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"Dabeisein wäre alles" Lesung mit Martin Krauss

Donnerstag, 13. Juni 2024

18:00 UHR

Veranstaltungsort

Helene-Nathan-Bibliothek

Karl-Marx-Str. 66
12043 Berlin
Tel.: 90239 4313
info(at)stadtbibliothek-neukoelln.de
https://www.berlin.de/stadtbibliothek-neukoelln/bibliotheken/bezirkszentralbibliothek-helene-nathan-bibliothek/

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Eintritt: frei

Details

Warum wird so oft der Sport vergessen, wenn es um große und wichtige Politik geht? Der Journalist Martin Krauss hat nun eine Geschichte dieses viel zu oft vernachlässigten gesellschaftlichen Phänomens geschrieben, die genau danach schaut, welches demokratische Potenzial der Sport hat.

Blicken wir etwa auf die NS-Diktatur, wird erstaunlicherweise nur selten die Rolle des Arbeitersports gewürdigt, die der beim Widerstand gegen das faschistische Regime hatte. Einer der Namen, an die erinnert werden sollte, ist Werner Seelenbinder. Er war einer der weltbesten Ringer der 1930er-Jahre und zugleich war er Antifaschist. Bei den Olympischen Spielen 1936, die die Nazis mit viel Pomp inszenierten, war Seelenbinder als Favorit angetreten. Später nahm in das Regime in Haft und ermordete ihn.

Seelenbinder war nicht der einzige, auch nicht der einzige Weltklassesportler, der sich gegen den Faschismus stellte. Der Kölner Radsportler Albert Richter etwa, Vizeweltmeister, wurde auch bei seiner Widerstandsarbeit von den Nazis ermordet. Oder Gino Bartali, zweifacher Tour-de-France-Sieger aus Italien, unterstützte bei seinen Trainingsfahrten als Kurier den Widerstand.

Von dieser großen Kraft des Sports wird Martin Krauss berichten.

Martin Krauss, geboren 1964 in Koblenz, war Leistungsschwimmer und Schwimmtrainer. Er studierte Politikwissenschaft in Berlin. Seit 1990 arbeitet er als Journalist, unter anderem bei der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, der “taz” und der “Jüdischen Allgemeinen”. Er schreibt Artikel und Bücher über Fußball, Schwimmsport, Boxen und Doping, zuletzt erschien eine Geschichte des Bergsteigens. Martin Krauss lebt in Berlin.

In 2024 jährt sich der Geburtstag Werner Seelenbinder zum 120. Mal, sein Todestag jährt sich zum 80. Mal. Aus diesem Anlaß zeigt die Helene-Nathan-Bibliothek in Kooperation mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes vom 4. bis 30. Juni 2024 eine Ausstellung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die das Leben einer historisch interessanten, politischen und damit umstrittenen Person wissenschaftlich dokumentiert. Im Rahmen der Ausstellung findet eine Reihe von Veranstaltungen statt:

06.06.: Offizielle Eröffnung mit Prof. Oliver Rump (HTW Berlin)
13.06. Martin Krauss liest aus seinem Buch „Dabeisein wäre alles“
19.06. Lesung aus dem Buch „33 Monate“ von Friedel Schirm
27.06. Vortrag „Ein Grab macht Politik“ von Mathias Heisig

Diese Lesung wird durch den Berliner Autorenlesefonds gefördert.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

Veranstalter