5 Stunden
ca. 20km
Nicolas Born lässt seinen Libuda mit dem Auto durch das Ruhrgebiet fahren. Von Norden nach Süden, von der Emscher zur Ruhr. Was er sieht und erinnert liegt links und rechts der B224. Vorbei am Rhein-Herne-Kanal, den früheren Zechen in Altenessen, den Arbeitersiedlungen, geht es durch die Essener Innenstadt bis er im Süden am Baldeneysee das Ruhrgebiet wieder verlässt.
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Libuda

Nicolas Born

Fotos: Tobias Bohm


Text von 1966 (Rückblick in die 50er Jahre)

Nicolas Born: Täterskizzen, Erzählungen.
Copyright © 1983 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg




Alpincenter Bottrop
Prosperstraße 301
46328 Bottrop
Tel.: 02041 - 7095-0




Rhein-Herne-Kanal-Wendebecken


wo früher der Mathias Stinnes Hafen war.
Hier könnte man über die Altenessener Straße
bis zum Wasser fahren. Kurz vor dem Ende
der Straße gibt es einen Parkplatz. Von dort
kann man dann am Ufer entlanglaufen bis zur
Gladbeckerstaße. Dort geht man über die Brücke und
läuft auf der anderen Uferseite zurück zum Parkplatz.
Hinter dem Hafen sieht man das Kraftwerk Karnap der RWE.

Ansichtskarten helfen dem nicht weiter, der von Norden kommt. Ein Streifen Brachland verläuft quer zur Straße, zieht sich lang hin. Man kann den Eindruck haben, daß hier alle Geräusche augenblicklich versickern, daß Pioniertrupps unentwegt darin gehen, ohne Boden zu gewinnen, ohne Spuren zu hinterlassen und ohne jemals wieder herauszufinden.

Libuda läßt auch den Stadtplan beiseite. Hier, wo er Spatzen schoß mit einem Luftgewehr, auch anderes Vogelzeugs, wo ein krimineller Flüchtling ein paar Tage und Nächte sicher war, sich dennoch verrannte und schließlich mit entzündeter Lunge herausgeholt wurde, das ist auf dem Stadtplan grün schraffiert und als Kleingartengelände bezeichnet. In Wirklichkeit erkennt Libuda die Niederung diesseits und jenseits der Emscher, die abgesackten blasigen Schlickflächen, auf denen buschige Grasinseln stehen. Der Bau der Straße hat auf der anderen Seite sichere Bodenverhältnisse geschaffen.

Dort steht rot verklinkert eine Kraftanlage des Elektrizitätswerks, ein paar Hundert Meter weiter ist der Hafen Mathias Stinnes, in dem man von der Fahrbahn aus selten Bewegungen oder Arbeitsvorgänge sieht, weil alles da sich in rostigem Braun abspielt. Von dem Wind, der hier immer weht, entsteht ein bißchen Wellengang, der sich an der Kaimauer bricht, ein bißchen hochflattert und ein bißchen spritzt.

Sonst gibt es nichts mehr außer ebendiesem Kanal, abgestandenes anthrazitgraues Wasser, ölige Brühe, die Böschungen sind gepflegt. Schlepper tuckern in beide Richtungen, die Lastkähne schwimmen hoch oder haben Tiefgang, wenn ihre unerhörte Geräumigkeit vollgestaut ist mit Teerfässern. Im Sommer sieht man Sprünge von der Brücke, ein ziemlich lustiges Badeleben. Bierflaschen sind an Leinen befestigt und kühlen auf Grund. Lastkähne werden erklettert von blaunarbigen Vätern, von jungen Kumpelvätern, die noch gut beieinander sind. Der Eismann macht sein kleines Geschäft, Skat wird gedroschen, ein Handstand gemacht.
In der Nähe stehen Häuser, die jährlich ein paar Millimeter absacken, wofür der Eigentümer von der Zeche, die ihn unterwühlt hat, eine gewisse Entschädigung bekommt. Noch etwas weiter stehen die Häuser schon reihenweise, orientiert am Verlauf von Straßen, kleinmies wie erwartet, anderthalbstöckig, oben wohnen Tauben. Auch ein paar Wohnklötze mit vielen kleinen Fenstern. Hier, so weit draußen, sind Kinderreiche einmal bevorzugt worden, und das hört nicht auf. Die Armut pflanzt sich fort in Horden von Kanalkindern wie die Horde des Invaliden Poppe, zehn Stück, fünf Jungen, fünf Mädchen. Zwei der Mädchen sind über vierzehn und nicht mehr zu halten. Oder damals die Horde der Libudas, acht Stück, der Spichalskis acht Stück. Es gab Kindergeld, Freifahrscheine und Dörrgemüse aus dem caritativen Fond.


