Klaus Ungerer

Klaus Ungerer 2015
© Carsten Kampf

Steckbrief

Pseudonym: kung, kung UTM, Nick Wahlberg
geboren am: 10.4.1969
geboren in: Northeim/Niedersachsen
lebt in: Berlin, Prenzlauer Berg

Vita

Klaus Ungerer, Jahrgang 1969, ist aufgewachsen in Lübeck, machte dort 1988 sein Abitur am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium und leistete 20 Monate Zivildienst in der Altenpflege. Von 1990 an studierte er diverse Dinge, dabei vorzugsweise Skandinavistik und Volkskunde, in Göttingen, Lund und Kiel. Seit 1998 lebt Ungerer als freier Autor. Immer mal wieder war er Redakteur bei verschiedenen Medien: FAZ-Feuilleton, Netzeitung, spiegel.de/SPAM, hpd. Seit August 2017 ist er auch Textchef der Wochenzeitung "Der Freitag". Er schrieb und schreibt für FAZ, Neues Deutschland, Cicero, Die Welt, Salon, Freitag, Stern Gesund Leben, Titanic, Neon... tbc. 

Neben seiner journalistischen Arbeit hat Ungerer immer auch literarisch veröffentlicht, in Literaturzeitschriften, Zeitungen und Anthologien. Als erstes Großprojekt erschien 2008 sein fragmentiertes Planetenporträt Alles über die Welt, über das Martin Halter in der FAZ urteilte: "An Erfindungsreichtum, grotesker Phantasie und Sprachwitz ist Ungerers Weltroman schwer zu übertreffen." In seinen eigenständigen Veröffentlichungen hat Ungerer seitdem eine große Bandbreite an Formen abgedeckt, von der Kürzestprosa über die Erzählung bis hin zur Dramatik. Gern hat er dabei auch die Grenzbereiche zwischen Reportage, Essay und Literatur ausgelotet - in seinen beiden Bänden mit wahren Fällen aus dem Kriminalgericht, in seinem komisch-schrecklichen Bekenntnisbuch So rettete ich die Welt. Von Juli 2015 bis Juli 2017 pflegte Ungerer auf Twitter das Lyrik-Langzeitprojekt #kungstag, in dem er täglich einen Moment seines Lebens zu einem Tweet-Gedicht verarbeitete. Im Sommer 2016 hat er mit Andreas Böttger das Elektronik/Lyrik-Duo "Der Senat" gegründet.

Seine Romane schreibt er nur noch heimlich, "weil jeder Kontakt mit einem Verlag sie existenzbedrohlich kontaminieren würde". Gerüchteweise tragen die bislang vier Werke die Titel "Schwefel (Hauptstadtpolka)", "Das Fehlen", "Der Wind" und "Das Warten (Propp)".


Klaus Ungerer lebt in Berlin. Er hat eine Tochter und zwei Lieblingsvereine: VfB Lübeck und Hertha BSC.

Würdigung

"An Erfindungsreichtum, grotesker Phantasie und Sprachwitz ist Ungerers Weltroman schwer zu übertreffen." (FAZ zu Alles über die Welt)

"Brillant erzählt. Ein großer literarischer Weltreport. Es ist allerdings kein Buch, welches sich auf den ersten Einblick zur Gänze anbiedert. Es will erobert, sorgfältig in ruhigen Stunden erlesen und im Geiste bereist werden." (Büchereiverband Österreich zu Alles über die Welt)

"Klaus Ungerer, früher eine Zeit lang Redakteur der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, heute als Autor großartiger Gerichtsreportagen und scharfsinniger Feuilletons bekannt, scheint auch alle paar Monate ein neues Buch zu schreiben." (Thomas Blum, Neues Deutschland)


"Ungerer begibt sich auf eine Odyssee aus persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen, lotet Unschärfen aus und spart nicht an Ironie. Doch es ist kein Sarkasmus. Es ist die Ironie des verzweifelten, von Scham getriebenen Weltbürgers." (Cicero über So rettete ich die Welt)

"In So rettete ich die Welt geht es um die kleinen und großen Kämpfe im alltäglichen Bestreben, die Welt ein kleines Stückchen besser zu gestalten. Das Ganze im gewohnt direkten und satirischen Ton Ungerers." (Berliner Morgenpost)

