Das ist Familie nicht als Idyll, sondern als Gedankenlabyrinth. Eva Christina Zeller erzählt in ihrem Roman von Müttern. Nicht irgendwelchen, sondern jenen Müttern, die man suchen muss, wie verborgene Länder. Eine Recherche über drei Generationen, drei Orte, drei Arten des Erinnerns. Großvater, Mutter, Tochter. Da ist der Großvater in der Nacht der Geburt seiner Tochter. Da ist seine Tochter, die 16 Jahre später nach Bosnien reist. Da ist schließlich die Erzählerin, die ihrer Mutter viele Jahre später folgt. Zellers vielstimmiger Familienroman ist zugleich Reiseroman und Erinnerungsroman. Ein Buch zum Staunen, eine literarische Überraschung. Und eine großartige »Lebenserzählerin«, die manche an Annie Ernaux denken lässt.
Eva Christina Zeller (*1960 in Ulm) studierte Philosophie, Germanistik, Theaterwissenschaft und Rhetorik in Berlin und Tübingen. 1988 war sie Lektorin an der University of Otago, Dunedin, Neuseeland. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem von der Akademie Schloss Solitude, der Kunststiftung und des Landes Baden-Württemberg. Zeller hat acht Gedichtbände, Prosa in Anthologien und eine wissenschaftliche Arbeit über Ingeborg Bachmann veröffentlicht. Im März 2022 erschien ihr erstes autofiktionales Prosawerk «Unterm Teppich – Roman in 61 Bildern» bei Kröner Edition Klöpfer in Stuttgart und 2024 «Muttersuchen». Sie lebt als freie Autorin in Tübingen und unterrichtet literarisches Schreiben.
Eintritt frei