Ingeborg Arlt

© Franziska Günther

Steckbrief

geboren am: 13.5.1949
geboren in: Berlin-Friedrichshagen
lebt in: Brandenburg Hav.

Vita

Ingeborg Arlt wurde 1949 in Berlin-Friedrichshagen als Kind unverheiratet miteinander lebender Eltern geboren. Die Familie zog 1950 nach Pritzwalk und war 1953 keine mehr: Der Vater ging nach Westberlin; die Mutter, Gertrud Arlt, erzog die Tochter allein. Die Mutter, die ihr Geld mit so wenig anerkannten Arbeiten wie Putzen verdiente, war häufig krank. Sie wurde früh invalidisiert und damit auch früh die Kindheit der Tochter beendet, denn das Verantwortungsverhältnis kehrte sich um. Zu den nachhaltigsten Kindheitserfahrungen Ingeborg Arlts gehört, dass es die täglich erfahrene Armut in der DDR offiziell gar nicht gab. 1965 bestand die Autorin die Abschlussprüfungen der 10. Klasse und begann, da für sie die finanzielle Selbständigkeit wichtiger war als ein Beruf, in einer Bibliothek als unausgebildete Hilfskraft zu arbeiten. Sie nahm in den Folgejahren alle Ausbildungsgelegenheiten wahr und beendete 1972 ein bibliothekarisches Fernstudium. Seit 1970 lebt sie in Brandenburg an der Havel. Ihre Existenz als Diplom-Bibliothekarin sicherte ihre andere als Schriftstellerin; aber sie behinderte sie auch. Wenn man nur der Literatur nahe ist und dem Literaturbetrieb fern, bleibt die Zahl der Veröffentlichungen hinter der Menge des Geschriebenen zurück. Für ihr Buch "Das kleine Leben" erhielt Ingeborg Arlt 1987 den Anna-Seghers-Preis, für ihr Buch "Die Hure und der Henker" 2007 den C.S.Lewis-Preis. 2010 erschien der autobiografische Erzählungsband "Nebenfrau".

Würdigung

1987 Anna-Seghers-Preis


1991 Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg


2000 Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung


2001 Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung


2003 Stipendium Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf


2007 C.S.Lewis-Preis


2019 Writer in Residence, Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte, Meran


 

Aktuelles

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Frei und unverzagt: Gebete der Hoffnung

Verlag Kreuz GmbH 2017

Brandenburgisches Hausbuch: Geschichten und Gedichte, Lieder, Bilder und Berichte aus dem alten Brandenburg

Husum 2013-03Romanauszug

Versnetze_sechs

Verlag Ralf Liebe 2013Lyrik

Versnetze fünf

Verlag Ralf Liebe 2012Lyrik

Versnetze_vier

Landpresse 2011-09-01Lyrik

www.wir.wahren.worte.de

petit edition / Potsdam 2011Erzählung

Lyrik der DDR

Fischer, S., Verlag GmbH 2009-09-09Lyrik

Cordiers Geschichtenmarkt

Verlag F.W. Cordier 2006Erzählung

Musen u. Grazien in der Mark

Lukas Verlag 2002Lyrik

Argonautenschiff

Aufbau Verlag 1999Romanauszug

Argonautenschiff

Aufbau Verlag 1995Erzählung

Durch den Tag laufen

Tribüne 1989Lyrik

Die eigene Stimme

Aufbau Verlag Berlin 1988Lyrik

Petzow - Villa der Worte: Das Schriftstellerheim in Erinnerungen und Gedichten

Verlag für Berlin-Brandenburg 2016-01-18Prosa

Das chrismon-Fastenlesebuch

Hansisches Druck- und Verlagshaus 2013-01-08Erzählung

Doppelnaht: Fünf Briefwechsel zu deutsch-deutschen Einheit

Klöpfer und Meyer 2012-09-10Briefe

Der Wirt packt aus: Zwölf Variationen zur Weihnachtsgeschichte

Wichern-Verlag 2011-10Erzählung

Jahrbuch der Lyrik 2011

Deutsche Verlags-Anstalt 2011-03-08Lyrik

Versnetze_drei: Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart

Landpresse 2010-08-31Lyrik

Versnetze_zwei: Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart

Landpresse 2009-09-01Lyrik

Cordiers Geschichtenmarkt

Verlag F.W. Cordier 2005Erzählung

Shakespeare 66

Muriverlag 2001Lyrik

Dieser miese schöne Alltag

edition rotdorn 1998Erzählung

Selbstbildnis zwei Uhr nachts

Aufbau Verlag Berlin 1989Lyrik

Erographie

Eulenspiegel Berlin 1989Lyrik

Der Droste würde ich gern Wasser reichen

Faude Verlag 1987Lyrik

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Poesiealbum neu "My generation"

