Hildegard E. Keller

Vita

Hildegard E. Keller. Germanistin, Hispanistin, Autorin, Filmregisseurin, Schreibcoach.
Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt (2009-2019). Mitglied im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (2012-2019). Vorstandsmitglied Literaturhaus Zürich-Museumsgesellschaft (2003–2010) und Gottfried Keller-Gesellschaft (2000-2021).  Professorin für Literatur an der Universität Zürich (seit 2007), an der Indiana University in Bloomington (2007-2017), an der LMU-München (2000-2001), Gastprofessurin in London, Amsterdam, Konya und Buenos Aires.
Neben und in ihrem wissenschaftlichen Engagement war und ist sie künstlerisch tätig. Ihr Hörspiel Die Stunde des Hundes war für den Deutschen Hörbuchpreis 2009 nominiert. Sie hat zwei weitere Hörspiele über historische Persönlichkeiten geschrieben, inszeniert und als Sprecherin mitgewirkt; diese Trilogie des Zeitlosen erschien 2011. Sie schrieb das Drehbuch zum Radiofeature über Alfonsina Storni, das im Schweizer Radio anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2010 (Argentinien war Gastland) ausgestrahlt wurde. Es folgten Performances zu Alfonsina, die in den USA, Deutschland und der Schweiz aufgeführt wurden. 2019 erschien Hildegard Kellers Erzählung Lydias Fest über ein fiktives Festmahl im Haus der reichsten Zürcherin, mitsamt den Rezepten. Was wir scheinen ist ihr erster Roman (Eichborn 2021). Für Überraschung sorgte, wie sie mit ihrer Hauptfigur Hannah Arendt durch das 20. Jahrhundert reist, den letzten Sommer im Tessin verbringt und viele weitere Beziehungen, die Arendt zur Schweiz und zur Welt unterhält, erzählerisch ans Licht bringt. Ende März 2022 wird ihr zweites Radiofeature gesendet, unter dem Titel Was wir sind und scheinen. Unterwegs mit Hannah Arendt statt. Für Drehbuch und Regie zeichnet sie verantwortlich und wirkte neben Chantal Le Moign auch als Sprecherin mit. Acht Lieder, die im Feature uraufgeführt werden, sind Kompositionen, die sie mit Sandra Suter gemacht hat (Klavierbegleitung Peter Zihlmann).
An der Universität Zürich lehrt Hildegard heute Multimedia-Storytelling (zurichstories.org) und hat auch die Strasse zu ihrem Hörsaal gemacht; ihre thematischen Stadtführungen umfassen u.a. Kriminelles Zürich. Unter dem Dach ihrer 2013 gegründeten Bloomlight Productions produziert sie auch ihre Dokumentarfilme. Whatever Comes Next (2014) wurde auf zahlreichen Festivals und Kinos gezeigt und auf 3sat ausgestrahlt. 2022 feiert ihr zweiter Dokumentarfilm Brunngasse 8 Premiere (Trailer). Für die Edition Maulhelden übersetzte und kommentierte sie eine Werkausgabe von Alfonsina Storni, von der vier Bände erschienen sind. 2022 folgt die zweibändige Biografie über Storni. 

Würdigung

2009: Nomination für den Deutschen Hörbuchpreis (für Die Stunde des Hundes)
2009: Pro Helvetia unterstützt Forschungsreise nach Argentinien
2010: Mystikpreis der Theophrastusstiftung
2014: Pro Helvetia lädt zu einer Vortrags- und Lesereise nach China ein. Lesereise in Peking (mit dem Hörspiel Das Kamel und das Nadelöhr), gemeinsam mit Peter Weber.
2016: Atelierstipendium der Landis & Gyr Stiftung (Berlin)
2020: Werkbeitrag der Kulturförderung des Kantons St.Gallen (für Was wir scheinen)

Aktuelles

Der Roman Was wir scheinen
Die fünf besten Bücher 2021. Zehnders Liste.
Die zwanzig besten Bücher 2021. Blick.
«Man ist dabei, wie sie im Streit über dem Mittagessen mit ihrem Ehemann Heinrich Blücher hartnäckig an ihrer Entdeckung, der Banalität des Bösen, festhält, für die sie auch von Freunden angefeindet werden wird. Man sitzt dabei, wie sie für Ingeborg Bachmann Eier mit Speck brät. Überhaupt lernt man ihre zahlreichen Freundinnen und Freunde kennen – ein Who‘s Who der philosophischen, politischen und literarischen Intellektualität. Dieser Roman ist die Geschichte eines Lebens, mehr aber noch die Geschichte der Denkbewegungen der Hannah Arendt, und das muss auch so sein, wenn man über eine Frau schreibt, die über sich sagte: Irgendwie war es für mich die Frage: Entweder kann ich Philosophie studieren oder ich gehe ins Wasser sozusagen. Aber nicht etwa, weil ich das Leben nicht liebte! Nein! ... Dieses Verstehenmüssen!» (Heribert Prantl)
SRF Kontext zum 60. Jahrestag des Eichmannprozess-Beginns: Im Gespräch mit Michael Luisier
Rezension im Blog von Birgit Böllinger
Rezension in SAITEN: Eva Bachmann zum Roman WAS WIR SCHEINEN
Werkstattgespräch auf ARTTV: Video zum Roman WAS WIR SCHEINEN
SRF: Interview mit der Autorin in Gesichter und Geschichten
Blick am Sonntag: Interview mit der Autorin