"Ein sehr heiteres Buch." (RBB Radio Eins über So rettete ich die Welt)


"Wir werden auf eine derart köstliche Art mit viel Ernst und dem humorigen Augenzwinkern derer unter dem Galgen unterhalten, dass man das Buch nur allen Weltverbesserern wärmstens ans Herz legen kann." (Lesart über So rettete ich die Welt)
 
„Das Großartige an Klaus Ungerers Geschichten ist, dass es keine Geschichten sind, sondern Sozialreportagen. Ungerer lässt in Der weinende Mörder kein Kopfkino laufen und konstruiert keine Kunstfiguren. Er beobachtet, hört zu, beschreibt. Meist jene, die man kleine Leute nennt, samt ihrer Umstände. (…) Ungerer sollte zur Pflichtlektüre für Parteileute erklärt werden. Ebenso für Feuilletonisten, die schöne Literatur lesen – um von da aus auf die politische Lage zu schließen.“ (Der Freitag über Der weinende Mörder)

“Klaus Ungerer trifft in seinen stilistisch eigenwilligen, zuweilen verschroben poetischen, aber immer meisterhaften Gerichtsreportagen nie einen falschen Ton. Er ist ironisch, wo es um ‘verzeihliche’ Kriminalität geht, und voller humaner Anteilnahme und Einfühlung, wo es wirkliche Schicksale oder gar Tragödien aufzubereiten gilt. Urteile zu sprechen, ist seine Sache nicht. Er macht nur plausibel, wie alles kam.” (Edo Reents)

“Zwischen Recht und Gerechtigkeit klafft eine Lücke. Das weiß Klaus Ungerer als erfahrener Gerichtsreporter natürlich. Aber er weiß auch, dass er die Lücke kurz ein wenig schließen kann, wenn er vom Unglück eines Glücklosen wenigstens erzählt. Er tut es übrigens so, dass man danach süchtig werden kann.” (Michael Angele)

“Sollte ich demnächst mal in Berlin wegen einer einigermaßen peinlichen Angelegenheit vor Gericht stehen, darf kein anderer über den Prozess schreiben als Klaus Ungerer. Niemand versteht sich in kriminelle Gemüter in all ihrer Ambivalenz und Banalität so einzufühlen wie er – wahrscheinlich besitzt er zu Hause heimlich selber eines. Und dass bei Ungerer am Ende eines langen Verhandlungstages auch die Gesellschaft nie vollends freigesprochen werden kann, innerhalb derer wir diese Verbrechen begehen, freut uns ausgekochte Schlitz­ohren natürlich besonders.” (Mark-Stefan Tietze)

Aktuelles

Mein Leben ist ein Roman, an dem ich jeden Tag weiter und weiter schreibe.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

"Glaub keinen Käse", in: "Mein Lieblingsmärchen" (Hg. F.v.Lovenberg)

Sanssouci im Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG2007-02-03

"Kurzes Verschwinden", in: "Stimmen im Kreis"

Duderstadt1994 Kurzgeschichte

"Hinter der Verdunklung", in: Man denkt sich Namen aus: Anthologie von Kurzprosa und Lyrik

Styx 96, Augsburg1998-03 Kurzgeschichte

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

"Bilder von Ricarda", in: "Der Dreischneuß" Nr. 8

Marien-Blatt Verlag2000 Auszug aus einer Erzählung

"Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken", in: "Der Dreischneuß" Nr.5

Marien-Blatt Verlag, Lübeck1998 Kurzgeschichte

"Herman Bangs letzte Lesung" und "Morgengrauen 1913. Berlin" in "Zeichen & Wunder" Nr.34

Frankfurt1998 Kurzgeschichten

9. August, abends. Neu in Kiel, in: "MajA - magazin junger autoren" Nr.1

Tübingen1998 Lyrik

Übersetzungen

"Black Out", in: "Prairie Schooner" Vol. 73: "New German Literature"

