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Ausstellungseröffnung: Zwischen den Fronten. Der Glasperlenspieler Hermann Hesse

Mittwoch, 13. Dezember 2017

20:00 UHR

Veranstaltungsort

Literaturhaus Berlin

Fasanenstr. 23
10719 Berlin
Tel.: 030-887286-0
literaturhaus(at)literaturhaus-berlin.de
www.literaturhaus-berlin.de

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Eintritt: frei

Details

Als erfolgreicher Autor des berühmten S. Fischer Verlags, dem er seit 1904 angehörte, war Hermann Hesse (1877-1962) in besonderer Weise mit Berlin verbunden, wenngleich er selbst nur ganz selten hier war. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hatte auch für Hesse, der seit 1924 wieder Schweizer Staatsbürger war und im Tessin lebte, weitreichende Konsequenzen, da ihn die Bindung an seinen Berliner Verlag in Abhängigkeit vom nationalsozialistischen Regime brachte, dessen Propagandisten ihn anfangs diffamierten und später ausmanövrierten. Einflussreiche emigrierte Publizisten indessen verurteilten aufs schärfste, dass Hesse nicht gegen die Veröffentlichung seiner Bücher und Texte in Deutschland vorging und sich nicht ausschließlich zur deutschen Exilliteratur bekannte. Redakteure Schweizer Zeitungen wiederum warfen Hesse mangelndes Verständnis des Schweizer Antisemitismus vor, der Anfang 1936 eine Niederlassung in Zürich des ins Exil getriebenen Teils des S. Fischer Verlags unausgesprochen mit verhindert hatte.
Fokussiert auf die Jahre von 1933 bis 1947, thematisiert die Ausstellung anhand vieler bislang unbekannter Materialien die vielschichtigen Verflechtungen, die Hesse zwischen der Schweiz, der deutschen Emigration und der Diktatur in Deutschland buchstäblich "zwischen die Fronten" geraten ließ.
Anlass für die Ausstellung ist die Möglichkeit, aus dem umfangreichen, bislang unveröffentlichten Briefwechsel Hesses mit seinem jüngsten Sohn Martin (1911-1968) einige ausgewählte Briefe präsentieren und dem Zeitgeschehen zuordnen zu können. Im Frühjahr 1932 hatte Martin Hesse noch einen Vorkurs am Bauhaus in Dessau belegen können und erlebte dort die politische Radikalisierung Deutschlands. In die Schweiz zurückgekehrt, entwickelte Martin Hesse aus der am Bauhaus angeregten Beschäftigung mit der Fotografie eine professionelle Passion: Von ihm stammen die beeindruckenden Aufnahmen der Kunstdenkmäler des Kantons Bern und unzählige Fotos seines berühmten Vaters.

Zur Eröffnung sprechen: ERNEST WICHNER (Begrüßung), GUNNAR DECKER,VOLKER MICHELS und LUTZ DITTRICH.

Öffnungszeiten: 14.12.2017 - 11.3.2018
Di bis Fr 14 - 19 Uhr // Sa, So 11 - 19 Uhr // 23. - 26. und 31.12.2017 sowie 1.1.2018 geschlossen
27. - 30.12.2017 von 14 bis 19 Uhr geöffnet

Eine Ausstellung des Literaturhauses Berlin

 

Für die Unterstützung des Projekts danken wir der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

 

 

Veranstalter