Li Mollet

Steckbrief

geboren am: 3.8.1947
geboren in: Aarberg, BE, CH
lebt in: Spiegel bei Bern

Kontakt: Gurtengartenstrasse 4, 3095 Spiegel bei Bern

Vita

Die Wörter winken. Sie sind klein und ohne Reim. Ihre Kehrseite lacht in meinem Schweigen. Ich suche die Sätze, die mich finden, kartographiere Augenblicke, dynamisiere den Raum. Punkt, Komma, Strich für streunende Gedanken. In meinem Kopf ist immer etwas los, manchmal raschelt es. Wenn Entferntes und Naheliegendes zueinander finden, Unabdingbares auf Nuancen trifft und auf den Widerspruch verweist, bestimmt der Klang die Tonart, der Rhythmus den Takt. Die Lücken erzählen das Erzählen. Auf dem Sockel die Geweihe der toten Dichter. Kleine Papiere mit ihren Sätzen spiesse ich daran. Die Namen der Dichterinnen stecke ich mir ins Haar. (im Tun. Eine Geschichte der Künstler*innen 2018-1993. Hrg. Florian Dombois, Valérie Knoll. Verlag Scheidegger und Spiess 2018).


Li Mollets Herkunft ist die moderne Kleinfamilie im schweizerischen Mittelland, die im Laufe der Zeit die Waschfrau durch die Waschmaschine ersetzte, die Suppe aus Beuteln anrührte, die Speisen in einem Kühlschrank aufbewahrte und sich zunehmend mit Herausforderungen ästhetischer Art konfrontiert sah. Wenn ihr als Kind die unvermeidliche Frage gestellt wurde, antwortete sie, sie wolle ein Buch schreiben und Lehrerin werden. Über allerlei Umwege und ohne jede Erinnerung an diese Antwort, lebte sie in der Romandie, in Grossbritannien und den USA, sie reiste als Begleiterin von ihrem Lebenspartner, Heinz Mollet (Kunstschaffender) durch mehrere europäische Staaten, um in Bern zu realisieren, was sie als Kind ahnungslos entwarf.  
Als junge Erwachsene legte sie ein erstes Notizbuch an. Die Gewohnheit, jederzeit ein paar Eindrücke festzuhalten, ein paar Gedanken zu sichern, die Sprache zu suchen, ist konstitutiv für ihre Existenz, die für manches unersättliche Neugier entwickelte: Literatur, Kunst und Kinder oder Ästhetik in Pädagogik und Philosophie. Diese grossen Domänen rieten ihr zu vorsichtiger Zurückhaltung. Es ist darum nicht erstaunlich, dass sie so spät an die literarische Öffentlichkeit gelangte. 
Vor ihren Publikationen im Wissenschaftsbereich debütierte sie mit elf literarischen Vierminutenstücken in DRS 3. Jahre später wurde sie im Holozän V, Zürich, von der Stadt Bern, vom Kanton Bern und von der Gemeinde Köniz literarisch ausgezeichnet. 

Würdigung

- „Pirouetten“, Lesung am Holozän V,  13.1.1999 (Heinz Schafroth, Adolf Muschg, Urs Widmer)
- Werkbeitrag der Stadt und des Kantons Bern, 1999 für „nichts leichter als das“, 2002
- Solothurner Literaturtage, Säulenhalle, 11.5.2002 aus „Nichts leichter als das – ein Triptychon“. (Einführung: Liliane Studer)                                                                                            - Suniti Mukherjee: „Schatten auf dem Bild/Bleibt denn kein Bild stehen. Beobachtungen zur Form     der Ich-Darstellung an zwei experimentell literarischen Werken der Jahrtausendwende 2000. Birgit Kempker „Übung im Ertrinken. Iwan steht auf“ (Edition Engeler. Basel 1999). Li Mollet „nichts leichter als das“ (Edition Howeg. Zürich 2003). Lizentiatsarbeit Philosophischen Fakultät I der Universität Bern. Juni 2003
- Ueli Zingg: li mollet – nichts leichter als das. In: ensuite nr. 29, mai 2005/3. Jahrgang
- Werkbeitrag der Gemeinde Köniz, 2005, für „Ich bin’s, Salome“, 2006
- Literaturpreis des Kantons Bern 2013 für "sondern" (edition taberna kritika, Bern 2012)
- Literaturpreis des Kantons Bern 2019 für "und jemand winkt"
- Kritisches Lexikon zu Gegenwartsliteratur von Simon Aeberhard                                                  - Sebastian Kiefer: "Satzstillleben und strukturierte Leerstellen. Li Mollets Zyklus die Augen reiben". MÄD BOOK LYRIK SECHS APPENDIX. Basel 2020                                                                - Literaturstipendium der Stadt Bern "weiterschreiben" 2020                                                       

Aktuelles

 


25. November 2020, 19.30h: Preisverleihung des Literaturstipendiums der Stadt Bern, "weiterschreiben". Aula des Kulturzentrums PROGR, Speichergasse 4, Bern - findet nicht statt


26. November 2020, 19.30h: "traumtief am Tag", Aufführung von Katharina Weber, Komponistin, zu einem kurzen Text von Li Mollet für Gesang, Violine, Violoncello, Klavier im Maison 44, Steinenring 44, 4051 Basel


28. November 2020, 19.30h: "traumtief am Tag", Aufführung von Katharina Weber, Komponistin, zu einem kurzen Text von Li Mollet für Gesang, Violine, Violoncello, Klavier in Luzern, Schlössli Wartegg, Arsenalstr. 28,  19.30h (Abendkasse ab 18.30h)


ab 1. Dezember 2020: www.aargauer-literaturhaus.ch: digitaler Adventskalender für 2021


