Der neue Bereich unseres Portals macht es sich zum Anliegen, die internationalen Literaturszenen Berlins zu kartographieren, die handelnden Personen und ihre Schauplätze sichtbar und zugänglich zu machen. 
Die Entstehung der Rubrik wurde durch eine Förderung des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht. 

Elizabeta Lindner

Autor/In

Übersetzer/In

Vermittler/In

Elizabeta Lindner Kostadinovska
© @E.L.

Steckbrief

source url Geboren am: 6.10.1971
Geburtsort: Skopje
Geburtsland: Mazedonien
Lebt in: Berlin, Neukölln


Ausgangssprache: Deutsch, Mazedonisch, Serbisch
Zielsprache: Mazedonisch, Deutsch
Arbeitssprache: Deutsch, Mazedonisch

Vita

Elizabeta Lindner, geb. Kostadinovska, studierte Germanistik an der Universität St. Kyrill und Method (2001, Dipl. Phil.) in Skopje und Neuere Deutsche Literatur und Slawistik (2002-2005 - Russisch und Südslawische Literatur) an der Universität Regensburg, wo sie 2005 ihr Studium abgeschlossen hat (Magistra Artium). In ihrer Magisterarbeit untersuchte sie die Bedeutung der Kabbala in Gustav Meyrinks Roman „Der Golem“.1999-2000 hatte sie ein DAAD-Semesterstipendium: Studium der Germanistik und Slawistik an der TU-Dresden Seit 2006 lebt sie in Berlin als freie Literaturübersetzerin, Herausgeberin, Autorin und Künstlerin. Seit 2007 Gründerin und Redakteurin des Literaturportals www.slovokult.de, ein Portal für mazedonische Literatur auf deutsch, das sie mit anderen literarischen Übersetzern gestaltet. Seit 2008 ist sie zusammen mit Igor Isakovski die Herausgeberin deutschsprachiger Bücher im Verlag Blesok und Organisatorin der Lesungen mit den übersetzten Autoren (bisher: Ingo Schulze, Benjamin Stein, Jürgen Nendza und Michael Krüger, plus Buchpräsentationen). Sie übersetzte auch für andere Verlage in Mazedonien. 2010 war sie künstlerische Leiterin der Lesungen bzw. der Buchpräsentationen makedonischer Autoren auf der Leipziger Buchmesse und Herausgeberin des ersten und bisher einzigen SlovoKult-Heftes zur Buchmesse Slovothek Nr.1. (im Auftrag der Aussteller des Landes Mazedonien) Nach dem frühen Tod des Verlegers Isakovski am 15.12.2014 übernimmt sie weitere Verlagsaufgaben und verlegt die geplanten und übersetzten deutschsprachigen Bücher im Verlag Blesok, mit dem sie immer noch kooperiert.Am 14. Juli 2015 gründet sie den Verlag SlovoKult::Literatur in Berlin, und 2016 das Online-Magazin SlovoKult::Liteartur/a auf Mazedonisch. Das Verlagsprogramm sieht zunächst mehrsprachige Lyrikbände vor. Seit 2016 kooperiert sie mit dem Kunstverein Art Equlibrium in Mazedonien, mit dem sie neben der gestarteten Lesereihe auch mehrere internationale Projekte plant. Seit mehr als zwei Jahrzehnten (seit 13 Jahren fast ausschließlich auf Deutsch) schreibt sie Lyrik und übersetzt eigene alte Kurzgeschichten ins Deutsche. Sie veröffentlicht Essays und andere Texte auf Mazedonsich und Deutsch. Ihre Gedichte wurden unter ihrem Geburtsnamen E. Kostadinovska in einigen deutschsprachigen Zeitschriften veröffentlicht, und ihre Collagen (mit Text) bei zwei Ausstellungen gezeigt. Im Mai 2017 hatte sie ihre erste Einzelausstellung in Skopje und für 2018 bereitet sie ihren ersten Gedichtband vor. 

6 Fragen

Was hat Sie nach Berlin verschlagen? Die Liebe? Der Zufall? Die Weltpolitik?

Der freie Wille und die Hoffnung, dass man von hier aus eine schönere Welt erreichen bzw. die Hässlichkeit der Welt korrigieren kann.


An Berlin liebe ich:

alles - die Vielfalt, die Freiheit, die Inspiration, die Menschen, das Leben. Leider sehe ich eine Gefahr für unsere Liebe, die heißt: Gentrification, Bürokratie, Ungerechtigkeit und die systematische Vernichtung von Qualität und Subkultur.


In Berlin vermisse ich:

Manchmal Geld, manchmal Zeit.


Ein Lieblingsort in Berlin:

die alte Volksbühne, Loophole, Sux, k-fetisch, Trödler.


