Tanja Langer

Vita

Tanja Langer, geb. Neumann, wurde 1962 in Wiesbaden geboren und machte dort 1982 das Abitur auf der Dilthey-Schule. Ihre Eltern hatten ein Restaurant.

Sie studierte in Paris, München und Berlin (wo sie seit 1986 lebt) Vergleichende Literaturwissenschaften, Kunstgeschichte, Philosophie und Politikwissenschaften.

Sie machte ihren Magisterabschluß mit einer Arbeit über das Thema Kindheit als Medium der literarischen Selbstreflexion im Spätwerk von Marguerite Duras und Nathalie Sarraute.

Während des Studiums machte sie eine Grundausbildung zur Fotografin beim Theaterfotografen David Baltzer /Sequenz und veröffentlichte in taz und zitty. Sie engagierte sich bei der Studiobühne der FU, wo sie 1990 ihre erste eigene Inszenierung "Othello" mit 1 Herrn und 5 Damen zeigte. (Ausstattung: die Ostberliner Graphikerin Anke Feuchtenberger, es folgt mehrjährige Zusammenarbeit)

Fortan arbeitete sie als Regisseurin in der Freien Szene Berlin und inszenierte zeitgenössische (Gerlind Reinshagen, Micha Beck u.a.) und eigene Stücke, u.a. "Hagazussa", für das sie vom Deutschen Kinder- und Jugendtheatertreffen 1993 ausgezeichnet wurde. Ihr Stück "Ich bin die Nacht" über die jüdische Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger wurde nach Frankfurt/M. eingeladen.

Nach der Heirat mit Uwe Langer und der Geburt ihrer ersten Tochter Josefine 1993 schrieb sie ihr erstes Hörspiel(über die Flucht ihrer Mutter aus Oberschlesien); nach der Geburt der Zwillinge Saskia und Zoé 1996 folgte der erste Roman; sie schreibt für den Rundfunk, den Tagesspiegel, die WELT u. a. über Bücher und Menschen. Zahlreiche Erzählungen für Anthologien.

Es folgten drei weitere Romane (s. Werk); im Frühjahr 2008 wurde die Oper "KLEIST" des Komponisten Rainer Rubbert in Brandenburg/Havel uraufgeführt (HOT Potsdam; Frankfurt/Oder), für die sie das Libretto schrieb.
Tanja Langer wohnte in Berlin im Wedding, in Charlottenburg, Schöneberg und Schlachtensee. Sie hat geheiratet und wurde geschieden. Heute lebt sie mit zwei von ihren drei Töchtern und drei Katzen am Bahnhof Wannsee.
2010/11 machte sie work shops mit Jugendlichen an Schulen.

2012 bis 2014 arbeitete sie eng mit anderen zusammen; mit dem Deutsch-Afghanen David (Jawad) Majed schrieb sie den Roman "Der Himmel ist ein Taschenspieler", und mit dem Künstlerpaar Barbara Schnabel udn el.doelle machte sie das literarische Fotobuch "Das Haus". Außerdem erschienen in dieser Zeit "Der Maler Munch" und "Der Tag ist hell, ich schreibe dir".


2015 widmete sie sich vor allem den bildenden Künsten und verfasste Texte u.a. für Dalva Duarte (Frankreich), Dietlind Horstmann-Köpper, Sarah Haffner. 


Aktuell schreibt sie für die KomponistInnen der www.atonale-berlin.de den Liederzyklus "Die Kriminellen der Frau A." und bereitet mit ihnen eine Oper für 13 KomponistInnen vor. 

Würdigung

1994 Einladung von "Hagazussa" zum Deutschen Kinder- und Jugentheatertreffen: Die zehn besten Stücke im deutschsprachigen Raum 1996 Stipendium des Frauenförderprogramms des Berliner Senats für die Arbeit über Anne Sexton 1999 Autorenstipendium des Berliner Senats für die Arbeit an "Der Morphinist oder Die Barbarin bin ich" 2000 Aufenthaltstipendium des Berliner Senats in Schloß Wiepersdorf 2003 Aufnahme in den deutschen P.E.N.