Das Comeback der aus dem Tessin stammenden Argentinierin Alfonsina Storni (1892-1938)
«Alfonsina ist eine Meisterin des Erzählens.» (Bernard Nicolussi)
«Die bisher erschienen vier Bände Cuca, Chicas, Cardo und Cimbelina zeigen nun all das Vergessene, das Keller zusammengetragen hat: die journalistischen Arbeiten, Erzählungen, Literaturkritik und Aphorismen, die  Theaterstücke und Reflexionen über das Zeitgeschehen. Anknüpfend an das Interview mit Nicole Seifert zu ihrem Buch „Frauen Literatur – abgewertet, vergessen, wiederentdeckt» geht es um Wiederentdeckung von Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts wie Alfonsina Storni und darum, wie es möglich ist, den auch heute noch männlich dominierten Literatur-Kanon zu erweitern.» (Tina Schraml, Büchermagazin).
Zur Werkausgabe und weiteren Pressereaktionen sieh hier.

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Reise durchs Toggenburg in meiner Wohnung

Verlagshaus, Schwellbrunn 2020Autobiografischer Essay

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Die Kellerin

St. Gallen 2021Autobiografischer Essay

Zu Gast. Ein Gespräch mit Alfonsina Storni. In: ViceVersa 6. Jahrbuch der Schweizer Literaturen, Zürich 2012, 166–185.

Vice Versa, Zürich 2012Fiktion

Übersetzungen

Alfonsina Storni: CHICAS. Kleines für die Frau. Übersetzt, herausgegeben und mit einem Nachwort von Hildegard E. Keller

Edition Maulhelden, Zürich 2021Reportagen, Kolumnen, Essays

Alfonsina Storni: CUCA. Geschichten. Übersetzt, herausgegeben und mit einem Nachwort von Hildegard E. Keller

Edition Maulhelden, Zürich 2021Erzählungen, Aphorismen, Reisetagebücher, Literaturkritik

Herausgeberschaften

Alfonsina Storni: Cronache da Buenos Aires. A cura di Hildegard Elisabeth Keller. Traduzione di Marco Stracquadaini

Casagrande, Bellinzona 2017Reportagen

Aventiure vür daz ôre

VDF, Zürich 2005Hörspiel

Jakob Ruf. Leben, Werk und Studien. Fünf Bände

NZZ Libro, Zürich 2008Biografie, wissenschaftliche Gesamtausgabe

Alois M. Haas. Nietzsche zwischen Dionysos und Christus

Dreipunktverlag, Wald 2003Essays

sonstige Werke

«Auf alles gefasst sein». Eine Reise zur argentinischschweizerischen Künstlerin Alfonsina Storni gemeinsam mit Bernard Senn, Radio DRS2. Feature, 58 Minuten (Drehbuch Hildegard Keller, Produktion gemeinsam mit Bernard Senn). Erstsendung: 8. Oktober 2010.


Alfonsina’s Blue Moments. Kurzfilme zu Gedichten und Aphorismen von Alfonsina Storni. Kamera und Schnitt: Carter Ross. Sprecherin: Emily Mange (E) und Mona Petri (D). Bloomlight Productions, 2013.


Whatever Comes Next. Dokumentarfilm. 71 Minuten. Englisch mit deutschen Untertiteln. Regie, Drehbuch, Produktion. 2014.


Un viaje/ A Journey. Musiktheaterstück für eine Sängerin, zwei Sprecherinnen und das Ensemble für Latin American Music. Uraufführung auf Amerikanisch und Spanisch, Buskirk Chumley Theatre in Bloomington, IN / USA. April 2016.


Eine Reise. Musiktheaterstück für eine Sprecherin und einen Akkordeonisten. Aufführungen in der Schweiz und in Deutschland mit Michael Zisman und Goran Kovacevic. 2016-2017.


Was wir sind und scheinen. Unterwegs mit Hannah Arendt. Radiofeature für SRF. 55 Minuten. Regie, Drehbuch, Sprecherin. 2022.


Brunngasse 8. Zeitreise nach Zürich. Dokumentarfilm mit Animation. 62 Minuten. Deutsch/ Italienisch. Regie, Drehbuch, Produktion. 2022.

Multimedia

Zuletzt durch Hildegard E. Keller aktualisiert: 26.12.2021

Literaturport ID: 3108