Harfe-Verlag, Rudolstadt 2018Lyrik

Namenszauber, SIGNUM

Dresden 2 / 2002111 - 113

Den Erlkönig gibt es, SIGNUM

Dresden 1 / 2005 95 - 97

Die Warnung, SIGNUM

Dresden 2 / 2005 53 - 57

Müllers List, SIGNUM

Dresden 1 / 2007 78 - 86

Schneetag, SIGNUM

Dresden 1 / 2003 66

Herausgeberschaften

Kinder, die wir waren: Autoren aus Brandenburg und Berlin erzählen

Verlag für Berlin-Brandenburg 2014-10-20Anthologie

Wir wahren Worte. Neue Texte aus Brandenburg

petit édition Potsdam 2010-12-20Anthologie

Über Werk / Autor

Meißgeier: Identitäten

Frank & Timme, Berlin 2016

Waberski: Veränderungen

edition ebersbach 1997Dissertation (Kapitel)

sonstige Werke

Texte zu Künstlerbüchern der Malerin Sigrid Noack: Gedicht „Die Mittsommernacht“ im gleichnamigen Künstlerbuch 1996; Gedicht „Schneetag“ im gleichnamigen Künstlerbuch 1996; "Schneetag" und „Unter Schlittschuhläufern“, Gedichte, im Objekt "Glaziale Kaskade"1996;  Essay „Berührung“ im gkeichnamigen Künstlerbuch,  1997; Gedichte im Künstlerbuch „Nihon No E. Bilder aus Japan“, 1999; „Kleine Kater hassen das“, Bilderbuchtext, 2002; Gedicht "Was soll ich, Sonne" in „Sonnenzauber“, 2003; Essay "Müllers List" im Künstlerbuch "Winters Eis" 2006; Essay "Urzeichen" im Künstlerbuch "Vor dem Anfang" 2009; Gedicht "Die Türen" im Künstlerbuch"Zugetan und aufgeschlossen";  Aufsatz "Begeisterung" im Künstlerbuch "Paracelsus - Freund der Geister" 2018


 


"PEN-Mitglied Ingeborg Arlt kritisiert Bürgermeister-Aussagen"


Offener Brief in der Lausitzer Rundschau vom 22. Mai 2014 an den Bürgermeister der Stadt Guben, Fred Mahro. (Die Künstlerin Sigrid Noack ist mit ihren Arbeiten in mittlerweile 90 Museen und Sammlungen des In- und Auslands vertreten, aber 80 % ihrer für den Öffentlichen Raum ihrer Heimatstadt Guben geschaffenen Werke wurden zerstört.)


Sehr geehrter Herr Mahro, in einem am 14. Mai veröffentlichten Interview sagten Sie: "Menschen, die sich aus Deutschland über die Kunst in unserer Stadt äußern, ohne je hier gewesen zu sein, sind für mich sekundär." Diese Meinung mag einem Territorialfürsten anstehen, von Ihnen ist sie nicht hinnehmbar. Sie verkleinern das zivilgesellschaftliche Engagement außerhalb Gubens Wohnender zur Einmischung "Außenstehender". Sie unterstellen Bürgern, die von ihrem in der Verfassung verankerten Petitionsrecht Gebrauch machen, dass sie sich ihre Meinung nicht "auf Basis eigener Erlebnisse" bilden. Am 25. Juni 2013, in einer Rede vor dem Oberhaus des Australischen Parlaments, nannte die Senatorin Sue Boyce eine Arbeit von Sigrid Noack "absolutely stunning", absolut toll. Diese australische Senatorin muss also, wenn ich Sie recht verstehe, erst in Guben gewesen sein, um einen künstlerischen Wert zu erkennen und damit auch eine Wertvernichtung?



Und die Meinung der Kenner - wie viele wollen Sie denn? Es haben Künstler, Kunstfreunde, Museumsfachleute und Kunstwissenschaftler an die Stadt Guben geschrieben. Keinem ihrer Hinweise sind Sie gefolgt!


Und was die Aktenlage betrifft: Nach dem Kommunalvermögensgesetz § 2 gehörte der Brunnen der Stadt. Wenn es bei einem drei Jahre zurückliegenden Grundstücksverkauf "keine klare Aktenlage" gäbe, müsste man den Fall untersuchen. In der Stadtverordnetenversammlung am 26. November 2011 sagten Sie noch: "Der Investor ist … durch uns vertraglich gebunden worden, adäquat zu den zurückgebauten öffentlichen Anlagen neue zu ersetzen." Den Vertrag muss es also auf jeden Fall geben. Zumal Fördermittel in die Restaurierung der Fischköpfe flossen und Sie am 2. Dezember 2011 in der LR einen Wettbewerb zur Schaffung von "Ersatz" auslobten.


Herr Bürgermeister! Mit einem anständigen Verhalten Ihrerseits gegenüber der Künstlerin rechne ich nicht mehr. Doch gestatten Sie mir, mich zu wundern. Warum, wenn die Meinung Außenstehender über Gubener Vorgänge für Sie sekundär ist, haben Sie ein Amt inne, in dem Sie Guben nach außen vertreten?



 


Der Bücherpastor", Film von Dr. Christina Iglseder (Ausschnitt Autorenlesung)

Zuletzt durch Ingeborg Arlt aktualisiert: 01.08.2019

Literaturport ID: 87