Libuda hält sich noch am Kanal auf, hier war es, er sucht Stellen, wo bis in die fünfziger Jahre hinein Blindgänger Lücken rissen in die Kindheit vieler. Jetzt ist der Kanal wieder ordentlich stehendes Transportwasser, Sozialprodukte schwimmen, bunte Röcke flattern, aus offenen Kleinwagen kommt Musik, ein Kopf taucht über dem Wasser auf, bläst mit gespitztem Mund eine Fontäne, ein Kopf, der einem bekannt vorkommt, einer der älteren Spichalski-Köpfe. Mit diesem Spichalski (oder war es der Bruder) hat Libuda vor Jahren den Fußball getreten, barfuß auf Stoppelgras, mit dem und anderen Poppe- und Spichalskibrüdern, auf diesem Damm zwischen Kanal- und Eisenbahnböschung, wo Wind weht, manchmal aus Nordwest, der den öligen Gestank herüberträgt, Gasböen, in denen einem übel wird.

Auf dem Brückengeländer steht einer, übertrieben balancierend, schreit, weil er Publikum braucht, und seine Gesten fragen, ob das Wasser frei ist, kein Kahn, kein Kind, kein greiser Schwimmer. Wie er dasteht und sich aufbläst, die Arme ausbreitet, die Blicke richtet, beherrscht, fast gleichgültig die Höhe und Weite mißt, hoch über aller Natur steht, hoch über Hafen, Kanal und Eisenbahnstrecke, hat er den Mut, springt er ab, verliert er den Stahl von den Füßen, fliegt er gestreckt, macht er Figur in der Luft, einen erstklassigen Eindruck, es klatscht. Das Wasser steigt rundherum auf, es spritzt und es glitzert.

Einige Angekleidete oder Nichtschwimmer, kleine Kinder auf den Armen oder Huckepack beim Vater, überqueren die Gleise und trennen das Buschwerk mit den Armen, den kleinen Heimatdschungel, sie dringen ein in den Vogelpark. Stimmen, Libuda hört Stimmen aus dem Vogelpark. Aber es ist gar nicht Sonntag. Die Kumpels haben Freischicht oder Feierschicht oder Stempelschicht. Der Himmel ist schön blau.
Libuda verabschiedet sich, indem er keinem die Hand gibt, nicht den Mädchen, die nachgewachsen sind während seiner Abwesenheit, nicht den Männern, die nicht sicher sind, ob er es ist, ihm aber vorsichtshalber von weitem zunicken, und nicht den Mädchen von damals, die Frauen geworden sind, geheimnisvoll, und den Kontakt zu den Elementen Luft und Wasser verloren haben: blaß hocken sie auf der Böschung, haben die Kleider hochgeschoben über die Knie und schlagen angesichts Libudas und der Sonne die Augen nieder. Libuda spricht nicht, Libuda geht.



