

Literaturport ID: 272