Der neue Bereich unseres Portals macht es sich zum Anliegen, die internationalen Literaturszenen Berlins zu kartographieren, die handelnden Personen und ihre Schauplätze sichtbar und zugänglich zu machen. 
Die Entstehung der Rubrik wurde durch eine Förderung des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht. 

Mati Shemoelof

Autor/In

Übersetzer/In

Mati Sheomoelof bei einer Ausstellung über Juden in Berlin. 2016
© Photo: Stéphane Vaquero

Steckbrief

Geboren am: 11.7.1972
Geburtsort: Haifa
Geburtsland: Israel


Ausgangssprache: Hebräisch, Englisch, Deutsch
Zielsprache: Die ganze Welt
Arbeitssprache: Hebräisch, Englisch

Vita

Mati Shemoelof ist Poet, Autor, Lektor, Journalist. Sein vielfältiges Werk umfasst Lyrik (5 Gedichtbände), Dramen und Prosa. Viele seiner Arbeiten haben Anerkennung und Preise gewonnen und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Matis erste Kurzgeschichtensammlung “Remnants of the Cursed Book” erschien 2015 bei Kinneret Zmora-Bitan Dvir, dem führenden Verlagskonzern in Israel. Er lektorierte ein breites Spektrum an Zeitschriften und Magazinen in den Themenbereichen Lyrik und Kultur. Gemeinsam mit dem Dichter Roy Chiki Arad war er Mitbegründer der "Guerrilla Culture" Bewegung.Für sein Werk erhielt er unter anderem den Preis “Best Poetry Book of the Year” (Bester Gedcihtband des Jahres; vom National Art Trust der Nationallotterie, 2001) und “Best Poetry Book of the Year” (Bester Gedichtband des Jahres; von der Haifa Kulturstiftung, 2006). Sein Stück “What has become of independence day” wurde beim Small-Bama Festival der Universität in Tel Aviv gezeigt. “Haaretz” wurde beim im Jahr 2011 jährlichen Short Story Contest (Kurzgeschichten-Wettbewerb) lobend erwähnt. Im Jahr 2013 gewann er den Acum Preis for “Advocating Literature” in Israel.2014 hielt er Gastlesungen an der Chicago University und an der Cornel University 2015 wurde er an die Universität in tel Aviv eingeladen. An der Universität in Basel las er im Jahr 2016 aus seinen Gedichten im Rahmen der Veranstaltung Mizrahi Poetry. Im selben Jahr wurde er zum ID Festival nach Berlin eingeladen. Im Jahr 2017 rief er für das Musrara Mix Festival in Jerusalem eine “poetische Show” ins Leben.Matis Gedichte erschienen in verschiedenen Magazinen, unter anderem dem Zeek Magazine, Words without borders, Big Bridge und “Märchenland: Die beteiligten Autoren setzten sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinander“.Als Lektor arbeitete er bisher an einer Vielzahl von Magazinen und Abhandlungen, die sich zumeist mit Themen aus dem Bereich Lyrik und Kultur auseinandersetzen. Darunter sind Arbeiten wie “Echoing Identities” (Am-Oved 2007), eine der am häufigsten aufgerufenen und zitierten akademischen Arbeiten zu israelischen Autoren der dritten Generation, sowie “Aduma” (Red) – eine Gedichtsammlung, von der die ersten drei Auflagen innerhalb kürzester Zeit verkauft wurden und die als eine der erfolgreichsten und originellsten Literaturveröffentlichungen des letzten Jahrzehnts in Israel gilt.Mati veröffentlicht seine Texte regelmäßig bei Israels führenden Medien, unter anderem in Israel Hayom (Israels führender Tageszeitung), für die er eine wöchentliche Kolumne und Literaturrezensionen verfasst. Für Mako (die Internetnachrichtenseite von Keshet – Israels führender Fernsehsender) schrieb er ebenfalls eine wöchentlich erscheinende Kolumne. Außerdem veröffentlichte er Texte auf Ynet (Israels bekanntester Nachrichtenseite), NRG (Israels drittbekanntester Nachrichtenseite) und auf Walla (Israels bekanntestes Portal). Er trat häufig im Fernsehen auf, ander anderem als Gast und Panelteilnehmer bei Popolitika (öffentlich-rechtlicher Sender), Owls (Kulturkanal); Channel 10 Nachrichten und viele mehr.Er war Mitbegründer der Israel Poets Union (Israelischer Dichterverband) und der israelischen Bewegung “Culture Guerilla”, die Poesie als eine zugängliche Kunstform propagiert und die politische Sache mittels öffentlich dargestellter Kunst unterstützt. Trotz der exklusiven Natur der Poesie und der Dichterlesung konnte die Bewegung bei zeitgenössischen wirtschaftlichen und sozialen Veranstaltungen von hohem Profil wesentliche Erfolge verbuchen und schaffte es auf die Titelseiten israelischer Medien, wurde aber auch in den internationalen Medien erwähnt (beispielsweise in der New York Times).Jetzt lebt Mati Shemoelof in Berlin. 2017 wird er seinen sechsten Gedichtband veröffentlichen. Er arbeitet zur Zeit ebenfalls an seinem zweiten belletristischen Werk. Er ist einer der Gründer von „Poetic Hefla“ – einer multilingualen Veranstaltungsreihe für Poesie, Schauspiel und Parties. Das Ziel von „Poetic Hefla“ ist es, einen nahöstlichen Ort in Berlin zu schaffen, an dem in verschiedenen Sprachen gelesen, performt, gesungen wird. Es kombiniert die arabische Partykultur (Hafla) mit klassischem HipHop Poetry Slam.

6 Fragen

Was hat Sie nach Berlin verschlagen? Die Liebe? Der Zufall? Die Weltpolitik?

