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Theodor Storm
T h e o d o r F o n t a n e.
Text
 
T h e o d o r F o n t a n e.

Es mag allerdings, um das Höchste in der Poesie zu erreichen, dem Dichter die Fähigkeit, den Stoff lediglich aus sich selber zu entwickeln, die Gestalten seiner Phantasie, nachdem sie einmal geschaffen, völlig abgetrennt und selbständig von sich handeln und leben zu sehen, erforderlich sein; gleichwohl ist diese Kunst eine so freie, daß wir im Mittelpunkte unsrer Literatur und im Herzen unsers Volkes einen Dichter sehen, welcher jene Fähigkeit nicht besaß, und in dessen Werken wir, in dramatischen wie in epischen Stücken, stets und unabweisbar die Persönlichkeit des Autors, die eigenthümliche Art seines Geistes und Gemüthes so empfinden, daß wir darüber zu einem ungemischten Interesse an dem behandelten Stoffe nicht gelangen können. Zu diesen letzteren Dichternaturen, die wir wie Schiller, so wenig ihm das eigentliche Lied geglückt ist, die wesentlich lyrischen nennen möchten, wenn nicht fast überall die Reflexion dem unmittelbaren Ausdruck der Empfindung in den Weg träte, gehört auch T h e o d o r F o n t a n e, der mit einer Sammlung von Gedichten (Berlin, Carl Reimarus,) zuerst im Jahre 1851 in die neueste Literatur eintrat. Der lyrische Theil dieser Sammlung ist vorzugsweise eine Gedankenpoesie, wie ihn denn auch der Verfasser selber unter die Rubrik „Lieder und S p r ü ch e“ gestellt hat; doch steht dieser Gedankengehalt, wenn wir im Ganzen auch mehr Enthusiasmus als Innigkeit in der Natur des Dichters finden, stets unter dem Einfluß der Empfindung oder ist vielmehr geradezu aus ihr hervorgegangen. Die meisten dieser Gedichte sind das, wofür man vor einigen Jahren in der Poesie den Namen „Vigilien“ erfand; der Dichter hat in ihnen niedergelegt, was er in seinem Verhältniß zu Gott, zu den Menschen und an sich selber an Kampf und Zweifel durchmachte. Sie sind daher, wir möchten mit einem juristischen Ausdruck sagen, „höchst persönlich“ und von einem fast biographischen Interesse. Wir sehen in ihnen eine jugendlich ringende Persönlichkeit im Kampfe mit unzusagenden Lebensverhältnissen, von denen der Dichter bald um jeden Preis sich losreißen will, an die er sich dann aber wieder im Gefühl menschlicher Unzulänglichkeit gefesselt fühlt, bis er endlich das „still getragne Joch“ abschüttelt, sich der Poesie als seinem Lebensberufe zuwendet, und als „neugeborner Sänger“ im Vollgefühle der errungenen Freiheit ausruft:

Nun kann ich wieder wie die Lüfte schweifen,
Am Strom, im Wald aufs Neue bei den alten
Geliebten Plätzen Rast und Andacht halten,
Und lächelnd nach der Abendröthe greifen.

Dem Markte fern, dem Feilschen und dem Keifen,
Fühl’ ich der Seele Schwingen sich entfalten,
Mir kehrt die Kraft, mein Denken zu gestalten,
Der Keim wird stark, zur Frucht heranzureifen.

Bald werd’ ich neu zu Freud’ und Frohsinn taugen;
Schon lern’ ich aus des Frühlings heitren Klängen,
Wie süßen Nektar, Lust am Leben saugen;

Schon lächl’ ich wieder, statt den Kopf zu hängen,
Und zwischen mich und deine lieben Augen
Seh’ ich sich fürder keine Wolke drängen.

