Alles, mindestens. Das Romankunstwerk im technischen Zeitalter
Literatur und Wissenschaft im LCB
Jonas Lüscher, Claudia Paganini
Moderation: Jörg Plath
Ein algerischer Soldat überlebt im Ersten Weltkrieg einen deutschen Giftgasangriff. Peter Weiss besucht 1960 das von den Surrealisten gefeierte Grabmal, das der Landbriefträger Ferdinand Cheval für sich aus selbst gesammelten Steinen erbaut hat. Böhmische Tuchweber zerstören zu Beginn der industriellen Revolution mechanische Webstühle. Androiden arbeiten in einem Ägypten der nahen Zukunft am ewigen Leben, KZ-Häftlinge sterben 1945 auf einem Todesmarsch. In Jonas Lüschers Roman »Verzauberte Vorbestimmung« (Hanser, 2025) streunt ein gleichnamiger Erzähler durch Zeiten, Räume und Schicksale. Er hat, wie der Autor, „die Pandemie“ knapp überlebt, als „Cyborg“ auf der Intensivstation – nun mustert er die Heilsversprechen der Technik und ihre tödlichen Anwendungen. Jonas Lüscher spricht mit der Philosophin Claudia Paganini von der Universität Innsbruck über Leben und Tod, Kunst und Ethik in einer technisierten Welt. In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur.