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Der Spleen von Paris. Studio LCB: Simon Werle

Dienstag, 22. Oktober 2019

19:30 UHR

Cover »Der Spleen von Paris« © Rowohlt Verlag

Veranstaltungsort

Literarisches Colloquium Berlin e.V.

Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Tel.: 030/ 816 996 -0
Fax.: 030/816 996 19
mail(at)lcb.de
www.lcb.de

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Eintritt: 8 € / 5 €

Details

Im Gespräch mit Walburga Hülk und Heinz Schlaffer
Moderation: Katharina Teutsch
 
Baudelaire gilt heute als Begründer der modernen Großstadtpoesie und als Prototyp des modernen Dichters. Während Flaubert von seinem Zensurprozess gegen Madame Bovary profitierte und bald in den höchsten Gesellschaftskreisen verkehrte, blieb Baudelaire wegen seines vermeintlichen „Immoralismus“ ein Außenseiter. Der glühende Revolutionär gehörte zum poetischen Prekariat des Zweiten Kaiserreichs. Und er schrieb über prekäre Existenzen: über Trinker, Bettler, Huren und Tagelöhner. Simon Werle hat nach den »Fleurs du Mal« nun auch Baudelaires zweite große Gedichtsammlung neu übersetzt. Der »Spleen de Paris« steht im Zentrum dieses Abends. Frankreich unter Napoléon III war zwischen restaurativen und modernisierenden Kräften gespalten. Unzählige Pariser hatten durch den Hausmannschen Kahlschlag ihr Zuhause verloren. Während die Monarchie sich in glanzvollem Retrochic präsentierte, hatte die Gesellschaft mit allen möglichen Modernisierungsschüben zu kämpfen. Neue Eisenbahnlinien zerschnitten das Land. Außerhalb Frankreichs nahm das koloniale Wettrüsten seinen Lauf. Die Börsenspekulation und der großstädtische Konsum, aber auch das Elend der Grubenarbeiter prägen die Jahrzehnte im Zweiten Kaiserreich. Fortschritt, das hat Baudelaire geschrieben, sei die „Abnahme der Seele und die Zunahme der Materie“. Mit Simon Werle diskutieren die Literatur- und Kulturwissenschaftler Heinz Schlaffer und Walburga Hülk. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. Sendedatum: 26. Oktober 2019, 20.05 Uhr.
Eintritt 8 € / 5 €

Veranstalter