Sind Sie in Berlin ein anderer Mensch, eine andere Autorin, ein anderer Autor als im Land Ihrer Herkunft? Inwiefern?

Ja, ich fühle mich zuhause, weil ich die Welt besser empfinden kann. Die internationale bunte Welt ist hier versammelt und man fühlt sich kosmopolitisch. Und ich schreibe selber auf Deutsch, das heißt ich selber gehöre zu einer Minderheit und in Berlin macht das auch einen Sinn.


Ein literarisches Werk, das ich gern geschrieben hätten:

Eigentlich reicht mir die Übersetzung literarischer Werke, die ich liebe: ich schreibe sie beim Übersetzen. Ein eigenes Werk ist auch auf dem Weg, hoffentlich ist das dann genau so schön, wie die Übersetzten.

Würdigung

2016 wurde sie für die Übersetzung des Erzählbandes"Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz mit der Übersetzerprämie des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ausgezeichnet

2014 - Preis für Lyrikübersetzung "Grigor Prlicev" verliehen vom Kollegium des internationalen Treffens literarischer Übersetzer in Makedonien für Paul Celan "Ausgewählte Lyrik".
(Der Preis wird seit 1974 für herausragende Lyrikübersetzung ins Makedonische verliehen)

2011 wurde sie für die Übersetzung des Romans "Holzfällen" von Thomas Bernhard mit der Übersetzerprämie des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ausgezeichnet

Seit 2010 mehrere Stipendien und Aufenthalte in Übersetzerhäusern und verschiedenen Städten: 
EÜK Straelen (DE, 2010, 2011, 2013, 2014), Looren (CH, 2011, 2015), Ventspils (LV 2014), in Wien (A, 2014), in Prag (CZ, 2015)
Arbeitsstipendien für Übersetzer:
Robert Bosch Stiftung (2010, 2015)
Kunststiftung NRW (2011, 2014)
Pro Helvetia (2011, 2015)
DAAD (2013)
Österreichische Gesellschaft für Literatur (2014)

Werk

Veröffentlichungen in deutscher Sprache

Originalwerke

Heiner Müller - Germania Tod in Berlin, Theaterstück ("Германија смрт во Берлин")

Ars Lamina Skopje2016/2017 Belletristik

Übersetze Werke

Peter Handke - Kürzer Brief zum langen Abschied, Roman ("Кратко писмо за долга разделба")

Ars Lamina Skopje2017 Belletristik

Zeitgenössische mazedonische Theaterstücke von Goran Stefanovski, Žanina Mirčevska, Selma Ali, Saško Nasev und Kole Čašule - ins Deutsche für eine mehrsprachige Anthologie

KSC Skopje2016 Belletristik

Jürgen Nendza – An manchen Tagen Lyrik (dreisprachig MK, DE, EN - „Во некои денови”, „On some days“)

Blesok Skopje2014 Belletristik

Rainer Maria Rilke – Ausgewählte Lyrik , ("Избрана поезија")

KSC Skopje2014 Belletristik

Heiner Müller - Germania Tod in Berlin, Theaterstück ("Германија смрт во Берлин")

Ars Lamina Skopje2016/2017 Belletristik

Ekrem Bey Vlora – Lebenserinnerungen 1912-1925 ("Сеќавања од животот 1912-1925)

Foundation Open Society–Macedonia2015 Sachbuch

Paul Celan – Ausgewählte Lyrik (Niemandsrose, Sprachgitter und Auswahl aus Mohn und Gedächtnis)

KSC Skopje2014 Belletristik

Michael Krüger – Nach der Natur, ausgewählte Gedichte („После природата“, избрана поезија),

Blesok Skopje2012 Belletristik

Herausgeberschaften

W.G. Sebald - Die Ringe des Saturn, Roman ("Прстените на Сатурн")

Art Equilibrium + SlovoKult::Literatur Berlin2017 Belletristik

Christian Kracht - Imperium, Roman ("Империја") in Kooperation

Blesok Skopje + SlovoKult::Literatur Berlin2015 Belletristik

Judith Schalansky – Der Hals der Giraffe Roman („Вратот на жирафата")

Blesok Skopje2013 Belletristik

Wilhelm Genazino - Das Licht brennt ein Loch in den Tag, Prosa („Светлината гори дупка во денот“)

Blesok Skopje2013 Belletristik

Benjamin Stein – Die Leinwand, Roman („Платно“)

Blesok Skopje2011 Belletristik

Ingo Schulze – Adam und Evelyn, Roman („Адам и Евелин“)

Blesok Skopje2010 Belletristik

Wilhelm Genazino – Mittelmäßiges Heimweh , Roman („Просечна носталгија“)

Blesok Skopje2009