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"Jeder Tag wie heute"

Dienstag, 03. März 2020

10:00 UHR

© Pavel Bolo

Veranstaltungsort

Bezirkszentralbibliothek "Mark Twain"

Marzahner Promenade 55
12679 Berlin
Tel.: +493054704-154
bibl.service(at)ba-mh.berlin.de
www.berlin.de/bibliotheken-mh

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Eintritt: frei

Details

Adam Schumacher, der Held dieses Debütromans von Ron Segal, ist ein neunzigjähriger israelischer Schriftsteller und Holocaust-Überlebender. Einst vor den Nazis geflüchtet, reist er nun, viele Jahre später, zum ersten Mal zurück nach Deutschland, um für ein Literaturmagazin seine Erinnerungen aufzuschreiben. Ausgerechnet dort, wohin er nie zurückkehren wollte, merkt er, dass ihn sein Gedächtnis immer öfter im Stich lässt. Wie der Schuster aus den Märchen der Brüder Grimm, dessen Handwerk über Nacht durch geheimnisvolle Helfer erledigt wird, wacht er jeden Morgen auf, um zu entdecken, dass irgendjemand seine Arbeit schon für ihn getan hat, dass seine Geschichten schon auf dem Papier festgehalten sind. Ihm wird klar, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, das Versprechen an seine verstorbene Frau einzulösen: bevor er sie vergessen haben würde, ihrer beider Lebensgeschichten aufzuschreiben. Segal erzählt die Fieberträume des Überlebenden, in denen die Fakten und Fiktionen einander schon überlagern, er ruft die Geschichten der Grimms auf, die Mythen, Legenden und versucht ein Amalgam zu finden, das ein literarisches Sprechen über den Holocaust für jemanden »zwei Generationen danach« möglich macht.
Ron Segal gelingt ein eindringliches Debüt über den Tanz zwischen Wahrheit und Fiktion, Erinnertem und Erfahrenem, über das Schreiben sowie die Angst vor dem Vergessen. Nicht zuletzt wirft der israelische Autor mit seinem Roman auch die Frage auf, wie die Literatur mit dem Holocaust umgehen darf/kann/sollte, wenn ihr nur noch die Fiktion bzw. die Erinnerung aus zweiter, dritter Hand bleibt. Mit der Figur eines an Alzheimer Erkrankten findet der junge Autor dafür einen sehr authentischen Weg.
Eine Einladung zu einer Diskussion über Zeugenschaft, Erinnerung und Schreiben.
»Dieser Roman ist eines der beeindruckendsten, reifsten und originellsten Debüts, die ich je gelesen habe.« (Omri Herzog, Ha’aretz Newspaper)

Ron Segal lebt als israelischer Schriftsteller in Berlin, derzeit gefördert durch das Arbeitsstipendium für nichtdeutsche Literatur der Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Er bearbeitete zudem einen auf dem Roman basierenden Animationsfilm, der als deutsch-französische Koproduktion realisiert werden wird.

Anmeldung erbeten.

Eintritt frei, Austritt: eine Spende an den Förderverein Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V. zur Mitfinanzierung der Veranstaltung.

Bei einigen Veranstaltungen in der Stadtbibliothek machen wir Fotos und/oder Videos, die ggf. auf der Webseite www.berlin.de/bibliotheken-mh veröffentlicht werden. Bei dem Besuch unserer Veranstaltungen stimmen Sie stillschweigend der Veröffentlichung zu.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Förderverein der Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V.und den Berliner Autorenlesefonds.

Veranstalter