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Steckbrief
Giwi Margwelaschwili 1

Giwi Margwelaschwili

geboren am:
14. Dezember 1927
geboren in:
Berlin / Berlin / Deutschland
lebt in:
Berlin, Wedding
Kontakt:
Vita
 
Giwi Margwelaschwili wurde am 14. Dezember 1927 als Sohn georgischer Emigranten in Berlin-Charlottenburg geboren. Seine Mutter starb als er vier Jahre alt war, sein Vater lehrte Philosophie und Orientalistik an der Kaiser-Wilhelm-Universität und war Mitarbeiter der georgischen Emigrantenzeitung „Kaukasus“. Giwi besuchte nach der Volksschule, bedingt durch das Kriegsgeschehen, das Fichte-, Moltke-, Ernst Moritz Arndt- und Bismarckgymnasium.

Im Februar 1946 wurde er zusammen mit seinem Vater vom sowjetischen Geheimdienst NKWD aus dem westlichen Sektor Berlins in die Ostzone entführt. Der Vater wurde in Georgien erschossen. Giwi kam in das sowjetische KZ „Sachsenhausen“. Im Herbst 1947 wurde er nach Georgien verschleppt.

Durch die Hilfe einflussreicher Freunde und Verwandter konnte Giwi Germanistik studieren und von 1954 bis 1970 am Pädagogischen Fremdspracheninstitut Tbilissi als Deutschlehrer arbeiten. In dieser Zeit entstanden seine ersten Romane und seine Arbeiten zur phänomenologischen Philosophie. 1969 besuchte ihn Heinrich Böll und war beeindruckt vom ersten Band des „Kapitän Wakusch“.

1971 wurde Giwi Margwelaschwili an das Philosophische Institut der Georgischen Akademie der Wissenschaften berufen und hatte jedes Jahr eine philosophische Arbeit abzuliefern. Es entstanden fünf Bände philosophischer Schriften, die inzwischen in Tbilissi erschienen. Giwi Margwelaschwili gehört nach Merab Marmardaschwili zu den wichtigsten Philosophen Georgiens, die unter den Bedingungen der Sowjetdiktatur einen erstaunlichen Beitrag zur Entwicklung der Philosophie leisteten.

Seine Hauptarbeit aber bestand im Schreiben ontotextologischer Romane und Kurzprosa, in denen er in spielerischer Form das Leben der Buchpersonen erforscht, der Romanhelden und lyrischen Ichs, die mit Hilfe der Fantasie des Lesers für einen Leseaugenblick ihren Textweltkäfigen entfliehen können. Die Abhängigkeit ihres Lebens vom Gelesenwerden entspricht der Situation eines Autors, der in einer 40-jährigen sowjetischen „Nachkriegsgefangenschaft“ seiner deutschen Muttersprache treu blieb und mehr als dreißig Bücher schrieb, die damals von niemanden gedruckt und gelesen wurden.

Durch die Freundschaft mit dem Okudshawa-Liedersänger und DDR-Bürgerrechtler Ekkehard Maaß konnte Giwi Margwelaschwili 1991 nach Deutschland zurückkehren, wo 5 seiner Bücher verlegt wurden. In dem Literarischen Salon in der Schönfließerstraße 21 traf er auf die Dichter- und Malerszene vom Prenzlauer-Berg und auf Autoren wie Andrej Bitow, Tschingis Aitmatov, Allain Ginsburg und Ernst Jandl.

Giwi Margwelaschwili war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung, des DAAD und erhält ein Ehrenstipendium des Bundespräsidenten. Er nahm an zahlreichen internationalen literarischen Konferenzen und Kongressen in Frankfurt, Tübingen, Hannover, Berlin u. a. teil und war Stadtschreiber in Saarbrücken und Rheinsberg.

Seit 1994 besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Er ist Mitglied des PEN. 1995 erhielt er für sein Gesamtwerk den Brandenburgischen Literatur – Ehrenpreis, 1997 den Förderungspreis Literatur des Kunstpreises Berlin, 1998 die Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Tbilissi und 2002 den Gustav-Regler-Preis der Stadt Merzig. 2006 wurde ihm in Weimar die Goethe-Madaille verliehen.

Giwi Margwelaschwili lebt in Berlin und schreibt, wenig beachtet von der literarischen Welt, unbeirrt weiter an seinem Oevre. 2007 erscheint im Verbrecher Verlag, Berlin, sein Antikrimi „Officer Pembry“.
Würdigung
 
1990/91 Stipendien des DAAD und der Heinrich-Böll-Stiftung

1994 Ehrenstipendium des Bundespräsidenten

1995 Stadtschreiber in Rheinsberg

1995 Literaturpreis des Landes Brandenburg

1996 Poetik-Vorlesung in Bamberg

1997 Reise über das Goetheinstitut in die USA

1997 Förderungspreis Literatur des Kunstpreises Berlin

1998 Ehrendoktor der Staatlichen Universität Tbilissi

2002 Gustav-Regler-Preis der Stadt Merzig

2006 Verleihung der Goethe-Madaille in Weimar
Aktuelles
 
Im September erscheint im Verbrecher Verlag "Officer Pembry", es wird eine Buchpräsentation und Lesungen geben.
Im Dezember 2007 wird eine Veranstaltung zum 80. Geburtstag des Autors stattfinden.
Erstes Geburtstagsgeschenk ist die Website: www.giwi-margwelschwili.de
Werk
 
Eigenständige Veröffentlichungen
Kapitani Wakuschi (auf georgisch)
Tbilissi, 2005 (Roman)
Ich bin eine Buchperson
Tbilissi, 1998 (Kurzprosa)
Gedichtwelten-Realwelten
Bamberg, 1994 (Kurzprosa)
Giwi Margwelaschwili - Der ungeworfene Handschuh
Berlin, 1992 (Kurzprosa)
Giwi Margwelaschwili - Muzal
Frankfurt a. Main, 1991 (Roman)
Giwi Margwelaschwili - Kapitän Wakusch, Bd.1, In Deuxiland
Konstanz, 1991 (Roman)
 
 
 
Veröffentlichungen in Anthologien
siehe www.giwi-margwelschwili.de
Beiträge in literarischen Zeitschriften:
siehe www.giwi-margwelschwili.de
Über Werk / Autor
E. aaß, Lang mögest Du leben!
Wakusch Verlag, 2002 (Festschrift) (Berlin)
Irene Langemann, Zwischen hier und dort, Der Schriftsteller Giwi Margwelschwili
DW, TV Berlin, 1997 (Dok. Film)
Petra Tschörtner, Herr Giwi und die umgekehrte Emigration
ZDF, 1997 (Dok. Film)
Stadtschreiber in Rheinsberg
RBB, 1996 (Dok.Film) (Berlin)
Carsten Gansel in: Leben im Ontotext
federchen Verlag, 1993 (Neubrandenburg)
siehe: www.giwi-margwelschwili.de
Verwandtes
 
Hörproben
Officer Pembry
erschienen bei:
Verbrecher Verlag
online seit:
12. Dezember 2009
zu hören:
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