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Kurzinfo
© Suhrkamp Verlag
Sibylle Lewitscharoff
Apostoloff
erschienen bei:
Suhrkamp Verlag
online seit:
6. Februar 2009
gelesen von:
Nina West
aufgenommen:
29. Januar 2009
Spielzeit:
14:10
Copyright:
© Suhrkamp Verlag
 
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Apostoloff
Spielzeit:14:10

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Inhalt
 
Zwei Schwestern, die eine auf der Rückbank, die andere auf dem Beifahrersitz, die eine scharfzüngig und kampflustig, die andere nachsichtig und höflich, sind unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren – in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert – in ihre alte Heimat überführte. Darunter der früh verstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Der Fahrer möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen. Die Jüngere, die Erzählerin, spuckt Gift und Galle: Das Kobaltblau der Keramik mit Pfauenaugendekor ist giftig, die Schwarzmeerküste komplett versaut, die Architektur ein Verbrechen des 20. Jahrhunderts. Apostoloffs Vermittlungsversuche zwischen Sofia und Stuttgart sind zunächst wenig erfolgreich. Denn das bulgarische Erbe der Schwestern wiegt schwer – wenn der Vater, der erfolgreiche Arzt und schwermütige Einwanderer, in ihren Träumen auftaucht, schlängelt das Ende des Stricks, an dem er sich erhängt hat, noch hinter ihm her. Doch dem „Unglück, das dieses Aas von einem Vater auf Häupter und Herzen seiner Töchter geladen hat“ wird nicht auf melancholische Art begegnet. Die Reise durch Bulgarien wird vielmehr zur bissigen, rabenschwarzen und erzkomischen Abrechnung einer Tochter mit dem Vater und seinem Land.
 
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