Das Literaturhaus Wien, eines der wichtigen Literaturzentren Österreichs, entwickelte und betreut das erste Poets-in-Residence Programm des Landes, gestiftet wird es vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Eingeladen sind Poet:innen aus Europa und der Welt, sich für eine Friederike-Mayröcker-Residence zu bewerben.
Die bedeutende österreichische Dichterin Friederike Mayröcker (1924-2021) lebte die letzten 21 Jahre in einer vom Literaturhaus Wien verwalteten Wohnung in einem Gründerzeithaus im 5. Wiener Gemeindebezirk und sie verwandelte die ca. 80m2 große Dachgeschosswohnung, zu der auch eine Dachterrasse gehört, in einen vom Schreiben und Lesen durchdrungenen Ort.
Dieser besondere Ort soll auch in Zukunft eng mit Literatur verbunden sein: So steht die Wohnung seit Jänner 2025 Literat:innen zur Verfügung, die in Anknüpfung an Friederike Mayröcker schreibend einen eigenen Kosmos erschaffen.
Das Programm richtet sich an Poet:innen jeden Alters, die inhaltlich, stilistisch und/oder formal besondere Wege gehen und deren Lebensmittelpunkt außerhalb Österreichs liegt – es zielt insbesondere auch darauf ab, den interkulturellen Austausch zu fördern und der Vielfalt, den Tendenzen sowie den aktuellen Entwicklungen in den poetischen Diskursen und Konzepten in unterschiedlichen Ländern nachzuspüren. Poet:innen, die am Programm teilnehmen, soll Gelegenheit geboten werden, sich mit der österreichischen Literaturszene zu vernetzen. Sie werden zu Gesprächen und Begegnungen mit Autor:innen und Vertreter:innen der Literaturbranche eingeladen.
Als zusätzliches Angebot ist mit dem Residence-Aufenthalt die Einladung zur Teilnahme am Internationalen Poesiefestival verknüpft, das seit Juni 2025 jährlich vom Literaturhaus Wien in Kooperation mit der Internationalen Erich Fried Gesellschaft veranstaltet wird.
Informationen kompakt:
– Die Stipendien für 2026 werden in folgenden 5 Zeiträumen angeboten: Jänner+Februar, März+April, Mai+Juni, September+Oktober, November+Dezember.
– Eine Anwesenheit für zumindest 80% der Residence-Programmdauer ist Voraussetzung für die Gewährung eines Stipendiums.
– Eine dreiköpfige internationale Jury entscheidet über die Vergabe der jährlich 5 Stipendien.
– Die Stipendien umfassen: Aufwandsentschädigungen von EUR 2.000/Monat, Erstattung der Reisekosten nach Wien und retour, 2 x „31-Tage-WIEN“-Ticket für die Benutzung des öffentlichen Verkehrs, sowie bei Bedarf eine Krankenversicherung.
– Ein Aufenthalt mit Partner:in und/oder Kind ist möglich.
– Die Wohnung ist nicht barrierefrei.
Die Jury
Heike Fiedler, *1963, lebt und arbeitet seit 1987 in Genf. Autorin, Performerin, Bild- und Lautpoetin. Seit 2000 performt sie ihre Texte unplugged und/oder mit Laptop, modul8, realtime-Elektronik; forscht zu performance writing. Hörstück phonetica helvetica zur realen Sprachenvielfalt in der Schweiz, in Afrika usw. Bücher (u. a.): langues de meehr (2010), Tu es! hier. Gedichte & Sprechtexte (2022). „Ein zentrales Anliegen der Poetik Heike Fiedlers ist die Simultaneität der verschiedenen Sprachen in der alltäglichen wie der poetischen Verwendung“, schreibt Franz Mon.
Josef Haslinger, *1955, zählt seit dem Erscheinen des Politthrillers Opernball (1995) zu den wichtigsten zeitgenössischen Autor:innen der deutschsprachigen Literatur. 1977 bis 1992 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Wespennest. 1992 Mitbegründer der antirassistischen Plattform „SOS Mitmensch“, 1996-2021 Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Zahlreiche Veröffentlichungen, Preise und Auszeichnungen. Bücher zuletzt: Jáchymov (2011), Child in Time (2019), Mein Fall (2020).
Monika Rinck, *1969, lebt in Berlin und Köln. Seit 1998 veröffentlicht sie Gedichte, Essays und Übersetzungen. Sie betreibt online das Begriffsstudio, ein eigenwilliges sprachgeschichtliches Archiv der letzten 25 Jahre, und ist u. a. Trägerin des Ernst-Jandl-Preises, des Kleist-Preises und des Hölderlin-Preises der Stadt Bad Homburg.
Von 2020-2023 war sie Co-Leiterin des Instituts für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst in Wien; seit 2023 unterrichtet sie als Professorin an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Zuletzt erschien 2024 der Gedichtband Höllenfahrt & Entenstaat.
Bewerbung – auf Deutsch oder Englisch / im PDF-Format
Voraussetzung ist zumindest eine selbständige Veröffentlichung (Buch, E-Book, DVD, CD) – entweder im deutschen bzw. englischen Original und/oder in deutscher bzw. englischer Übersetzung.
– Lebenslauf mit Publikationsliste
– Motivationsschreiben (max. 1 DIN A4 Seite)
– Bekanntgabe von Arbeitsvorhaben während des Aufenthalts
– Bekanntgabe des Wunschzeitraums für den Aufenthalt
– Bewerbungsfrist: ab sofort bis 31. Mai 2025
– Bewerbungen ausschließlich an: mayroecker1residence@gmail.com
Bitte beachten Sie, dass Bewerbungen nur per E-Mail und ausschließlich im PDF-Format erfolgen können – bevorzugt ist 1 PDF mit der Gesamtbewerbung und keine Einzeldateien.
Es werden keine Unterlagen retourniert.
Alle Bewerber:innen werden vom Ergebnis schriftlich benachrichtigt; bitte beachten Sie, dass keine Begründung für die Entscheidung der Jury erfolgt.
Nicht fristgerecht eingebrachte Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden.
Zu- und Absagen erfolgen spätestens im November 2025.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Initiatorin des Progamms:
Projektleiterin Dr. Anne Zauner: a.zauner@literaturhaus.at
Das Friederike-Mayröcker-Residence-Programm richtet sich an Poet:innen jeden Alters, deren Lebensmittelpunkt außerhalb Österreichs liegt.