4. Dezember 2020, 14-20h, Auftakt: Galerie da Mihi, Gerechtigkeitsgasse, Bern. Kalender "3 x 12". Erhältlich im Kulturbüro Bern, Chinderbuechlade und Buchhandlung Zytglogge. www.3x12.ch


28. Januar 2021, 17h: Lesung aus "und jemand winkt" im Internationalen Lyceum Club Bern, Gerechtigkeitsgasse 79


3. Februar 2021, 19.00h: "traumtief am Tag", Aufführung von Katharina Weber, Komponistin, zu einem kurzen Text von Li Mollet für Gesang, Violine, Violoncello, Klavier in Zürich, Villa Irniger, Schneckenmannstr. 8, 8044 Zürich


Februar 2021 erscheint "weisse Linien". Ritterverlag Klagenfurt


4., bzw. 5. September 2021: Lesung aus "und jemand winkt" anlässlich des Jubiläums "Spiegel für Spiegel" in 3095 Spiegel bei Bern (nähere Angaben folgen)


 


 


 


 

 

 


 

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

Blau-Pause. Geschichten vom Hinfallen und Aufstehen

CH - 3038 Kirchlindach 2016Kurzgeschichte

MÄD BOOK 4

Basel 2014lyrische Prosa

Nicht zu reden vom Begehren

EDITION HARTMANN im AutorInnenverlag Bern 1999experimentelle Prosa

"Poèmes" in LITTERall 21. Les Amis du Roi des Aulnes. Anthologie annuelle de littératures allmandes

Paris 2014Lyrische Prosa

Heinz Mollet. Monographie

Stämpfli Verlag 2004experimentelle Prosa

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Idiome: Hefte für Neue Prosa Nr. 12

Klever Verlag 2019-04-05lyrische Prosa

Idiome: Hefte für Neue Prosa Nr. 10

Klever Verlag Berlin/Wien 2017Lyrische Prosa

"sentimental abstract für Mezzosopran" in: Zeitzoo 36. Zeitschrift für Literatur und bildende Kunst

Wien 2016Lyrik

"irgendwann vielleicht" in: Zeitzoo. Zeitschrift für Literatur und bildende Kunst

Wien 2015, HalbjahrLyrische Prosa, ein Auszug

"unten" in: Bozzetto 09. Zeitschrift für Kunst und Kultur

Zürich 2015Lyrische Prosa

"un jour, peut-être". In: europe. revue littéraire mensuelle Nr. 1073-1074

Paris 2018Lyrische Prosa

Weisse Linien. In: Zeitzoo 39. Zeitschrift für Literatur und bildende Kunst

Wien 2017lyrische Prosa

"Weisse Linien". In: zeitzoo. Zeitschrift für Literatur und bildende Kunst.

Wien 2016Lyrische Prosa

"irgendwann vielleicht" (Auszug) in: Zeitzoo 35. Zeitschrift für Literatur und bildende Kunst

Wien 2015 VolljahrLyrische Prosa

"Ein paar Schritte mit Max Frisch" in Text+Kritik, Zeitschrift für Literatur XII/13

Richard Boorberg Verlag, München 2013Lyrische Prosa

Über Werk / Autor

Satzstillleben und strukturierte Leerstellen. Li Mollets Zyklus "die Augen reiben"

MÄD BOOK Basel 2020Appendix. Literararischer Essay

115. Nlg./Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur - KLG - 3/17

2017Kritik

"Sur la traduction des poèmes de Li Mollet tirés de "irgendwann vielleicht"

htts://www.lecourrier.ch/auteursCH 2017Übersetzung und Kritik

sonstige Werke

- 11 Vierminutenstücke für Graffiti in DRS 3, 1986 
- „white night“. Ein Beitrag zur Projektion von A. Lichtsteiner. Kunstmuseum Bern, 1999
- Projekt „Nicht zu reden vom Begehren. So oder so – Literatur und  Musik. Li Mollet, Frank Seethaler, Priska Furrer, Ueli Zingg mit Hans Burgener, elektr. Violine, Margrit  Rieben, Elektronik, Barb Wagner, Sampling, Lukas Frey, Kontrabass. Das Projekt wurde von der städt. und kant. Literaturkommission, von der Burgergemeinde und von der WIM Bern unterstützt. Première: Dampfzentrale Bern, 19.10.2000
- „Kunst Macht Politik“ – Interaktive Wandmalerei, Videoinstallation von Franticek Klossner. Portraits,. Museumsnacht Bern 21.3.2000 
- Lesung im "raum" mit Margrit Rieben, percussion, Bern, 27.8.2004
- Lesungen "sondern" mit Eva Schwaar (Pianistin) in Bern 2013, in Ligerz 2014, in Bern 2017 
- Vier Lesungen in der Galerie Beatrice Brunner (Bern) vor einer Malerei von Heinz Mollet, Bern 2015
- Lesung in der Kulturmühle Lyss aus "irgendwann vielleicht", begleitet von Matthias Mollet, Eigenkompositionen, Piano                                                                                                                        - Lesung aus "und jemand winkt", begleitet von Eva Schwaar, Klavier, mit Kompositionen von Giörgy Kurtag und Katharina Weber. Bern, Zentrum Paul Klee, 26.5.2019

Multimedia

Auszug aus "sondern"

nichts leichter als das

Ich bin's Salome

Zuletzt durch Li Mollet aktualisiert: 24.11.2020

Literaturport ID: 987