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Schreiben und Erinnern

Sonntag, 16. Oktober 2022

19:30 UHR

Pablo Picasso: Buste de Femme (Dora Maar)

Veranstaltungsort

Lettrétage e.V. im ACUD Studio

Veteranenstraße 21
10119 Berlin
Tel.: 030 692 45 38
info(at)lettretage.de
http://lettretage.de/

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Details

Wie schreibt sich Erinnerung? Was bedeutet es, erzählend zu erinnern oder erinnernd zu erzählen? Wie bahnt sich das, was wir „Erinnerung“ nennen, seine Wege in literarische Texte? Wie lässt sich über (Familien-) Traumata schreiben, über Dinge also, von denen niemand mehr erzählen kann, die aber dennoch transgenerationale Kraft ausüben und auf irgendeine Weise erzählt zu werden verlangen? Lässt sich der Körper mit seinen vielfachen Erfahrungsschichten „freischreiben“? Und welche literarischen Formen generiert ein solcher Ansatz?

Was heute als „Autofiktion“ in aller Munde ist und sehr modern klingt, ist in Wirklichkeit eine der ältesten Formen von Literatur überhaupt; zugleich ist die Erinnerung, genauer der erinnerte (nach innen genommene) Körper, in der europäischen Kulturgeschichte immer ein weiblicher. Andrea Scrima und Lilian Peter lesen aus ihren aktuellen Büchern, KREISLÄUFE und MUTTER GEHT AUS, und gehen im anschließenden Gespräch diesen und vielen anderen Fragen nach, mit denen sich auch ihre Bücher in unterschiedlichen Formen, Prosa und Essay, auseinandersetzen.

Moderation: Lilian Peter und Andrea Scrima

Lilian Peter studierte einige Semester Klavier, dann Philosophie und Musikwissenschaften, phasenweise auch Altgriechisch, u.a. in Wien und Heidelberg. Zweitstudium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Gaststudienaufenthalte in Prag, Paris und New York. Freiberuflich als Autorin, Übersetzerin und Klavierlehrerin tätig. 2020 schrieb sie die feministische Literatur-Kolumne HOW TO COOK A PHALLUS (dotiert durch Hamburger Kulturfördermittel) für fixpoetry. 2017 erhielt sie den Edit-Essaypreis, 2019 war sie Stipendiatin in der Villa Kamogawa in Kyoto (Japan), 2020 folgte ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2021 ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben. Ihr aktuelles Buch MUTTER GEHT AUS, ein Band mit poetischen Essays, erschien im März 2022 bei Diaphanes.

Andrea Scrima, geboren in New York City, studierte Kunst in New York und Berlin, wo sie seit 1984 als Autorin und bildende Künstlerin lebt. 2018 erschien die deutsche Übersetzung ihres Romans A LESSER DAY (WIE VIELE TAGE) im Literaturverlag Droschl; 2021 folgte ihr Roman KREISLÄUFE. Sie schreibt Essays für u.a. Times Literary Supplement, FAZ, Schreibheft, Music & Literature, The American Scholar, LitHub und The Brooklyn Rail. Sie ist Chefredakteurin der Literaturzeitschrift StatORec und veröffentlicht regelmäßig eine Kolumne bei Three Quarks Daily. Sie erhielt das Arbeitsstipendium und mehrere Recherchestipendien des Berliner Senats und absolvierte Arbeitsaufenthalte am Schloß Salem in Überlingen, Ledig House/Art Omi in New York und an der Villa Romana in Florenz. Ab 2023 ist sie bei der Helene Wurlitzer Foundation (Taos, NM) tätig.

Veranstalter