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Gegenwartsproof: Rudolf Borchardt

Sonntag, 20. September 2020

19:30 UHR

Rudolf Borchardt (c) picture alliance dpa

Veranstaltungsort

WABE Berlin

Danziger Str. 101
10405 Berlin
https://www.wabe-berlin.info/

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Eintritt: 6/4€

Details

Lesung & Gespräch mit Michael Lentz, Dichter, Berlin | Sibylle Lewitscharoff, Autorin, Berlin | Moderation Lothar Müller, Literaturkritiker, Berlin

In Franz Bleis großem Bestiarium der Modernen Literatur wird Der Borchardt geführt als „hoch fliegender schöngefiedeter Vogel aus der Gattung der Edelfasane“. Gemeint ist Rudolf Borchardt (1877–1945), der bis heute ein Autor für Wenige geblieben ist. In seinem Auftreten und Urteil war er streng bis zur Despotie, seine Feindschaften (insbesondere die mit Stefan George) pflegte er mit großer Lust an der Beleidigung, und doch war er in seinen Texten, allen voran in den Gedichten, zu unendlicher Zartheit fähig. Seine Selbstbiographie steht ranggleich neben Benjamins Berliner Kindheit, seine Anthologie Ewiger Vorrat deutscher Poesie ist ein Standardwerk, die Briefe an seine Ehefrau und an Hugo von Hofmannsthal sind Höhepunkte der Gattung, gleiches gilt für die Novelle Der unwürdige Liebhaber, für seine Dante-Übersetzung sowie für sein Pflanzenbuch Der leidenschaftliche Gärtner. Eine herausragende Stellung innerhalb seiner Lyrik kommt den Jamben zu. Borchardt, der jüdisch war, schrieb sie unter dem unmittelbaren Eindruck des Inkrafttretens der Nürnberger Rassengesetze.

Lothar Müller, Sibylle Lewitscharoff und Michael Lentz, drei hervorragende Borchardt-KennerInnen, sprechen über seine Bedeutung damals und heute.

In Kooperation mit der WABE Berlin

Aufgrund der Hygienebestimmungen nur Online-Tickets!

Veranstalter

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