Bald aber, wie es bei einer Persönlichkeit natürlich, deren wesentliches Element die Begeisterung ist, sehen wir ihn durch das Geschwätz der Gevatterschaft gequält und gedrungen, sich durch eigenen Zuruf darüber zu erheben; an einer andern Stelle wieder sucht er sich über „die irdischsten der Erdensorgen“ zu trösten und sagt in den letzten Versen, in denen sich die Poesie mit der Geliebten und der Besitz derselben mit seiner neuen Berufswahl zu identifiziren scheint:

Doch ob das Glück mir auch ein dürrer Bronnen,
Und ob ich auch entbehren mag und leiden,
Ich habe doch das beste Theil gewonnen.
Und sollt’ ich diese Stunde noch entscheiden
Mich zwischen dir und einer Welt von Wonnen,
Es bliebe doch beim Alten mit uns Beiden.

Und das ist das Schöne an diesen Gedichten: die Gemüthserhebung und der Glaube behalten schließlich überall die Meisterhand. Daß sie außerdem auch ihrer Form nach, des so sehr individuellen Inhalts unerachtet, eines allgemeinsten Interesses werth sind, dafür möge noch ein Gedicht hier Zeugniß geben, in welchem der Dichter die sittlichen Lebensformen mit den Bedürfnissen seines innern Lebens in Einklang zu bringen sucht:

Z u r V e r l o b u n g.
Es paßt uns nicht die alte Leier
In unsern jungen Liebesrausch,
Wir denken und wir fühlen freier,
Und wollen’s auch beim Ringetausch;
Der Treue Pfand zu dieser Stunde
Empfang’ es in Champagner-Wein:
Der güldne Ring auf Bechers Grunde
Soll Sinnbild meines Lebens sein.

Laß übersprudeln mich, und freue
Der Kraft dich, die da schäumt und gährt;
Tief innen, wie d i e s B i l d der Treue,
Lebt meine Liebe unversehrt.
Trink’ aus! begeistern und erheben
Laß dich zu heil’ger Leidenschaft,
Und trinke dann aus meinem Leben
Dir gleiche Lust und gleiche Kraft.