Zeche Emil-Emscher
ehemaliges Steinkohlen-Bergwerk, beherbergt heute Kleingewerbe
Karl-Legien-Straße
Essen

Zeche Carl
Wilhelm-Nieswandt-Allee
Essen

Wie es im Norden beginnt mit Wohnmöglichkeiten, zu denen Gärten gehören, in denen das Gemüse kümmerlich wächst und das Kleinvieh sich abstrampelt und Mist abwirft, so ähnlich geht es nach Süden hin weiter, aber größer, geballter, hinter den Häusern sind lange Höfe, stehn die Mülltonnen in Reih und Glied, dagegen ist nichts zu sagen. Kein Hahn kräht, kein Schwein grunzt, nur der eine oder auch andere Köter (Flocki, Hasso) richtet seinen Strahl gegen die Mauern. Alles Stein. Alles ist aus Stein. Weit und breit ist kein Holz, kein Gehölz. Was sagen die Soziologen? Groß und mit flirrenden Konturen erheben sich Bauten aus dem Staub, stehen dicke Mauern, klobig verbunden durch gitterfenstrige Schrägaufzüge, heißen hier Zeche Emil und stehen über allem Land. Schlote ragen, Fördertürme ragen, Schacht eins, Schacht zwei, die Seilscheiben sausen und stoppen.

Die Seilscheiben stehen still. Libuda hat eine Vision, er hat Bilder gesehen, demonstrierende Arbeiter mit Transparenten („Heute kein Brot – morgen rot“). Hier ist es nicht so. Die Seilscheiben sausen und stoppen. Was für ein Dreck. Welch eine kompakte Sache, die da oben dröhnt. Wie klein Libuda dagegen aussieht. Was sagt Libuda? Ist er einverstanden mit diesem Anblick? Zu manchen Dingen äußert Libuda sich nicht. Diese Unwirtlichkeit, diese Hitze, die nicht wärmt, in der sich Leute für Geld vernichten. Libuda gibt keinen Kommentar. Er fährt weiter, da liegt eine Zeche still, heißt Anna und fördert noch Grubenholz. Vor den Toren spielen Kinder, die nicht verjagt werden. Weiter. Weiter, Libuda, geradeaus.


Die ersten parkenden Autokolonnen, Autoputzkolonnen, aufgekrempelte Nyltestärmel, haarige Arme, hier wohnt Stärke, die fackelt nicht, Wasser fließt in Strömen über die Karosserien. Die Frauen helfen beim Ledern. Nicht weit von hier befinden sich die Hallen und Rampen der städtischen Milchversorgung. Libuda erlaubt sich eine Erinnerung. 1955 streikten dort die Arbeiter. Ein Notdienst erhielt den Notvertrieb aufrecht, angeblich, denn auch die Fabrik, in der Libuda Lehrling war, wurde versorgt. Libuda weigerte sich, seine Milch zu trinken, die zu den sozialen Extras der Firma gehörte. Dafür bekam er Schläge der Gesellen links und rechts um die Ohren. –  Helmut Rahn ist hier zu Hause, Helmut: Schlappen drauf, schießen, Tor!

Helmut Rahn, Sie spielen nicht mehr Fußball?
Ich habe mich vom aktiven Sport zurückgezogen.
Denken Sie noch manchmal an die wundervolle Zeit im Kreise Ihrer Kameraden von der Nationalmannschaft?
Es war eine wundervolle Zeit.
An den Geist von Bern?
Das waren noch Zeiten.
Wie bitte?
Ich habe gesagt: Das waren noch Zeiten.
An das drei zu zwo gegen die Ungarn? Sie haben damals das Spiel entschieden.
Ich habe das Spiel entschieden, aber Sie dürfen nicht vergessen, daß es eine Mannschaftsleistung war.
Hand aufs Herz, Helmut, Sie trauern Ihrer großen Zeit so ein klein wenig nach?
Ich kann nicht klagen.
Der hier vor mir steht, ist das überhaupt noch der Helmut Rahn, wie ihn Millionen erlebten?
Wenn ich nach Italien gegangen wäre, hätte ich Millionen gescheffelt.
Klar, Helmut, aber sind Sie noch der Helmut von früher?
Ich darf wohl sagen, daß ich mir selbst immer treu geblieben bin. Soll’n sie sich doch mal so einen Rechtsaußen suchen, die Arschgeigen.
Sachte, Helmut, aber eins kann man sagen: Das Herz schlägt Ihnen noch immer am rechten Fleck.
Ja, so bin ich nun mal.
Helmut Rahn, fühlen Sie sich alt?
Man ist so alt, wie man sich fühlt. 


