Rajvinder Singh

© Poesie Festival von Dornbirn

Steckbrief

geboren am: 4.1.1956
geboren in: Kapurthala/Punjab/Indien
lebt in: Berlin, Reinickendorf

Vita

Rajvinder Singh, freiberuflicher deutschsprachiger Autor indischer Herkunft, wurde am
4. 1. 1956 in Kapurthala (Indien)geboren. Seit 1984 schreibt er auf Deutsch.
Seit April 1997 ist er Deutscher Staatsbürger. Rajvinder Singh ist Mitglied des Deutschen PEN und des VS.

„Ich trage mit mir zwei Geburtsdaten, aber das ist weder mein Wille, noch mein Wunsch.“ Geboren am 4. Januar 1956 in einer Atmosphäre wohlsituierter Geordnetheit und Kultiviertheit der Sikh Tradition war er als erster Sohn dazu bestimmt, Träume seines Vaters zu verwirklichen. Auf dessen Betreiben konnte er schon zählen und Buchstaben erkennen, als er Mitte April 1960 mit vier Jahren und vier Monaten in die Schule gebracht wurde. Ein Kind mußte aber das sechste Lebensjahr vollendet haben, um aufgenommen zu werden. Kurzerhand wurde er vom Vater älter gemacht. Damals fragte man in Indien nicht nach Geburtsurkunden, und das Wort eines Einflußreichen zählte mehr als die Tatsache. Seitdem trägt er mit sich ein Geburtsdatum, 10.10.1953, an dem sich seine Eltern noch nicht kannten.

Rajvinder Singh ist freiberuflicher deutschsprachiger Schriftsteller indischer Herkunft. Er hat in Indien zunächst in Punjab Politische Ökonomie, Mathematik und Englische Philologie, und dann in Kaschmir Punjabi Literatur und Sprachwissenschaft studiert. 1976 wurde er während des Ausnahmezustandes in Indien inhaftiert. 1980 kam er nach Europa und lebt nach kurzen Aufenthalten in Frankreich und Holland seit 1981 in Berlin. Seit 1991 ist er freiberuflich tätig.
Nach einem Sprachkursus am Goethe Institut Berlin 1982-88 studierte er Anglistik und Allgemeine Sprachwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatursemiotik. 1989-1991 arbeitete er an seiner Dissertation im Bereich Literatursemiotik in Berlin.

Seit 1985 veröffentlicht er vorwiegend in Deutsch, gelegentlich auch in Punjabi und Englisch. 1988 erhielt er Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin. Danach zahlreiche andere Literaturstipendien. Darunter:
1997 Stadtschreiber zu Rheinsberg; 1998 Arbeitsstipendium der Stiftung KulturFonds, Berlin;
1998 Aufenthaltsstipendium für Literatur in der Künstlerkolonie Worpswede; 2000 Literatur- stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung; 2001 Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten; 2004 Stadtschreiber zu Remscheid; 2006 Stadtschreiber zu Trier.

1988-89 wurde Rajvinder Singh vom Kultursenat beauftragt, zusammen mit Dr. Münzberg und Hans Häußler das deutsch-deutsche Kulturabkommen durchzuführen.
1992 Längere Lesereise durch die neuen Bundesländer, insbesondere Dresden, wo er 1994-95 im Rahmen der Kulturkarawane für Toleranz an Schulen nahezu 30 Lesungen und Vorträge hielt. Seitdem gibt er Schreibwerkstätte für Jugendliche an Schulen.
1993 Als Gegenpol zu Huntingtons Clash of Civilisations entwarf er den Begriff "Dialog der Kulturen" und konzipierte und organisierte 1993-95 die gleichnamige monatliche Veranstaltungsreihe im Haus der Kulturen der Welt Berlin.
Seit 1993 ist er Mitglied der „Initiative: Courage gegen Fremdenhass“, seit 1994 des VS und seit Januar 1996 des Deutschen P.E.N. und engagiert sich im Writers-in-Prison-Committee.

Rajvinder Singh hat 8 Gedichtbände und zahlreiche Erzählungen veröffentlicht.

Würdigung

Rajvinder Singh hat folgende Preise und Stipendien gewonnen:

1988 erhielt er Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin. Danach zahlreiche andere Literaturstipendien. Darunter:
1997 Stadtschreiber zu Rheinsberg;
1998 Arbeitsstipendium der Stiftung KulturFonds, Berlin;
1998 Aufenthaltsstipendium für Literatur in der Künstlerkolonie Worpswede;
2000 Literaturstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung;
2001 Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten;
2004 Stadtschreiber zu Remscheid;
2006 Stadtschreiber zu Trier.


Preise in Indien:

1998 Aufenthaltsstipendium in Worpswede auf Barkenhoff (Literatur).
1999 (Januar) S.S.Misha Literaturpreis (Poetry), Panjab, Indien.
1999 (Dezember) Puran-Singh-Hunar Literaturpreis, Amritsar, Indien
2002 Mehr Gera Literaturpreis, Hoshiarpur, Indien
2002 Bawa Balwant Literaturpreis, Amritsar, Indien
2005 Dr. M.S. Randhawa Literaturaward

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Wetter-Vorhersage, In: Menschen sind Menschen (Lyrik)

cbt-Bertelsmann Jugend verlag2002 München

Drei Gedichte in Intersecciones (Spanisch)

Translit1999 Barcelona

Gedichte, In: Im Zwiespalt

Oberbaum Verlag1999 Berlin

Poem, In: Declaring Love in Four languages

Penguin/Viking1997 Neu Delhi, Indien

Motiviertheit und Figuration, In: Von der Sprache zur Literatur

Stauffenburg Verlag1993 Tübingen

Gedichte, In: Zug in der Luft

BONsai-typART Autorenverlag1990 Berlin

Das Blaue im Meer (Erzählung) in Döner in Walhalla, (Hg. I.Trojanow) Erzählung

Kiepenheuer & Witsch2000 Köln

Drei Gedichte in Interseccions (Katalanisch)

Translit1999 Barcelona

Die Gegenwart des Schriftstellers, In: Verlegen im Exil

Edition die Horen1997 Bremerhaven

Gedichte, In: Literatur vor Ort

NGL/Argon Verlag1995 Berlin

Extémmaqette: Ein Visueller Dialog, Künstler der Welt, Bd. 7

Edition Cantz1992 Stuttgart

Gedichte, In: Aufenthalt: Collagen einer Stadt

Das Arabische Buch1988 Berlin

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

„Bin ich denn kein Galego?“, In: DORNA: Expressión Poética Galega

Universitat2001/Nr. 27 Santiago de Compostella

„Bodys Isek Kingelez“, In Kunstforum

Kunstforum International1993/Nr. 122 Ruppepichteroth

20 Gedichte (Galicisch) in DORNA: Expressión Poética Galega

Universitat1997/Nr. 23 Santiago de Compostella

„Liebe der Götter und der Profanen“, In: Lettre International,

Lettre International Verlag1991/Nr. 13 Berlin

Herausgeberschaften

Malet: Literatur aus Malta, Herausgeber

NGL/ Das ArabischeBuch1989 Berlin

Literaturport ID: 606