Wie uns übrigens der Dichter seine Empfindungen meistens durch Vermittlung der Reflexion giebt, so führt ihn die Eigenthümlichkeit seiner Natur im weitern Verfolge auch zum Allegorischen und Lehrhaften; und die Dinge um ihn her, der Schnee, die Wolken, ein gelähmter Zugvogel, veranlassen ihn zu beschaulichen, zum Theil sehr reizenden und tiefsinnigen Gedichten, deren besonderer Vorzug überall darin besteht, daß sie von einer lebhaften und eigenthümlichen Gefühlserregung getragen sind.
Besondere Vorliebe und Beruf scheint Fontane für die Ballade zu haben, durch welche er auch bisher dem Publikum am bekanntesten geworden sein mag. Zugleich ist dies aber die Dichtungsart, worin die angedeutete Natur des Verfassers am meisten zu Tage tritt; denn, so wenig er es unterläßt, seine Helden so wie die Scenerie, in der sie auftreten, zu charakterisiren, so entläßt er sie doch niemals aus dem Banne und der Atmosphäre seiner empfindungsvollen Begeisterung; er begleitet sie unablässig mit seiner Liebe, seinem Zorn und seinem Mitleid, und überall und zunächst sehen wir die Gestalt des Rapsoden selbst, der mit beredtem Munde uns diese Vorgänge schildert, auch wohl, von der eignen Darstellung fortgerissen, selber in die Scene tritt, wie dies in „Schloß Eger“ der Fall ist, wo der Dichter, nachdem er uns den Tod der böhmischen Grafen geschildert, am Schlusse, die objective Vortragsweise aufgebend, in die Handlung hineinruft: „Schau nicht in die Sterne! Rette Dich, Wallenstein!“ In dem schwunghaften Vortrage und dem feinen Pathos, in einer gewissen Feierlichkeit und Pracht der Sprache, wie wir solches seit Schillers Dichtungen dieser Art nur noch in dem „Herz von Douglas“ von Strachwitz gefunden haben, liegt daher auch ein Hauptreiz der Fontanischen Balladen. Trotz der geistigen Verwandtschaft ist es aber nicht sowohl Schiller, der in der Periode des Werdens als Vorbild auf den Dichter eingewirkt hat, als vielmehr der seiner Natur viel ferner stehende Bürger, unter dessen Einfluß und in dessen Weise er die stillen Trauerspiele am Hof und Heerd und aus dem täglichen Leben darzustellen gesucht hat. Hier, wo es ihm mitunter nur darum zu thun ist, ein Gefühl oder einen Gedanken in Scene zu setzen, wie z. B. in „Schön Anne“ und „Graf Hohenstein“ erfindet er seine Stoffe selbst. Doch scheint er, wenn wir aus dem später im Deutschen Museum abgedruckten „Tag von Hemmingstedt“ und den Balladen in der Argo (Belletristisches Jahrbuch für 1854, herausgegeben von Th. Fontane und Fr. Kugler) schließen dürfen, diese Art der Conception gänzlich verlassen, und die Vorliebe für das historische, worin auch ein großer Theil der gesammten Gedichte wurzelt, ein für alle mal nach dieser Richtung hin die Auswahl seiner Stoffe bestimmt zu haben, welche er nun, statt sie aus sich selbst zu schöpfen, zwischen den Zeilen der Geschichte findet. Ueberhaupt liegt Fontanes poetische Begabung mehr in der Darstellung als in der Erfindung; die Schilderung, der Vortrag, ist seine eigentliche Forçe, und von dieser Seite ist es begreiflich, daß, wie vorhin erwähnt, Bürger und späterhin Freiligrath, sowie in der unten zu erwähnenden „Schönen Rosamunde“ und in den „Männer und Helden“ auch Uhland auf ihn eingewirkt haben, bis er endlich in den altenglischen Balladen, von denen uns seine Uebersetzungen vorliegen, ein bleibendes Vorbild und zugleich, da überall in der Behandlung die starke und eigenthümliche Subjectivität des Dichters hinzutritt, seinen eigenen selbstständigen Ton gewonnen zu haben scheint. Hieher gehören aus der Sammlung schon „Schloß Eger“ und „Marie und Bothwell“, obgleich diese wiederum in Styl und Behandlung gegen die später in der Argo abgedruckte „Johanna Gray“ und „die Hamiltons“ zurückstehen. Leider gestattet uns der Raum nicht, eine dieser Balladen hierher zu setzen. Wir bemerken nur noch, daß sie fast alle, sei es in Folge des erwähnten Bildungsganges oder einer besonderen Vorliebe für die englische Geschichte, fast sämmtlich aus dieser ihre Stoffe entlehnen, wozu übrigens auch ein zweimaliger längerer Aufenthalt ihres Verfassers in London das Seinige beigetragen haben mag. Wir finden an sich hiergegen nichts zu erinnern, und wollen nur als Wunsch aussprechen, daß der Dichter nicht unterlassen möge, mitunter, wie in dem „Tag von Hemmingstedt“, auch seine Augen auf der Heimath ruhen zu lassen.
In den obenerwähnten U e b e r s e tz u n g e n a l t e n g l i s ch e r B a l l a d e n scheint der Dichter, wie er dies auch selbst bei den in der Argo mitgetheilten Stücken ausspricht, nicht sowohl einen literar-historischen, als vielmehr lediglich einen poetischen Zweck verfolgt zu haben; es sind daher auch je nach der Beschaffenheit des Einzelnen mehr Bearbeitungen als Uebersetzungen; denn der Uebersetzer ändert oder verwirft stellenweise oder tritt auch wohl selber dichtend hinzu, ganz wie es ihm erforderlich scheint, um aus den alten Dichtungen ein künstlerisches Ganzes herzustellen. Ueberall aber ist die Natur unseres Dichters so wirksam, daß sie sämmtlich, wie sie nun vorliegen, in seinem Ton und wie aus einem Gusse geschrieben sind. Ob dies Verfahren an sich berechtigt sei, scheint uns eine müßige Frage, und die Entscheidung derselben lediglich vorkommenden Falls von dem Talente dessen abzuhängen, der es einschlägt. Wer aber den wunderschönen „Aufstand in Northumberland“ in der Argo gelesen hat, wird unserem Dichter diese Berechtigung nicht abzusprechen wagen.
Ein eigenthümliches und, obgleich es dem Verfasser irgendwo die Xenie

Der bei Hemmingstedt des Siegs Standarte getragen,
Flicht nun als Perüquier preußischen Helden den Zopf.

eingetragen, theilweise vortreffliches Werk sind die „M ä n n e r u n d H e l d e n“ (Berlin 1850), worin in acht Liedern preußische Kriegshelden gefeiert und charakterisirt werden. Wie wir schon erwähnten, steht der Dichter hier noch unter Uhlands Einfluß. Daß die Sachen zum Theil den Eindruck größerer Selbständigkeit machen, als worauf sie in der That Anspruch haben, beruht auf der glücklichen Wahl des Stoffes, die immerhin ein Verdienst des Verfassers bleibt. Die Gedichte haben, woraus sich auch die starken Sympathien und Antipathien, welche sie gefunden haben, erklären lassen, etwas specifisch Preußisch-Militärisches. Im „alten Derffling“,

Sonst focht er still und friedlich
Nach Handwerksburschen-Recht,
Jetzt war er unermüdlich
Beim Fechten im Gefecht;

Er war der flinke Schneider,
Zum Stechen wohl geschickt,
Oft hat er an die Kleider
Dem Feinde was geflickt.

tritt dies am wenigsten und daher die Verwandtschaft mit Uhland am meisten hervor.

Der „alte Dessauer“,
Wir haben viel vonnöthen,
Trotz allem guten Rath,
Und sollten schier erröthen
Vor solchem Mann der That.

Verschnittnes Haar im Schopfe
Macht nicht allein den Mann;
I ch h a l t e s m i t d e m Z o p f e,
W e n n s o l ch e M ä n n e r d r a n.

„Ziethen“ und namentlich „Seidlitz“ konnten in dieser Weise vielleicht nur von einem Preußen geschrieben werden. „Schwerin“ und „Keith“ dagegen, zum Theil auch „Schill“, sind mehr äußerlich gehalten und stehen weit unter den erstgenannten. – Aus dem begleitenden Widmungsgedicht „An den Grafen Schwerin, zur Zeit Präsidenten der zweiten Kammer“ erfahren wir die politische Gesinnung des Verfassers, die auch auf seine übrigen, namentlich historischen Dichtungen nicht ohne Einfluß ist:

Du stehst in Lieb’ und Treue
Zu Thron und Herrscherhaus,
Und baust doch für das Neue
Die alten Pfeiler aus.
und zum Schlusse:
Treulos sind alle Knechte,
Der Freie nur ist treu.

Das Gedicht „V o n d e r s ch ö n e n R o s a m u n d e“ (zweite Auflage. Dessau; bei Moritz Katz, 1853), welches in neun Kapiteln die bekannte Liebesgeschichte König Heinrichs mit Cliffords schöner Tochter mehr erzählend als darstellend behandelt, möchten wir der sauber gearbeiteten Verse unerachtet unter die Jugendarbeiten unseres Dichters zählen. Es entbehrt nämlich, wie das in den späteren Fontaneschen Balladen nirgends in dieser Weise vorkommt, die Charakteristik der auftretenden Personen so sehr jedes tieferen und individuellen Zuges, daß namentlich die Königin Leonore in ihrer einseitigen Böswilligkeit ganz wie die Figur eines Kindermärchens wirkt. Im Uebrigen ist, was damit zusammenhängen mag, daß es dem Dichter hier nicht sowohl auf bedeutende Handlung, als der Natur des Stoffes nach auf Situationen ankam, der Beschreibung der Scenerie und insbesondere der Naturschilderung ein großer Theil des Gedichtes eingeräumt, und es sind unserer Ansicht nach eben diese Partien, welche demselben einen verhältnißmäßigen Werth verleihen. Ganz vortrefflich in dieser Beziehung ist das achte Kapitel, worin der Sturm, bei Schloß Woodstock vorüberjagend, Rosamundens Hülfeschrei auffängt und ihn über’s Meer nach Frankreich bis in des Königs Zelt hinüberträgt, und nicht weniger das zweite Kapitel, worin Heinrich Rosamunden in nächtlichem Ritte nach Schloß Woodstock führt:

Es regt sich nichts, nicht Blatt, nicht Ast,
Kein Ton von Nachtigallen:
Es glaubt das Ohr, es höre fast
Die Mondesstrahlen fallen.
So klar-durchsichtig ist die Luft:
Man sieht der Nachtviole Duft
Wie Wölkchen aufwärts steigen.

In dem vorerwähnten Jahrbuche Argo ist der Dichter zuerst auch als N o v e l l i st aufgetreten. Die erste dieser Novellen „Tuch und Locke“ scheint uns in Ton und Colorit so sehr gelungen, daß wir durch die Frische und Lebendigkeit der vor uns entfalteten Situationen fast für die hier noch obwaltende Schwäche der Composition und ein paar kleine Ungeschicklichkeiten der Ausführung entschädigt werden; die zweite „James Monmouth“, welche wiederum aus der englischen Historie entnommen ist und in kühnen aber skizzirten Zügen das Schicksal der unglücklichen Stuarts erzählt, wüßten wir nicht besser zu charakterisiren, als wenn wir sie eine Fontanesche Ballade in Prosa nennen. Denn in der That besitzt sie alle Eigenthümlichkeiten und, soweit dieselben reichen, auch alle Vorzüge einer solchen, und überdies vielleicht das beste lyrische Gedicht des Verfassers:

Es zieht sich eine blutige Spur
Durch unser Haus von Alters,
Meine Mutter war seine Buhle nur,
Die schöne Lucy Walters.

Am Abend war’s, leis wogte das Korn,
Sie küßten sich unter der Linde,
Eine Lerche klang und ein Jägerhorn, –
Ich bin ein Kind der Sünde.

Meine Mutter hat mir oft erzählt
Von jenes Abends Sonne,
Ihre Lippen sprachen: ich habe gefehlt!
Ihre Augen lachten vor Wonne.

Ein Kind der Sünde, ein Stuartkind,
Es blitzt das Beil von weiten,
Den Weg, den alle geschritten sind,
Ich werd’ ihn auch beschreiten.

Das Leben geliebt und die Krone geküßt
Und den Frauen das Herz gegeben,
Und den letzten Kuß auf das schwarze Gerüst –
Das ist ein Stuart-Leben.

Das dem Erscheinen nach neueste Werk Fontanes, „Ein Sommer in London“, eine Frucht seines zweimaligen Aufenthalts daselbst, bestätigt uns, was wir vorhin über die dichterische Persönlichkeit des Verfassers gesagt haben. Bei aller Kenntniß des Landes, so wie seiner Geschichte und Literatur, womit ohne Zweifel ausgerüstet er dort die Dinge und Verhältnisse angeschaut, erhalten wir nicht sowohl eine Darstellung dieser Dinge selbst, als vielmehr des Eindrucks, den sie ihm zurückgelassen, und dadurch freilich ein ebenso interessantes als geistvolles Buch, worin fast jedes Kapitel sich zu einem kleinen abgeschlossenen Ganzen abrundet.
Indem wir hiemit von dem Dichter Abschied nehmen, können wir nicht umhin, auszusprechen, daß, so Schönes er auch geleistet haben mag, doch seine besten Leistungen unserer Ansicht nach noch in der Zukunft liegen, vorbehaltlich dessen, was sein Pult uns vielleicht noch verschließt.
Wie wir hören befindet er sich jetzt wieder in England, um ein Buch über die altenglische und schottische Balladenpoesie zum Abschluß zu bringen.
Quelle  
 
Storm, Theodor T h e o d o r F o n t a n e.
Literatur-Blatt des Deutschen Kunstblattes, Nr. 21, 18. Oktober 1855
 
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