Wegen einer unglücklichen Liebe soll sich Karoline von Günderrode 1806 das Leben genommen haben. Doch Kerstin Campbell zeichnet in ihrem Roman ein differenzierteres Bild der 1780 in Karlsruhe geborenen Dichterin, die an den bestehenden Verhältnissen verzweifelt. Sie will als Dichterin und Philosophin wahrgenommen werden, doch das bleibt ihr verwehrt. Ihr Geliebter, der Mythenforscher Friedrich Creuzer, löscht nach dem Tod das Werk der Günderrode mithilfe seines Freundeskreises aus. Bettine von Arnim, geborene Brentano, rettet mit ihren Büchern dreißig Jahre danach die Freundin vor dem Vergessen.
Karoline von Günderrode und Bettine von Arnim sehnen sich beide nach gesellschaftlicher Freiheit und werden zu Vorreiterinnen der Emanzipation in der Romantik. Zwischen den Perspektiven der beiden Frauen wechselnd, erzählt der Roman, basierend auf den Briefen und Werken Karoline von Günderrodes und Bettine von Arnims, die tragischen Ereignisse während der fünfjährigen Freundschaft bis zum Suizid Karoline von Günderrodes. In einer dritten Perspektive lässt die Autorin ihre Spurensuche – unter anderem in Frankfurt am Main und in Oestrich-Winkel – einfließen.
Kerstin Campbell studierte französische Literatur und Publizistik in Berlin und in Paris. Mit ihrem Debütroman Ruthchen schläft erreichte sie 2022 die Bestsellerlisten des Börsenblatts sowie der Schweiz. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem für In den Wolken schwimmen die Residenzstipendien des Künstlerhauses Edenkoben und des Künstlerhofs Schreyahn. Sie veröffentlicht regelmäßig in Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach einer Station als Autorin in New York lebt sie mit ihrer Familie in Berlin.
Stimmen zu dem Buch:
»Ein soghafter Roman, der die beiden Frauen in poetisch bildhafter Sprache so wunderbar aus der Zeit in unsere holt, sie nahbar und lebendig macht. Ich bin so gerne mit Kerstin Campbells Blick durch die Zeiten gereist.« Maria-Christina Piwowarski
»In den Wolken schwimmen‹ zeigt in verschiedenen Perspektiven, wie sich misogyne Verhältnisse in die Gegenwart weitertragen. Ein spürbarer Schmerz durch die Jahrhunderte, zart und detailreich erzählt.« Katarina Rafailović, @kata___lovic
»Kerstin Campbells poetisch feinfühliger Roman eröffnet für mich einen neuen Blick auf das Leben und Wirken der Günderrode. Dafür bin ich sehr dankbar.« Elena Fischer