Pablo Jofré (geb. 1974 in Santiago de Chile) ist ein in Berlin, Madrid und Chile wirkender Lyriker, Übersetzer und Literaturagent mit über 24 Jahren Erfahrung in der Internationalisierung und strategischen Entwicklung des Kultur- und Verlagssektors. Im Zeitraum 2023–24 koordinierte er die Kommission für Industrie und Internationalisierung im Rahmen der chilenischen Nationalen Buch- und Lesepolitik (PNLLB). Er hat zahlreiche Kultur- und Zeitchroniken in führenden spanischen Zeitungen (El País, La Vanguardia, ABC) publiziert und war als Pressereferent in Barcelona tätig (Institut Français, Festival de Cinema Polític, Festival de Cine Judío). Er ist Mitglied der Berufsverbände Cotich, Sadel und Cedro. Neben einem BA in Journalismus (UDP) und Studien der Kulturanthropologie (UCH) erwarb er zwei durch das chilenische Kulturministerium geförderte Mastertitel an der Universität Complutense Madrid (UCM) in lateinamerikanischer Literatur sowie in Literaturübersetzung. In all seinen Tätigkeiten fokussiert er eine literarische Agenda mit explizitem Schwerpunkt auf Gender- und LGBTIQ+-Diversität aus einer transnationalen Perspektive. Er arbeitet mehrsprachig (ES; DE C1, EN C1; PT, CA, FR).
Sein publiziertes Gesamtwerk umfasst über 30 Bücher, darunter eigene Lyrikbände und literarische Übersetzungen. Als Dichter veröffentlichte er die Bände Abecedario (Gabriela-Mistral-Lagar-Preis, 2009), Usted (Audioleporello, Milena Berlin, 2013), Extranjería (2017, inkl. Lyrikpreis Sant Andreu, 2010), Berlín Manila (2019, Schaffensstipendium des chilenischen Kulturministeriums) sowie die gesammelten Gedichte Entre tanta calle (2020; erweiterte Neuausgabe 2024) und Cristalería ingenua (2026). Seine Lyrik wurde u.a. auf Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Portugiesisch übersetzt sowie für Musik und Film adaptiert. Er gastierte bei internationalen Institutionen und Festivals, darunter Poetry Parnassus (London), Crossroads (New York), George Town Literary Festival (Malaysia), Poesiefestival Berlin, Enclave (Mexiko-Stadt) und Festival Kerouac.
Als Übersetzer zeitgenössischer Lyrik überträgt er Werke aus dem Deutschen, Englischen und Portugiesischen ins Spanische, gefördert durch das Goethe-Institut, Pro Helvetia, den chilenischen Fondo del Libro, den Deutschen Übersetzerfonds (Radial-Stipendien) und den Berliner Senat. Er war Resident im Übersetzerhaus Looren und im EÜK Straelen. 2018 kuratierte er die Übersetzungsausstellungs- und Lesereihe Traduttore, traditore! im Berliner Kulturraum Andenbuch. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören Elfriede Jelinek, Nora Gomringer, Adrian Kasnitz, Odile Kennel, David Shook, Karla Reimert, Eva Maria Leuenberger, Karin Fellner, Daniela Seel, Bernice Chauly und Renato Negrão. Als Literaturagent steuert er zudem die Rechteverwaltung und die globale Vermittlung eines diversen, postkolonialen Autorenportfolios auf dem europäischen und lateinamerikanischen Markt, darunter Stimmen wie Esther Margaritas, Sofía Sánchez, Valeria Correa Fiz, Catalina Garcés, Li Li, Irina Zahladko, Priya Bains, Shadi Angelina Bazeghi und Luis Luna.
CC-BY-SA-3.0 2019 Pablo Jofré.
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2021–2025: Radial-Arbeits- und Initiativstipendien des Deutschen Übersetzerfonds (DÜF).
2017–2024: Arbeits- und Residenzstipendien als geladener Stipendiat im Übersetzerhaus Looren (Schweiz) sowie im Europäischen Übersetzer-Kollegium Straelen (EÜK), gefördert u. a. durch die Kunststiftung NRW und Pro Helvetia.
2020: Sonderstipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin (Berliner Senat).
2019–2023: Vollstipendium des chilenischen Ministeriums für Kulturen, Künste und Erbe (Ministerio de las Culturas, las Artes y el Patrimonio) für die Postgraduiertenstudien (Master) an der Universidad Complutense de Madrid.
2016: Stipendium für literarisches Schaffen (Beca de Creación Literaria) des Nationalen Rats für Kultur und Künste Chiles für den Gedichtband Berlín Manila.
2010: Erster Preis beim Lyrikwettbewerb „Ciudad de Sant Andreu de la Barca“ (Katalonien, Spanien) für das Gedicht La Danza de la Existencia (aufgenommen in Extranjería).
2009: Ehrenpreis „Premio Lagar“ des Nationalen Poesie- und Essaywettbewerbs Gabriela Mistral (La Serena, Chile) für das Manuskript zu Abecedario.