Geboren 1962 in Fischen / Allgäu. Studium der Philosophie an der Hochschule für Philosophie SJ in München mit Abschluss M. A. mit einer Arbeit über "Mythos bei C. G. Jung".
Seit 1990 freie Redaktions- und Lektoratstätigkeit für verschiedene Verlage.
Diese Gedichte sind in ihrem Eigensinn beharrlich; sie löcken nicht nur wider den Stachel, sondern scheinen der Sache selbst den Stachel zu ziehen. Sie fügen sich aus verblüffenden Sentenzen, die niemals gesucht, immer aber unmittelbar einleuchtend sind (...) Wenn es heißt: „du musst wenn du einen Hund hast begeistert sein vom Hund“, hat das Wort, noch bevor es Gelegenheit gibt, verstanden zu werden, Flügel bekommen, um bei jenen zu landen, die wissen, dass es den Vorzug besitzt, gleichzeitig einwandfrei formuliert und unbestreitbar wahr zu sein (...) ein im emphatischen Sinne lyrisches Sprechen, in dem alles Auftrumpfende und selbstgefällig Behauptete vermieden wird -, ja nicht einmal vermieden werden muss, weil es in keinem Augenblick in Erwägung gezogen worden wäre. Matthias Kniep, Laudatio für den Lyrikpreis Meran 2026
Ob er "Apfelstille" beschwört, vom "weißen Stock der Wut" schreibt oder feststellt: „du musst wenn du einen Hund hast begeistert sein vom Hund“ – mit typisch süddeutscher Neigung zur Sentenz verrät der 1962 im Allgäu geborene, seit dem Studium der Philosophie in München lebende Geißler den originären Blick des Dichters. „Unvorbereitet und unfassbar froh“ zeigte er sich über den Lyrikpreis Meran (8000 Euro), gestiftet von der Südtiroler Landesregierung. Geehrt wurde er für sein „im emphatischen Sinne lyrisches Sprechen, in dem alles Auftrumpfende und selbstgefällig Behauptete vermieden wird“. Katrin Hillgruber, FAZ
Zu Ich geh mir einen Vogel fangen u. a.:
Im Laufe der vielen Jahre seither habe ich das eine oder andere Gedicht daraus auch wiedergelesen, stets von neuem erstaunt darüber, welchen Sog diese Lektüre hervorrufen kann. Christian Steinbacher, Poesiegalerie
Interessant, spannend, fast atemberaubend ist es, dass immer wieder auch eine außersprachliche Realität, zuweilen Brutalität in die Textwelt einbricht ... Der Band kulminiert auf Seite 80 übrigens in zwei letzten Texten, die das Ganze sprachphilosophisch und mystisch vibrieren lassen. Großartig! Jan Kuhlbrodt, Signaturen
Leise dichtet sich Geißler in einen Natur- und Waldrausch hinein, der harmlos daherkommt, aber lange nachwirkt und mächtiger wird. Nicola Bardola, Lyrik-Revue
Zu grüne Tiefe:
Wem es gelingt, Geißlers »Ich geh mir einen Vogel fangen« oder »grüne Tiefe« in einem Satz zusammenzufassen, dem oder der verspreche ich (wie einst Friedrich Hebbel denjenigen, die Adalbert Stifters »Nachsommer« zu Ende lesen) die Krone Polens, wahlweise den Vorsitz im Sejm. Stefan Ripplinger, junge Welt
dieses buch kann man nicht zu ende bringen. obwohl es eine form hat, ist es endlos. die loops und striche lassen mich auf eine andere ebene absacken, es wird archaisch, ungehobelt, gleichzeitig ausgedehnt wie eine hochebene. schreiben weist auf schreiben, sprache weist auf sich selbst. die semantik frisst sich auf. es ist eine geschichte von tiefer trauer, irrsinn, glück. die geschichte drückt sich nicht mittels wörtern und sätzen aus. wörter und sätze und deren setzungen sind die geschichte ... ich möchte das buch lieber nicht empfehlen, weil ich es so abgründig schön finde, tu es hier aber trotzdem: highly recommended! Annette Schmucki, Facebook
Zu schwarz das Fell die Schuppen die Haut:
was noch zu empfehlen ist, dringend. weil es licht ist wie erinnerung. ein gleißender keller
Jan Kuhlbrodt,
Facebook
Zu "Unsere berühmte argentinische Stille":
Am Ende fügt sich ein Textgebilde zusammen, dessen Sprach- und Bildvirtuosität seinesgleichen sucht und gekonnt von Verlorenem und Vergessenem zu erzählen vermag; und dies nicht nur überaus poetisch, sondern auch mit dezentem Humor und Wortspiel, tiefgründig und nachhallend.
Theresia Dingelmaier,
Laudatio auf den 1. Siegertext des schwäbischen Literaturpreises 2022
Heinz Peter Geißler beschert eine Sternstunde. In seiner Prosa
Unsere berühmte argentinische Stille reiht sich Sagenhaftes aneinander ... Spielerisch, doch mit allem technischen Ernst purzelt aus einer niedlichen Bruder-Rahmenhandlung ein Kolibri nach dem nächsten ... Seine Leichtigkeit, verbunden mit der ihm eigenen Tragikomik, bei sprachlicher Ausgeh-Lust, macht Geißlers Text zu einem Showstopper, der jedes Wiederlesen mit neuen Finessen belohnt.
Jonis Hartmann,
Blog zur Mütze 34
Besprechnungen:
Dann leg ich meine Fallen aus - Poesiegalerie
www.jonishartmann.de/Besprechungen.htm
Heinz Peter Geißler: Ich geh mir einen Vogel fangen u.a. - 0,0,Signaturen (signaturen-magazin.de)
LYRIK-REVUE FOLGE 25: Im Wald sitzen Eulen wie Interpunktionen | DAS GEDICHT blog
Literatur: Verhinderte Zugvögel, Tageszeitung junge Welt, 02.12.2022
Literaturstipendium der Landeshauptstadt München 1997
Schwäbischer Literaturpreis 2022
Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2024
Lyrikpreis Meran 2026