Mati Shemoelof, Jahrgang 1972, ist Schriftsteller, Dichter, Kurator und Literaturredakteur. Geboren und aufgewachsen in Haifa, Israel, lebt und arbeitet er heute in Berlin. Er hat bislang zwölf Bücher in Israel und Deutschland veröffentlicht, darunter acht Gedichtbände. Sein Werk ist vielfältig und umfasst Belletristik, Lyrik, Theaterstücke, Essays, Texte für Kunstausstellungen, Hörspiele und Kurzgeschichten.
Seine Arbeit bewegt sich zwischen Hebräisch, Deutsch, Arabisch und Englisch und verhandelt Fragen von Migration, Zugehörigkeit, Sprache und politischer Imagination. Er gilt als eine wichtige Stimme der zeitgenössischen jüdisch-mizrachischen Literatur im deutschsprachigen Raum.
Seine erste Veröffentlichung in Deutschland war die zweisprachige Ausgabe des Gedichtbandes Bagdad | Haifa | Berlin (Aphorisma Verlag, 2019), gefolgt von Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe (Parasitenpresse, 2023). Für den WDR entwickelte er das Hörspiel Das künftige Ufer (2018).
In Berlin gründete er die Gruppe Poetic Hafla, die literarische und musikalische Performances organisiert, sowie Anu אנו نحن: Jews and Arabs Writing in Berlin, ein Kollektiv für jüdisch-arabischen Dialog. Für ein viertägiges Festival zur Vision einer Nahostunion erhielt er 2021 ein Sonderstipendium des Berliner Senats. Er ist zudem Mitglied des Redaktionsteams der Literaturzeitschrift Bridges גשרים Brücken لجس (Aphorisma Verlag), deren erste Ausgabe sich der humanitären Arbeit im Gazastreifen widmete.
2025 erschien sein Roman Der Preis im PalmArtPress Verlag; die Übersetzung wurde durch ein Arbeitsstipendium des Deutschen Übersetzerfonds gefördert. Im Herbst 2026 erscheint im Elif Verlag sein erstes auf Deutsch verfasstes Buch Jiddische Sounds, Deutsche Wörter, unterstützt durch ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds.
Parallel dazu veröffentlicht er 2026 gemeinsam mit dem Musiker Gidi Farhi das Album Die Fremden sind die Freunde / The Strangers Are the Friends. Das Werk verbindet Lyrik und Musik und thematisiert Mehrsprachigkeit, Migrationserfahrung sowie politische und persönliche Erinnerung.
Mati Shemoelofs Arbeit wurde durch zahlreiche Stipendien und Residenzen ausgezeichnet, darunter die Künstlerresidenz Schöppingen (2024) und die Kulturakademie Tarabya in Istanbul (2025). Er ist regelmäßiger Gast auf internationalen Literaturfestivals und renommierten kulturellen Plattformen weltweit.
Was hat Sie nach Berlin verschlagen? Die Liebe? Der Zufall? Die Weltpolitik?
Die Lyrik brachte mich nach Berlin. Im Jahr 2012 wurde ich zu einem Übersetzerworkshop eingeladen. Zufällig habe ich mich in Berlin verliebt, wir haben geheiratet und erwarten gerade unser erstes Kind. Poesie und Liebe sind hier also zufällig aufeinandergestoßen.
An Berlin liebe ich:
Der Frieden. Hier gibt es keinen Krieg mit einer anderen Nation und Deutschland besetzt auch kein anderes Land. Abgesehen davon genieße ich den entspannten Lebenstil.
In Berlin vermisse ich:
Ich vermisse, was alle Immigranten vermissen. Ihre Liebsten: Familie und Freunde; ihr Heimatland, das Klima des Nahen Ostens, das Essen und so viel mehr.
Ein Lieblingsort in Berlin:
Das Tempelhofer Feld. Es ist eine lebendiges Wesen.
Sind Sie in Berlin ein anderer Mensch, eine andere Autorin, ein anderer Autor als im Land Ihrer Herkunft? Inwiefern?
Ja. Berlin hat mich sehr verändert. Ich werde offener mit meiner Homosexualität, in fortwährenden Translationen mit den Menschen, denen ich begegne.
Ein literarisches Werk, das ich gern geschrieben hätten:
„2666“ von Roberto Bolanio
2024, Stipendium / Deutscher Literaturfonds.
2024, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen residency.
2023, “Bagdad Haifa Berlin”, zweiten Auflage, Aphorisma Verlag. Berlin.
2023 "Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe: Gedichte” (Parasitenpresse, 2023). ISBN: 978-3-98805-012-0.
2013, Acum grant for Israeli culture for the publication of the poetry book “The poetry that will never reach the shore”.
2022, The novel "The Prize" was on the final list of books nominated for the Shulamit Aloni's literary prize.
2022, Stipendienprogramm im Raumen von Neustart Kultur und VG Wort.
2022, “L’CHAIM - AUF EIN WORT|FESTIVAL“ - Zentrum für verfolgte Künste.
2022 My poems participated in the exhibition “Jüdisches Berlinerzählen. Mein, Euer, Unser?” kuratiert von Anja Siegemund, Eva Lezzi, Stefanie Höpfner. Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.
2021, The Berlin Senate Grant for the “Middle East Union” festival.
2021, The Lyrik festival W:ORTE Innsbruck Festival. Austria.
2021, Acum foundation to promote Israeli art and literature for the publication of the novel “The Prize”.
2021, “Mygration” Festival in Berlin.
2020, Acum grant for Israeli culture for the publication “An Eruption from the East: Re Visiting the Emergence of the Mizrahi Artistic Explosion and it’s its Impront on the Israeli cultural narrative 2006-2019”.
2020, A full grant from the Lottery fund for literature for the publication “Acum grant for Israeli culture for the publication”.
2019, “Deutsche-Israelite Literaturetage". Boell Foundation and Goethe Institute.
2018, Hörspiel “Das künftige Ufer” WDR.
2018, National Lottery Art Trust Grant.
2017, Radical Jewish Festival – Maxim Gorki Theater.
2017, Musrara Mix festival. Jerusalem.
2017, LCB Berlin Sommerfest.
2016, Helicon International Literary Festival. Israel.
2016, Basel International Literary Festival. Switzerland.