Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
Mascha Kaléko
[7.6.1907 -21.1.1975]
Den Termin 5. Juni haben die Veranstalter ganz bewusst gewählt, denn Lesung und Gespräch mit Volker Weidermann in der Dorfkirche Hönow – Moderation Raymund Stolze – finden zwei Tag vor dem Geburtstag von Mascha Kaléko statt.
»Ich muss mich auf Wunder verlassen«, so schreibt sie vor der Reise ihres Lebens im Januar 1956 : Siebzehn Jahre, nachdem sie Nazi-Deutschland in letzter Minute verlassen hat, kehrt sie zurück. Es ist eine Reise in die Vergangenheit – verbunden mit der bangen Frage, ob sie auch eine in die Zukunft sein kann.
Und natürlich fährt sie nach Berlin, in die Stadt, in der sie glücklich gewesen war, in der sie als Dichterin erfolgreich geworden ist, die sie liebte, und durch das ganze Land, ein ganzes Jahr lang. Fast täglich schickt sie Briefe nach New York, an ihren Mann, die Liebe ihres Lebens, und erzählt – von märchenhaften Erfolgen, einem Wunder in Berlin, Abgründen, von einem alten, neuen Land.
VOLKER WEIDERMANN, geboren 1969 im Darmstadt, schreibt in seinem 2025 im Herbst vom Verlag Kiepenheuer & Witsch herausgegebenen klugen Buch über ein einzelnes Jahr und zeigt darin ein ganzes deutsch-jüdisches Leben. Es ist die Geschichte der heute wohl meistgelesenen deutschen Dichterin, in deren Humor, Esprit und Melancholie wir uns selbst erkennen.
»Ganz ehrlich? Ich beneide jeden, der noch nicht Volker Weidermanns großartiges Porträt der verfolgten deutschen Dichterin Mascha Kaléko gelesen hat!«
Maxim Biller, Süddeutsche Zeitung Online, 29. Dezember 2025
Die Gruppe mach art im Hönower Bürger-Verein e.V. organisiert seit Januar 2014 die Reihe »Einfach lesen!«, bei der Volker Weidermann schon zweimal am 29. September 2017 mit »Ostende 1936, Sommer der Freundschaft« und am 6. Juni 2025 mit »Mann vom Meer« am Tag des 150. Geburtstages von Thomas Mann (jeweils bei Kiepenheuer & Witsch) erschienen, Gast in der Gemeinde Hoppegarten am Berliner Stadtrand war.