Karen-Susan Fessel

© Ina Osterburg

Steckbrief

geboren am: 15.12.1964
geboren in: Lübeck / Schleswig-Holstein / Deutschland
lebt in: Berlin, Kreuzberg

Vita

Karen-Susan Fessel wurde 1964 in Lübeck geboren. Nach ihrem Abitur 1983 in Meppen/Ems studierte sie an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaften, Germanistik und Romanistik. Im Anschluss an das Magisterstudium hospitierte sie 1992 in den Abteilungen Hörspiel und Feature des ORB und arbeitet seit 1993 als freiberufliche Schriftstellerin, Journalistin und Dozentin für Schreibseminare, seit neuestem auch als freischaffende Lektorin.
Ihr erster Roman "Und abends mit Beleuchtung" erschien 1994, das erste Kinderbuch "Ein namens Mama" 1999. Vor allem mit den Romanen "Bilder von ihr" (1996) und "Bis ich sie finde" (2002) hat Karen-Susan Fessel sich in Deutschland eine eingeschworene, zumeist weibliche Fangemeinde erschrieben.
Insgesamt sind dreißig eigenständige Veröffentlichungen - Romane, Erzählungen und Erzählbande sowie Kinder- und Jugendbücher - erschienen.
Karen-Susan Fessels Kinder- und Jugendbücher wurden in teils mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, so u.a. „Und wenn schon!“ mit der Nominierung zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2003 und "Steingesicht" 2005 mit dem "Taiwan Book Award".
In den Büchern von Karen-Susan Fessel, die teilweise auch als Theaterstücke ("Ein Stern namens Mama", "Max in den Wolken") vorliegen, geht es oft um sozialkritische und schwierige Themen wie den Umgang mit Außenseitern, Krankheit und Tod:
„Meine Zuneigung und mein Mitgefühl liegen, in meinem Leben wie auch in meinen Büchern, immer bei den Außenseitern, bei denen nicht alles glatt, sondern vieles schief geht, und oft sogar verdammt schief. Das muss nicht immer auf den ersten Blick sichtbar sein. Denn manchmal verbergen sich auch hinter der heilen Fassade einer scheinbar ganz normalen Familie wahre Abgründe an schlimmen Dingen: Einsamkeit, Unglück, Angst und Gewalt …(aus: Oetinger Lesebuch, Almanach 2003/2004, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2003)
"Das Leben ist nicht immer lustig und leicht. Aber Bücher lesen kann helfen. Und wenn eines meiner Bücher auch nur einen einzigen Menschen tröstet, ihm Mut oder Freude macht oder hilft, andere Menschen besser zu verstehen, dann hat sich für mich das ganze Schreiben schon gelohnt!“ (aus: Oetinger Lesebuch, Almanach 2001/2002, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2001)

Würdigung

Stipendien (Auswahl)
1996 Aufenthaltsstipendium im Künstlerdorf Schöppingen, Nordrhein-Westfalen
1997 und 2002 Alfred-Döblin-Stipendium in Wewelsfleth, Schleswig-Holstein
1998 Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur der Stiftung Preussische Seehandlung, Berlin
1999 Stipendium im Künstlerhaus Lukas der Stiftung Kulturfonds, Mecklenburg-Vorpommern
2000 Stipendium im Künstlerhaus Cismar/Grömitz der Landesregierung Schleswig-Holstein
2001 Amsterdam-Aufenthaltsstipendium der Stiftung Kulturaustausch
undStipendium Kunstverein Röderhof e.V., Sachsen-Anhalt
2002, 2003 und 2008 Stipendium im Baltic Centre für Writers and Translators, Visby/Gotland, Schweden
2004 Märkisches Literaturstipendium
2005 Stipendium der Stiftung Preussische Seehandlung, Berlin2011 Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung

Auszeichnungen
Ein Stern namens Mama. Kinderbuch. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 1999
•Auswahlliste zum Astrid-Lindgren-Preis 1999
•Die Besten 7-Liste von DeutschlandRadio und Focus, März 2000
•Bestenliste Zürcher Kinderbuchpreis La vache qui lit 2000
•Empfehlungsliste zum Evangelischen Buchpreis 2002
Steingesicht. Jugendbuch. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2001
•Bestenliste Zürcher Kinderbuchpreis La vache qui lit 2001
•Taiwan Book Award 2005
Und wenn schon! Jugendbuch. Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2002
•Die Besten 7-Liste von DeutschlandRadio und Focus, Juli 2002
•Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis 2003•Nominierung Women's Pride Award (Beste deutsche Autorin) 2006


•Rosa-Courage-Preis 2011

Aktuelles


Mit dem weit über die Grenzen Norddeutschlands hinaus bekannten Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet wird in diesem Jahr mit  Karen-Susan Fessel erstmalig eine Schriftstellerin. Der Preis ehrt Prominente, die sich engagiert für die Belange von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen einsetzen. Der Initiator, der Verein Gay in May e.V., über die Preisträgerin:“Karen-Susan Fessel schreibt nicht nur explizit über lesbische Themen und macht Lesben (aber auch Schwule und Transsexuelle) in vielen ihrer Bücher zu Hauptfiguren, sondern sie tritt auch engagiert gegen Diskriminierung und für Offenheit und Toleranz ein; z. B. bei zahlreichen Lesungen vor Schulklassen, aber auch bei Podiumsdiskussionen. Das ist leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.Sie weckt nicht nur Interesse, Verständnis und Sympathie für Lesben (z. B. „Bilder von ihr“), für Transsexuelle (z. B. „Bis ich sie finde“), für sozial benachteiligte Jugendliche (z. B. „Und wenn schon“), für trauernde Kinder (z. B. „Ein Stern namens Mama“) und andere Länder (z. B. „Polarchaoten“) – sie erklärt auch das Grundgesetz („GG- was ist das?“), gibt den Band „Out“ mit heraus und schreibt Broschüren und Texte zu Frauen mit HIV und AIDS. Für „Steingesicht“, ein Jugendbuch über ein lesbisches (und soziales) Coming out, hat sie den Taiwan-Book-Award bekommen, und zwar ausdrücklich als gutes Beispiel für den offenen, guten Umgang mit Homosexualität in Deutschland!”Die öffentliche Preisverleihung findet am 4. Mai um 18.30h im Friedenssaal des Rathauses Osnabrück statt, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter:www.gayinmay.de/cms/615.html

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

sonstige Werke

Theaterstück "Ein Stern namens Mama" (Autorin: Antje Siebers), Verlag für Kindertheater, Hamburg 2006
Theaterstück "Max in den Wolken" (Autor: Stefan Schroeder), Verlag für Kindertheater, Hamburg 2006

Zuletzt durch Karen-Susan Fessel aktualisiert: 10.08.2015

Literaturport ID: 726