Die Lyrik brachte mich nach Berlin. Im Jahr 2012 wurde ich zu einem Übersetzerworkshop eingeladen. Zufällig habe ich mich in Berlin verliebt, wir haben geheiratet und erwarten gerade unser erstes Kind. Poesie und Liebe sind hier also zufällig aufeinanderg


An Berlin liebe ich:

Der Frieden. Hier gibt es keinen Krieg mit einer anderen Nation und Deutschland besetzt auch kein anderes Land. Abgesehen davon genieße ich den entspannten Lebenstil.


In Berlin vermisse ich:

Ich vermisse, was alle Immigranten vermissen. Ihre Liebsten: Familie und Freunde; ihr Heimatland, das Klima des Nahen Ostens, das Essen und so viel mehr.


Ein Lieblingsort in Berlin:

Das Tempelhofer Feld. Es ist eine lebendiges Wesen.


Sind Sie in Berlin ein anderer Mensch, eine andere Autorin, ein anderer Autor als im Land Ihrer Herkunft? Inwiefern?

Ja. Berlin hat mich sehr verändert. Ich werde offener mit meiner Homosexualität, in fortwährenden Translationen mit den Menschen, denen ich begegne.


Ein literarisches Werk, das ich gern geschrieben hätten:

„2666“ von Roberto Bolanio

Würdigung

PREISE UND AUSZEICHNUNGEN
2015  Bestes Buch des Jahres, Yekum Tarbut. Israel.
2014  Arabisch-Jüdische Text Konferenz, Chicago University. USA.
2014  Digital Roundtable Conference, Cornell University. USA.
2014  Rabinovich Foundation Prize. Israel.
2014  Zeitgenössische Israelische Lyrik aus Berlin. Deutschland.
2013  Acum Stipendium. Israel.
2012  Übersetzungsworkshop, Literaturwerkstatt Berlin. Germany.
2011  Lobende Erwähnung, Haaretz Annual Short Story Contest. Israel.
2011   Lobende Erwähnung,  Einat Annual Science Fiction Short Story Contest.             Israel    
2010  Rabinovich Foundation Prize. Israel.
2009–2010  Living Stipends, Fakultät für Hebräische Literatur, The Hebrew                                       University of Jerusalem. Israel.
2008–2010  Full Graduate Stipendium, ISEF, The Hebrew University of Jerusalem. Israel.
2008–2010  Herzl Stipendium, Das Cherrick Center für Zionismus-Studien, The                                             Hebrew University of Jerusalem. Israel.
2007–2008  Stipendium der Exzellenz, The Mandel Institute of Jewish Studies, The                           Hebrew University of Jerusalem. Israel.    
2006  Bester Gedichtband des Jahres, Haifa Cultural Foundation. Israel.
2003–2006  Dean's Award für Akademische Exzellenz, The Department of General                            History, University of Haifa. Israel.
2006  Forschungsstipendium, CSUS, University of Haifa. Israel.
2006  Iraqi Jews Foundation Stipendium für dieArbeit am zweiten Buch. Israel.
2006  Haifa Cultural Foundation Stipendium für die Arbeit am zweiten Gedichtband. Israel.2006  Exzellenzstipendium, University of Haifa. Israel.
2003-2006  Full Graduate Stipendium, ISEF, University of Haifa. Israel.                 
2001  Bestes Debüt des Jahres Kategorie Lyrik , National Lottery Art Trust. Israel.

Werk

Veröffentlichungen in deutscher Sprache

Originalwerke

Last tango in Berlin

Booxilla2014 Lyrik

Appetite for hunger

Nahar Sfarim Publishers2013 Lyrik

Poetry between Shemoelof and Hazaz

Yaron Golan Publishers2006 Lyrik

Remnants of the Cursed Book

Zomra Bitan Publishers2014 Prosa

Why don't i write Israeli love songs

Nahar Sfarim Publishers2010 Lyrik

Scar minimizer

Gwanim Publishers2001 Lyrik

Übersetze Werke

Every Poison Holds Too Much Magic

Maarav Journal2016 Kurzgeschichte

Jerusalem Celestial

Amadeus2015 Lyrik

In an Entire Ruined Village and at the Jaffa Expulsion

Zeek Magazine2012 Lyrik

The Black River

The Bombay Review2016 Kurzgeschichte

We Need Another Time Machine

Pardes Publishers2013 Short Story

Why Don’t I Write Israeli Love Songs

Fusion Big Bridge2011 Lyrik

Herausgeberschaften

Avodat Giluy

Guerrilla Culture Publishers2012 Zeitschrift

The Tent Poetry

Guerrilla Culture Publishers2011 Gedichtsammlung

The Influence of the Palestinian Nacba on the Hebrew Poetry

Pardes Publishers2010 Wissenschaftliche Texte

To Get Out!

Guerrilla Culture Publishers2009 Zeitschrift

Eastward: A Literary Journal, Issue 13.

Bimat Kedem Publishers2007 Zeitschrift

Echoing Identities

Am Oved Publishers2007 Artikel

Eastward: A Literary Journal, Issue 12.

Bimat Kedem Publishers2006 Zeitschrift

Larochav Magazine

Guerrilla Culture Publishers2012 Zeitschrift

The Best Poems of Guerrilla Culture

Pardes Publishers2010 Gedichtsammlung

We Will Not Leave: Photography and Poetry from Sheikh Jarrah

Guerrilla Culture Publishers and Activestills2010 Zeitschrift

Eastward: A Literary Journal, Issue 15.

Bimat Kedem Publishers2008 Zeitschrift

Eastward: A Literary Journal, Issue 14

Bimat Kedem Publishers2007 Zeitschrift

Red

Guerrilla Culture Publishers2007 gedichtsammlung