Marcel Beyer

© Renate von Mangoldt (2000)

Steckbrief

geboren am: 23.11.1965
geboren in: Tailfingen / Württ. / Baden-Württemberg / BRD
lebt in: Dresden, Strehlen

Vita

Marcel Beyer wurde 1965 auf der Schwäbischen Alb geboren, ohne Schwabe zu sein, wuchs in Kiel und in Neuss auf, zog 1996 von Köln nach Dresden, wo er bis heute lebt. Seit 1980 schreibt er Gedichte, seit 1986 Prosa, seit Ende der achtziger Jahre auch Besprechungen und Aufsätze zu Literatur, Musik und Bildender Kunst, insbesondere als Mitarbeiter der SPEX zwischen 1992 und 1998, sowie gelegentlich für Zeitungen wie die FAZ und die NZZ. Nachdem Gegenwartsmusik - auch für den Schreibprozeß selbst - immer eine hervorgehobene Rolle gespielt hatte, ergab sich Anfang des Jahrtausends die Möglichkeit, Text und Musik in ein unmittelbares Verhältnis zu setzen, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Enno Poppe, aus der bislang zwei Opernprojekte hervorgegangen sind ("Interzone", Berliner Festspiele 2004, "Arbeit Nahrung Wohnen", Münchner Biennale 2008). Seit einigen Jahren gilt Marcel Beyers Interesse Formen des Forschens, zu denen er auch das Schreiben von Literatur zählt. Das Nachdenken über Erkenntnisprozesse bei Mensch und Tier, beim wissenschaftshistorischen, zoologischen und literarischen Schreiben hat sich bislang unter anderem in öffentlichen Gesprächen mit dem Arachnologen Friedrich G. Barth (2006 in Wien, organisiert von Peter Berz und Christoph Hoffmann), mit dem Heuschreckenforscher Norbert Elsner (2009 in Göttingen), einer Reihe von Veranstaltungen während eines sechswöchigen Gastaufenthalts am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin 2008 (mit dem Leiter des Berliner Tierstimmenarchivs, Wolfgang Frommolt, sowie den Wissenschaftshistorikern Safia Azzouni, Hans-Jörg Rheinberger, Christoph Hoffmann und Peter Berz) niedergeschlagen, das Nachdenken über "Tier und Text" darüber hinaus 2009 in Marcel Beyers Züricher Poetikvorlesungen.

Würdigung

Preise und Stipendien (Auswahl):
1991   Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb Klagenfurt
1991   Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln
1992   LCB-Aufenthaltsstipendium
1995   Aufenthaltsstipendium Schloß Wiepersdorf
1996   Johannes-Bobrowski-Medaille zum Berliner Literaturpreis
1997   Uwe-Johnson-Preis
2000   Jean-Paul-Preis Bayreuth
2001   Henkel-Aufenthaltssstipendium Kobe
2001   Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln
2002   Fellowship Raketenstation Hombroich
2003   Friedrich-Hölderlin-Preis Tübingen
2004   Spycher-Preis Leuk
2006   Erich-Fried-Preis Wien
2008   Joseph-Breitbach-Preis
2008   Liliencron-Dozentur Kiel
2010   Stipendium derDeutschen Akademie Rom Villa Massimo
2012/13 Stadtschreiber von Bergen
2013   Ernst-Jandl-Dozentur für Poetik derUniversität Wien

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Einträge im Register der Literaturzeitschriften

Übersetzungen

William Butler Yeats: Die Gedichte, hg. von Norbert Hummelt (zus. mit Mirko Bonné, Gerhard Falkner, Norbert Hummelt, Nora Matocza, Christa Schuenke)

Luchterhand2005 Gedichte, aus dem Englischen

Michael Hofmann: Feineinstellungen

Dumont2001 Gedichte, aus dem Englischen

Herausgeberschaften

Thomas Kling: Gesammelte Gedichte (zus. mit Christian Döring)

Dumont2006

Friederike Mayröcker: Gesammelte Prosa 1949 ? 1977

Suhrkamp2001

William S. Burroughs (zus. mit Andreas Kramer)

Edition Isele1995

Rudolf Blümner: Ango laïna und andere Texte (zus. mit Karl Riha)

edition text + kritik1993

Rudolf Blümner: Der Stuhl / Die Ohrfeige und anderes literarisches Kasperletheater

Vergessene Autoren der Moderne1988

Friederike Mayröcker: Gesammelte Gedichte 1939 ? 2003

Suhrkamp2004

Jahrbuch der Lyrik 1998 / 99 (zus. mit Christoph Buchwald)

C. H. Beck1998

Gertrude Stein: Spinnwebzeit / Bee Time Vine und andere Gedichte (zus. mit Barbara Heine und Andreas Kramer)

Arche1993

Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Andreas Okopenko: Gemeinschaftsarbeit

experimentelle texte1989

sonstige Werke

Libretti:
Interzone. Lieder und Bilder. Komponist: Enno Poppe. Berliner Festspiele 2004.
Arbeit Nahrung Wohnung. Bühnenmusik für vierzehn Herren. Musik: Enno Poppe. Münchener Biennale 2008.

Zuletzt durch Marcel Beyer aktualisiert: 28.06.2016

Literaturport ID: 779