Lincoln/Nebraska, USA1999 Kurzgeschichte

sonstige Werke

"Da kann einem schlecht werden", Dialog, Frankfurter Rundschau, 1990
"Wort mit drei Buchstaben", Kurzprosa, Frankfurter Rundschau, 1992
"Ein Ortswechsel für Anfänger", siebenteilige Radioerzählung für Kinder, SFB/NDR/WDR, 2000
"Das Sammelalbum", Kurzprosa, FAZ, 2000
"Beim Ingrid", Kurzprosa, FAZ, 2000
"Die Intensivrecherche", Kurzprosa, FAZ, 2000
"Hauptstadtblues", Kurzprosa, FAZ, 2000
"Tumult, ungut", Kurzprosa, FAZ, 2000
"Ende in Elmshorn", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Abschließendes über die Ironie", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Wenn mich dir Tränen rühr'n", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Paula, unsterblich", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Gott sei Dank haben wir beide uns gehabt!", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Lieblingssätze", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Jenseits des Kanals war der weite blaue Himmel", Kurzprosa, FAZ, 2001
"Überhaupt zieh'n jetzt einige da hin", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Back to reality", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Der Linienrichter-Kick", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Unterbrechung, unterirdisch", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Der Weckruf", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Kopf hoch, mein Herz", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Zweite Liga", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Kein Platz, nirgends", Lyrik, FAS, 2002
"Monaco d'Italia", Lyrik, FAS, 2002
"Siegestor, später", Lyrik, FAS, 2002
"Let there be rock", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Das Feuer in den Füßen", Lyrik, FAS, 2002
"Im Tor der Schrank", Lyrik, FAS, 2002
"Im Bratfett des Schweigens", Kurzprosa, FAZ, 2002
"Das Ende der Welt", Kurzprosa, Titanic, 2003
"baron la croix", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"interest in swimming", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"immense bedrohung", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"fliegendose summ dein lied", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"kwanacht1", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"hundert mal nome", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"drei menschen in drei ecken", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"qual maritane", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"innovatum", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"muji, kannst du kommen?", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"the cycle project", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"tante kirk", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"ein kleiner glühender freund", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"mein zehnter versuch", Kurzprosa, worldwatchers.de, 2003
"Im Auge der Orkanwarnung", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Die Reise mit der Maus", Kurzprosa, FAS, 2003
"Der Subtext eines Sommertags", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Leichter Wahn in Grün-Gewürz", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Der Club der Neuen Formulierer", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Der Tschoslin eine Gasse", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Alle sind gegen meine Person!", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Lok/Armaturen! Lok/Armaturen!", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Die Wand spricht, ich muss träumen", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Der Geist in den Dingen", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Oberleitung: brrr! (Mehdorn-Remix)", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Wir haben euren Schriftsetzer", Kurzprosa, FAZ, 2003
"In den Schluchten des Volksmunds", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Gebt mir eure volle Verantwortung", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Die Neue", Kurzprosa, Titanic, 2003
"Die erste, zweite, dritte Person", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Gesprächskunst und Quarkkultur", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Wider den Kochfeldschaber!", Kurzprosa, FAZ, 2003
"Ich nehme Ottakringel an", Kurzprosa, FAZ, 2004
"Ottakringel macht Überstunden", Kurzprosa, FAZ, 2004
"Briefe an den Kolumnenschreiber", Kurzprosa, FAZ, 2004
"Mehr Bilder von der Lebensart", Kurzprosa, FAS, 2004
"Die Wahrheit über Sang Wynn", Kurzprosa, FAZ, 2004
"Unsere kleine Nachbarschaft", Kurzprosa, Titanic, 2004
"Die Malaria", Kurzprosa, FAS, 2004
"Die Reiseleiterin", Kurzprosa, FAS, 2005
"Grundlagen der empathischen Archäologie (Night of the Living Dead Fretwurst)", Kurzprosa, die-letzten-tage-von-second-life.de, 2009
"Ich bin ein Berlin", Kurzprosa, die-letzten-tage-von-second-life.de, 2009

Hinzu kommen ab 2005 diverse Stücke in regionalen Tageszeitungen, ab 2008 auf spiegel.de/spam.

Zuletzt durch Klaus Ungerer aktualisiert: 02.12.2017

Literaturport ID: 1576