Aktuelles

 Lesung: 10.3.2017 um 19:00 in Zeuthen Kulturverein Zeuthen

"Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte" und "Der Maler Munch"

Die Berliner Schriftstellerin Tanja Langer liest aus ihren beiden Romanen, in denen der norwegische Maler Munch eine zentrale Rolle spielt.  


 

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

"Mit Bauchladen und Hackenporsche" in: Keine Lust auf Untergang: Kulturpolitik

Langen/Müller2010-08-04 Prosa

"Die Haut der Zeit" in: Verbotene Worte; Hg. Tzveta Sofronieva

Biblion2006 Gedichte, Essay, Prosa
Insel, Frankfurt2003 Gedichtinterpretation

"Ich werde dich verbrennen" in: Verwünschungen; Hg. Jörg Bong, Oliver Vogel

S. Fischer Verlag2001 Erzählung

" "in: Helden wie ihr; Hg. Ulli Jannetzki, Jürgen Jakob Becker

Ullstein2000 Selbstauskunft:Literarische Vorbilder

"Rosie" in: Die Berlinerin; Hg. Dorothea Melis

Schwarzkopf&Schwarzkopf2000 Porträt

Pistole & Würde

Swiridoff1999 Erzählung

"Mädchensommer"

Blumenbar2008 Geschichte

"Ruf und Gegenruf" in: StadtLandKrieg, Hg. Tanja Dückers, Verena Carl

Aufbau TaschenbuchVerlag2004 Erzählung

"Quatorze Juillet" in All die schönen Sünden;Hg. Bettina Hesse

Rowohlt Reinbek2003 Erzählung

"Ballade vom Bananenkönig"

Aufbau Tb2000 Ballade/Erzählung

"Bitte streicheln Sie hier!" in: Bitte streicheln Sie hier!; Hg. Susanne Rehlein

Eichborn Berlin2000 "erotische" Erzählung

"Duell" in: Die Leiche hing am Tannenbaum - 24 Verbrechen zum Fest; Hg. Anne Enderlein, Cornelie Kister

Ullstein1999 Minikrimi

Herausgeberschaften

Sehnsucht ist ein verdorbenes Wort / Saudade é uma palavra estragada - Círcolo Literário de Berlim

Bübül Verlag Berlin2016 zweisprachige Anthologie, illustriert, Brasilianer in Berlin

Über Werk / Autor

Elena Aggazzi:Erinnerte und rekonstruierte Geschichte. Lit.wiss. Untersuchung

2005 Sachbuch

Wiebke Eden:Keine Angst vor großen Gefühlen. TL: Ohne lesen, ohne schreiben bin ich nur halb

edition ebersbach2001 Porträt/Sachbuch

Aureliana Sorrento: Das Fräulein und das Biest

Berliner Zeitung2002 Porträt

sonstige Werke

"FLuchtpunkte" 1999, Hörspiel, SFB

Theaterstücke:
"Ich bin die Nacht" - Theaterstück über die jüdische Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger, Urauff. Berlin 1992
"Hagazussa" - Hexenstück für Kinder, Urauff. Berlin 1993

Bühnenporträt:

"Jungfrau, Mannweib, Femme fatale" - Komponistinnenporträts Alma Mahler-Werfel. Louise Adolpha LeBeau, Ethel Smyth, Urauff. Berlin 1996

Essay /Vortrag:
"Und zög ich auch siebzig Mätel an" - Anne Sexton: Psychoanalyse und weibliches Schreiben, Berlin 1996

Libretto / Textvorlage:
"Zeitenkristalle" für die Kurzoper "EurOper" der Komponistin Agnes Ponizil, uraufgef. in Dresden 2004

literaturwissenschaftliche Publikation:
"Elena Agazzi: Erinnerte und rekonstruierte Geschichte. Drei generationen deutscher Schriftsteller und die Frage der Vergangenheit"
Aus dem Italienischen von G. Schneider u. H. Steinert. 1. Aufl. 2005 (Vandenhoeck & Ruprechtal), 16,90





Zuletzt durch Tanja Langer aktualisiert: 02.03.2017

Literaturport ID: 411