Die Stadt dehnt sich aus von Norden nach Süden oder umgekehrt zwischen den Flüssen Emscher und Ruhr. Libuda hat nicht viel Zeit, er leistet sich keine Ausflüge in die östlichen und westlichen Vororte. Später wird er anderswo Bekannten erzählen, daß er da war, aber sich nirgends aufgehalten hat. Komisch, denkt Libuda, Norden ist immer oben und Süden unten. Er findet rechts ein paar Durchblicke, die er noch von früher kennt, Baulücken, sieht aber auch Vorbereitungen, sie zu schließen, Männer mit farbigen Schutzhelmen, Baukräne, aufgestellte Gerüste.

Hier ist der Schlenhof, der für ihn Schwarzmarktgegend geblieben ist, obwohl die Leute kaum noch handeln und an den Mann bringen (von Schnürsenkeln abgesehen, von Ansichtskarten abgesehen), sich aber auch nicht aufgerappelt haben aus dem damaligen Dilemma. Sie sind hocken geblieben auf den ausgetretenen Steinstufen, in den Hauseingängen und Toreinfahrten von damals. Sie trinken Bier aus Flaschen, dösen, spucken aus, sie sind etwas weniger abgerissen als damals, wo Libuda klein war und aufpaßte. Die grauen Gesichter, die Stoppelbärte, da sitzen sie wie Mumien, die seit 1945 Skat spielen.
Libuda sieht sie, wie er sie sah, sieht brandige Ruinen hinter den bewohnbaren Häusern, frei stehende Kamine, Fenster, hinter denen Topfblumen stehen, Gummibäume, Alpenveilchen, hinter denen Topfblumen verschoben werden, um zu öffnen und hinauszulehnen, Ellbogen auf Kissen gestützt. Libuda zwängt sich durch dieses Bild, das vollgestopft ist mit Tatsachen, zwängt sich durch die Engführung der Straße, zieht den Kopf ein in der dunklen Unterführung, unter dem Stahlgedröhn, das ein Güterzug verursacht.


Libuda beeilt sich hindurch, gibt Gas, schließt auf in der Kolonne und gelangt wieder unter freien Himmel, der dieser Stadt von auswärts so häufig abgestritten wird. Von Krupp ist aber weit und breit nichts zu sehen, obwohl Krupp sich weit ausbreitet in Stahl, Stein, Beton, aber weiter westlich. Libuda ist nicht interessiert. Er befindet sich auf der Durchfahrt. Sollte er sich verpflichtet fühlen, kurzfristig in die Arbeitswelt einzudringen, um einem angeblichen Bedürfnis zu entsprechen? Nichts da. Libuda ist frei.


Er fährt weiter im Sitzen, schert aus am Viehofer Platz und fährt einen Schlenker am Stadtkern vorbei. Vom Hauptbahnhof aus unternimmt er eine Art Bummel, aber kurz, nur ganz kurz. Er trifft einen Bekannten von früher, grüßt und wird wiedergegrüßt. Libuda ist dabei nicht stehengeblieben. Der Bekannte ist dabei nicht stehengeblieben. Hochhäuser verstellen die Sicht. Hochhäuser beeinflussen den Anblick nach oben hin. Einiges hat sich seit damals verändert, anderes nicht. Die Passanten sehen im Durchschnitt sauber und gepflegt aus. Das Warenangebot ist groß. Dem einzelnen sieht man einen gesunden Pro-Kopf-Verbrauch an. Weiter, Libuda muß weiter. Er will nicht an Geschichten erinnert werden, die ihm noch anhängen. Weiter. Er ist wieder draußen auf dem Bahnhofsvorplatz, ist hervorgegangen aus engen Einkaufsstraßen, hat Stein, Waren und Geschichten abgeschüttelt, die Stimmen der Passanten, Blumenrabatten, Sitzbänke auf der plattierten Passage. Er wirft den bekannten Blick zurück in die Stadt, in diese entschieden bullige Fresse, die ihn einschüchtert.



