Johannes R. Becher (1891–1958) ist vielen nur noch als Kulturminister der DDR und Verfasser der DDR-Nationalhymne bekannt. Seine dichterischen Anfänge aber liegen im Expressionismus. In den 1920er Jahren fand er zum Kommunismus und war wegen seiner politischen Arbeit 1933 sofort zum Gang ins Exil gezwungen. Schon früh nutzte Becher die Dichtung, um vor dem Erstarken des Nationalsozialismus zu warnen. In diesem Kontext steht auch die Zusammenarbeit mit dem Bildkünstler Heinrich Vogeler in »Das Dritte Reich« (1934). Es handelt sich um eine kleine Broschüre von 34 Grafiken, die jeweils von einem Zweizeiler Bechers begleitet werden und Alltagsszenen aus NS-Deutschland gestalten.