»Lest Marie Luise Kaschnitz, sofort« forderte Eva Sichelschmidt das Leseland am 125. Geburtstag der Kaschnitz in der SZ auf. Denn die Dichterin Marie Luise Kaschnitz ist vom Literaturland so gut wie vergessen worden.
Weiter Eva Sichelschmidt: »In sachlicher, zugleich kaleidoskopischer Manier die Dinge festhalten, wie sie waren, nicht dem nachträglichen Urteil folgend. Die Schönheit aufnehmen, ganz ohne schwärmerischen Tonfall. Die Schrecken schildern, ohne zu klagen, doch schwingt auch die Anklage mit. Vor allem beeindruckt die ornamentlose Sprache.
(...) Eine Aussage, ein Einschub, ein kurzer Exkurs, Punkt für Punkt. Auch bei der Kaschnitz spricht der Verstand, an christlichen Werten geschult, der mit ruhigem Gewissen der genauen Beobachtung, dem Herzen folgt.
Die Erzählkunst der Marie Luise Kaschnitz kann für den Nachgeborenen, für heutige Leser zum Ankerpunkt werden, gerade in Zeiten wie diesen, da jeder sich fragen muss: Was tue ich gegen die Demokratieverletzungen unserer Tage, den Zynismus reiner Machtpolitik (...)?«
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: 12€