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Ron Winkler und Tom Schulz

Freitag, 21. April 2017

20:00 UHR

Veranstaltungsort

ORi Berlin

Friedelstr. 8
12047 Berlin
lesebuehne(at)ori-berlin.de
www.ori-berlin.de

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Details

Ron Winkler und Tom Schulz stellen ihre neuen Gedichtbände im Wechsel vor. Poetry in Pingpong!

Ron Winkler: Karten aus Gebieten (Schöffling 2017).

Mit unserem Wahrnehmen formen und verformen wir die Orte, die wir erleben. Und sie bleiben gleichwohl vage, trotz all ihrer Präsenz – so vage wie wir uns selbst.
Ron Winkler taucht in seinen neuen Texten in jene Sphäre ein, wo sich das Vermittelbare und das Unvermittelbare wild durchdringen, gespeist von den vielen Eindrücken, die von Orten ausgehen können: flüchtig und labil, innig fasziniert, seltsam und verstörend, oft mit großer Wucht.
So unspezifisch die Geografie dieser Gedichte scheinen mag, so akut ist ihre Gegenwart aus Kulturenkonflikt und Kolonialisationsromantik, Cluburlaub und Aleppo. Ron Winkler zeigt die Brutalität des Gleichzeitigen und die seltsamen Harmonien des Disparaten.
Er schreibt Postkarten aus vertrauter Fremde, flektiert Landschaften ins Wunderbare, macht Liebe zur Sprache eines sinnlichen Taumels. »Auch Afrika / war Laub, an dem man zupfte wie schön, / wir waren uns / vollends keines Graus bewusst / im Delta / zwischen Soll und Ist.«

geboren 1973, studierte Germanistik und Mittelalterliche bis Neueste Geschichte in Jena, lebt als Lyriker und Über­setzer aus dem Englischen in Berlin.

Verschiedene Auszeichnungen: 2005 Leonce-und-Lena-Preis. 2006 Arbeits­stipen­dium des Berliner Senats, erostepost-Literatur­preis, Mondseer Lyrik­preis.
Morphosen. Texte (edition sisyphos, Köln 2002)
vereinzelt Passanten. Gedichte (KOOKbooks, Berlin 2004)
Fragmentierte Gewässer. Gedichte (Berlin Verlag, Berlin 2007)
Torp. Skizzen (sukultur, Berlin 2009)
Frenetische Stille. Gedichte (Berlin Verlag, Berlin 2010)
Torp. Kurznovellen (J. Frank, Berlin 2010)
Prachtvolle Mitternacht. Gedichte (Schöffling )

Tom Schulz, Die Verlegung der Stolpersteine (Hanser 2017). Lyrik wider das Vergessen, jenseits von Gedenktagen und Tagespolitik, bildstark und überraschend.

In seinen neuen Gedichten betreibt Tom Schulz poetische Gedächtnisbildung. Er steigt hinab in die „Keller, wo die Geweihe hängen“, steigt bis hinauf in die Kronen der Kirschbäume und setzt in jeder Schicht Erinnerungsmarken. Dabei beansprucht er das Phantomgedächtnis der Überlieferung, überblendet die eigene Erinnerung an die Kindheit in der DDR mit Szenen des brennenden Dresden und der Gegenwart der Pegida-Aufmärsche. Wohin uns diese Gedichte auch führen, nach Litauen, nach Mexiko oder zu den Kühen vorm Atomkraftwerk – Tom Schulz zeigt, dass das Stolpern, das Innehalten Bedingung ist für eine empathische Wahrnehmung der Welt, Bedingung für ihre Verbesserung.

Tom Schulz wurde am 18. August 1970 in Großröhrsdorf/Oberlausitz in der Nähe von Dresden geboren. Er wuchs in Ostberlin auf. Erste Gedichte veröffentlichte er 1989. Im Jahr 1997 erschien sein erster Gedichtband: Städte, geräumt
in der Laufschrift Edition. Er veröffentlichte seit 1992 in diversen Literaturzeitschriften wie in: ndl, Akzente, Manuskripte,
Bellatriste, Edit, Wespennest u.v.a. Von 1991 bis 2001 war er in der Baubranche in verschiedenen Firmen tätig. Seit 2002 arbeitet er als freier Autor in den Bereichen Lyrik, Prosa, Übertragungen. Er ist Mitherausgeber der Kneipenbuchreihe (zusammen mit Björn Kuhligk) im Berliner Taschenbuchverlag und Herausgeber der Anthologie: alles außer Tiernahrung – Neue Politische Gedichte (Rotbuch, Berlin, 2009). 2007 zog er nach Augsburg und wohnt seit 2011 wieder in Berlin. Er ist Dozent für Kreatives Schreiben und Lyrik-Workshops u.a. an der Universität Augsburg. Von 2011 bis 2014 leitete er die Schreibwerkstatt „open poems“ an der Literaturwerkstatt Berlin. 2016 erschien das Polen-Reisebuch „Das Wunder von Sadagora“.

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