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Kurzinfo
© Fassbinder Foundation, Berlin
Rainer Werner Fassbinder
Im Land des Apfelbaums. Gedichte und Prosa aus den Kölner Jahren 1962/63
erschienen bei:
SchirmerGraf Verlag
online seit:
5. August 2008
gelesen von:
Juliane Lorenz, Ulrich Janetzki
aufgenommen:
11. Juli 2008
Spielzeit:
17:00
Copyright:
© Juliane Lorenz, Rainer Werner Fassbinder Foundation, Berlin
 
Hören
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Inhalt
 
Herausgegeben von Juliane Lorenz und Daniel Kletke.  „Mou, am 9.6.63 in der Morgendämmerung. Die Verse sagen alle nichts Neues. Noch nicht.“ Fassbinder hat früh erkannt, daß er als Künstler ausdrücken muß, was für ihn anders nicht mitzuteilen ist. Seine ersten Gedichte, sein „Traum vom Hang nach Oben“, selbstbewußt, lässig und doch unendlich empfindsam, geben ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab. Entstanden in den Jahren 1962/63 in Köln, wo er bei seinem Vater lebte und das Abendgymnasium besuchte,  verweisen diese Texte schon auf den ganzen schmerzensreichen Kosmos, auf all seine späteren Themen. Mit Filmen wie "Katzelmacher" und "Angst essen Seele auf" wurde Fassbinder zum wichtigsten Vertreter der deutschen Kino-Avantgarde; mit "Effi Briest", "Die Ehe der Maria Braun" und "Lili Marleen" erlangte er Weltruhm. Die schöpferische Ausdruckskraft, von der er beseelt war, seine Hingabe und Detailversessenheit zeigt sich jedoch bereits in diesem allerersten, hier vorgestellten Werk.
Zur Person
 
Rainer Werner Fassbinder wurde am 31. Mai 1945 in Bad Wörishofen geboren. Als er sechs Jahre alt war, ließen seine Eltern sich scheiden, und er wurde von seiner Mutter (1922 – 1993) erzogen, die damals als Übersetzerin tätig war und 1959 den Journalisten Wolff Eder heiratete. Nach dem vorzeitigen Abgang vom Gymnasium verdiente Rainer Werner Fassbinder seinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsarbeiten, nahm ab 1963 Schauspielunterricht, bestand jedoch 1966 nicht die Aufnahmeprüfung der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Daraufhin engagierte er sich in verschiedenen Theatergruppen in München, bis er 1968 sein eigenes "Antitheater" gründete und dafür Bühnenstücke schrieb. 1969 drehte Rainer Werner Fassbinder seine ersten beiden abendfüllenden Kinofilme: "Liebe ist kälter als der Tod" und "Katzelmacher". Fernsehgeschichte schrieb er 1979/80 mit seiner fünfzehnstündigen, vierzehnteiligen Verfilmung des Romans "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin. Mit anderen Regisseuren gemeinsam gründete Rainer Werner Fassbinder 1971 den "Filmverlag der Autoren". 1974/75 leitete er das "Theater am Turm" (TaT) in Frankfurt am Main. Am 10. Juni 1982 fand Fassbinders Lebensgefährtin, die Cutterin Juliane Lorenz (*1957), den Siebunddreißigjährigen tot in seiner Wohnung auf. In der kurzen Zeit, die ihm zur Verfügung stand, schrieb Rainer Werner Fassbinder dreißig Theaterstücke; er inszenierte über vierzig Filme, schrieb ebenso viele Drehbücher, spielte in zahlreichen Filmen mit, produzierte fünf Filme, stand bei zwei Filmen selbst hinter der Kamera und war bei fünfzehn Filmen für den Schnitt verantwortlich. Um Fassbinders Werk zu pflegen, gründete seine Mutter Liselotte Eder die Fassbinder Foundation. Nach ihrem Tod am 7. Mai 1993 übernahm Juliane Lorenz den Vorsitz.