Grugahalle
Grugaplatz 2
45131 Essen

Libuda konzentriert sich auf den Verkehr, lenkt genau und fährt in schmalen Fahrrinnen neben den Tiefbaustellen (Baulos 2, Baulos 3), deren Verschalungen gestützt werden von einem Dickicht aus Rundhölzern. Neben der Polizeiwache ist ein Kino. Hier hat Libuda „Im Westen nichts Neues“ gesehen. In dieser Kneipe war er nie, in jener nicht oft. Hier überquerten bergmännische Fanfarenchöre der Rossenray AG die Straße, auch die weißen Turner gertenschlank (das Muskelspiel unter der Haut), die Turnerinnen behend.

Auch die Chorsänger aus der ganzen Welt („Das ist der Tag des Herrn“) hatten die Augen geradeaus, beschirmt von der Polizei und sicherer Tritt fassend als die verstörten Freien Deutschen Jugendlichen drüben vor dem Eingang der Gruga. Einzeln hatten sie sich durchgeschlagen zum Platz der Demonstration. Berittene Polizei schlug von oben her zu. Libuda war vierzehn und trug kurze Hosen, er erinnert sich an seine Erregung und daran, daß er nicht Partei nehmen konnte. Die Polizei kämmte durch die Menge, lockerte auf, erreichte kurzfristige Auflösungen an Knotenpunkten. Blutende deutsche Jugendliche mit zusammengekniffenen Mündern durchbrachen die Reihen und taumelten weiter bis auf die Straße. Libuda konnte nicht sehen, was da in der Mitte los war, bis sich der Kreis öffnete. Pferde stiegen auf mit hochgerissenen Köpfen, Hunde gingen los gegen den Kommunismus rundum. Tschakos flogen, Fäuste, einige wurden aus der Menge gezerrt, andere über den Boden geschleift. Dann war es ruhiger, das Gewühl teilte sich, zwei Fronten entstanden und begradigten sich, es schien für alle günstig zu sein, was da an Übersicht und Ordnung gewonnen war. Dann schoß es. Libuda lief weg, das hielt er für sehr schlimm und gefährlich, was er da gehört hatte. Protestgeschrei machte ihm Beine, als hätte er etwas begangen und auf ihn sei das Geschrei gemünzt. Erst am nächsten Morgen las er in der Zeitung, daß der Schuß wirklich abgegeben worden war. Ein junger Toter blieb zurück, der Philipp Müller geheißen hatte, polizeilich erschossen.



Essen-Heidhausen
Baldeneysee

Libuda fährt weiter, mitten hinein in die schönbewohnte Ginstergegend, ist fast schon am südlichen gezackten Rand des Ruhrgebiets, wo bei smogähnlichem Wetter die Ruß- und Gasglocke abreißt. Den bewaldeten Berg fährt er hinab, die Serpentinen hinab, auf denen die Kraftwagen hochrobben. Es geht bergab, mit Libuda geht es bergab. Am Berg Libuda, angetrieben von Fahrzeugen hinter sich, sieht er unter sich den See, bewegungslos wie aus Blei. Links das Gasthaus hat sich nicht verändert, ist immer noch ein vertrauliches Schulterklopfen, immer noch klein und behaglich auf einem Überhang hinausgebaut. Der Wald lichtet sich. Der Ausblick ist schön. Die Ruhr blinkt. Licht flackert auf dem See. Kaum Konturen. Naturtrüb. Da schwimmt die ganze Natur in trüber Luft. Dunst sackt hinab auf die Talsohle. Da unten kommen Angler vor, auch Fische. Libuda ist unten, fährt über die Brücke, sieht Angler, einige Ruderboote. Libuda erreicht das offene Land. Libuda hat, wie eine Kinderkrankheit, die Stadt hinter sich. Er wird antworten: Ich bin nur durchgefahren.