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Porträt der Dichterin Margret Kreidl

Donnerstag, 27. Februar 2020

19:30 UHR

Margret Kreidl © Lucas Cejpek

Veranstaltungsort

Haus für Poesie

Knaackstr. 97
10435 Berlin
http://www.haus-fuer-poesie.org

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Eintritt: 6/4 €

Details

Lesung & Gespräch mit Margret Kreidl Autorin, Wien | Moderation Tom Schulz Autor, Berlin

Im Werk der österreichischen Schriftstellerin Margret Kreidl (geboren 1964 in Salzburg) tritt die Sprache über die Gattungsgrenzen und setzt alles unter poetisches Wasser. Sie schreibt Klein- und Kleinsttexte mit hoher Datenkompression und Packungsdichte, seien es nun Listengedichte, Abzählreime, hintersinnige Eigenkommentare oder alpenländische Trivial-Miniaturen, in denen Kreidl telefonbuchdicke Schmonzetten kunstvoll auf eine Halbseite zusammenschnurren lässt. In Einfache Erklärung (Edition Korrespondenzen 2014) legt sie gar eine neu durchalphabetisierte Traumdeutung vor (von Anfanggasse über Quittenbitte bis hin zum Zettelweg). Es ist auch ein sprachliches Ein- und Ausgehen in den Träumen und Nachtmahren bewunderter Kolleginnen wie Ilse Aichinger, Clarice Lispector und Helga M. Novak.

Kreidl ist eine virtuose Meisterin des logischen Kurzschlusses, wie ihn der Nonsens-Vers produziert. In ihren Gedichten kommt sie so auf direktem Wege von Clooney auf Heidegger, von Schachtelhalm auf René Char und von einer Tasse Kaffee auf die Husserl’sche Phänomenologie. Aber noch das verspielteste Gedicht wird bei Kreidl zu einer Reibefrucht, die den harten Kern einer Revolution enthält.

Von Kreidl liegen zahlreiche Bücher vor, zuletzt Zitat, Zikade. Zu den Sätzen (Edition Korrespondenzen 2017) und Hier schläft das Tier mit Zöpfen. Gedichte mit Fußnoten (Berger Verlag 2018).

Mit Tom Schulz spricht Margret Kreidl über ihr Werk und liest ihre Texte.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Österreichische Kulturforum

Veranstalter