Jörg Sader

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Steckbrief

stripping sex games geboren am: 1.9.1945
geboren in: Erfurt, Thüringen
lebt in: Berlin, Mitte

Vita

Jörg Sader wächst in der weltabgewandten Enge des einstigen Arbei­ter– und Bau­ern­staats auf und erlernt nach der Mittleren Reife den Beruf eines Plakatmalers. Anschlie­ßend arbeitet er als Jungredakteur beim Thüringer Tageblatt. Lange hält er es bei der Nationalen Volksarmee, zu der er 1966 einberufen wird, nicht aus und gelangt schließlich auf Umwegen und mit Glück 1967 in den demo­kratischen Teil Deutsch­lands. Er fühlt sich frei und kann zum ersten Mal in seinem Leben tun, was er will. Sofort setzt er sich auf die Schulbank, um das Abitur nachzuholen, das ihm die DDR mangelnder Linientreue wegen verwehrt hat, und studiert Germa­ni­stik, Romanistik und Philoso­phie in Frank­furt am Main und Paris. Danach ist er u. a. Lehrer und Über­setzer, An­ti­quariats­buchhändler und – nach der Promo­tion über Ernst Jün­gers Tage­bü­cher aus dem Zweiten Weltkrieg – Dozent für Neuere Deut­sche Li­te­ra­tur an der Goethe–Univer­sität Frankfurt am Main. Bis heute leitet er Seminare für Rhetorik und Kom­mu­­ni­kation und Poetik–Workshops für Schrei­bende, hält Vorträge und publiziert zu lite­ra­rischen Themen und Bilden­der Kunst. Jörg Sader ist Mit­glied des Au­torenkreises der Bun­des­re­publik und lebt in Berlin.  
Trotz vieler Vorüberlegungen und Skizzen  erscheint sein erster Prosaband Un­ter Tage erst 2010. Wolfgang Schuller schreibt dazu im Nachwort: „Jörg Sa­ders Erzäh­lungen sind leicht, elegant, schwebend geschrieben […], vieles wird angedeutet. Alltägliche Situationen, so scheint es, Schulerlebnisse von Halbwüchsigen, Im­pressionen von mecklen­burgischen Seen, Sonne scheint durch Kastanienblätter im Hof, ein Grashüpfer tappt über eine Wind­schutz­scheibe. Manchmal ein Hauch von Idylle, meistens Alltag. Aber welcher Alltag, welche All­tage? Wörter und Begriffe tauchen auf wie Pionier­haus, unser Staat, Westsender, Sperr­zone, La­gerstraße. Man fängt noch einmal an zu lesen, versucht zu entschlüsseln […].“ 
„Was Jörg Sader insgesamt vorlegt, sind packende, mehrschichtig irisierende, mitunter irri­tierende Geschichten, denen eins gemein ist: eine hohe Kunst des Erzählens.“ (Udo Scheer, Thüringische Landeszeitung).

Der Band Bilder und Lektüren. Einsichten zu Literatur und Kunst erscheint zwei Jahre später, 2012. Er versammelt Essays und Vorträge aus den letzten Jahren. Darunter Texte zu Carl Laszlo, den Sammler und Stückeschreiber, und zur Lyrik Dieter Leisegangs, zum Jugendstil und zu den Weimarer Diagnosen bei Johannes Molzahn und Ernst Jünger; andere Aufsät­ze sprechen über Elvis Presley und Franz Kafka, über den Einfluß Goethes auf Flaubert und den Nieder­schlag von Diktaturer­fah­rungen in der Literatur nach 1989 (Vom Gedächtnis des Schrei­bens). Schließlich werden die Briefe Friedrich Schillers zur Ästhetischen Erziehung des Menschen erörtert, die Aktualität des fidelen und zugleich todtraurigen Heinrich Heine wie auch die unveröffentlichte Korrespondenz zwischen Ernst Jünger und seinem langjährigen Übersetzer Henri Plard. Ein letzter Beitrag widmet sich den subver­siven Elementen in der DDR–Literatur.