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Kurzinfo
 
Wilhelm Genazino
Mittelmäßiges Heimweh
erschienen bei:
Carl Hanser Verlag
online seit:
6. Februar 2007
gelesen von:
Harry Kühn
aufgenommen:
27. Januar 2007
Spielzeit:
9:29
Copyright:
© Carl Hanser Verlag, München 2007
 
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Mittelmäßiges Heimweh
Spielzeit:9:29

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Inhalt
 
Auf dem Fernsehschirm in der Kneipe flimmert ein Fußballspiel, auf dem Fußboden liegt ein Ohr. Dieter Rotmund weiß sofort: Das kann nur seines sein. Hat jemand etwas bemerkt? Und wie findet man durch den Alltag, wenn die Körperteile abhanden kommen? Dieter Rotmund fährt mit der Bahn, und zwar schwarz. Seit seine Frau erklärt hat, sie könne auf keinen Fall mehr in der Großstadt, sondern müsse unbedingt im Schwarzwald leben, sind zwei Wohnungen zu bezahlen. Dieter Rotmund muß sparen. Als er zu seiner Verblüffung zum Finanzdirektor befördert wird und nicht mehr sparen muß, ändert das nichts am Basso continuo seines Lebens: der Erfahrung des Verlusts. Wilhelm Genazino erzählt die Geschichte eines Mannes, der davor erschrickt, daß auch seine Gefühle – das Erschrecken, die Verzweiflung, das Heimweh – nur noch mittelmäßig sind, und er erzählt sie mit der ihm eigenen Ironie, Detailbesessenheit und mit einer Bosheit, die seinen Figuren nichts erspart. Erst als Rotmunds Vormieterin Sonja auftaucht, um im Keller nach alten Pappkartons zu forschen, scheint sich die Möglichkeit zu eröffnen, den Verlust durch neue Liebesverwirrungen in einen Gewinn zu verwandeln. Vorausgesetzt, daß auf das Ohr nicht weitere Verluste folgen.
Zur Person
 
Wilhelm Genazino, 1943 in Mannheim geboren, lebt als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören 2003 der Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste und der Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (2004).Zuletzt erschienen im Hanser Verlag der Roman Die Liebesblödigkeit (2005), Die Belebung der toten Winkel  (Frankfurter Poetikvorlesungen 2006) sowie die Theaterstücke Lieber Gott mach mich blind und Der Hausschrat (beide 2006 bei Hanser Edition Akzente).