Schweizerhaus Seelow
Der Berliner Bankier, Kunstfreund und Sammler Hugo Simon (1880-1950) kaufte 1919 das Schweizerhaus, das bis dahin ein Ausflugslokal war, baute es als Wochenend- und Sommersitz aus und richtete hier ein landwirtschaftliches Mustergut ein. Zu den Simonschen Anlagen gehört ein nach Goethes Weimarer Vorbild gebautes Gartenhaus, ein Park mit Plastiken zeitgenössischer Künstler, eine Orangerie, ein Bienenhaus, Volieren, Gemüsepflanzungen u.a.m.
Der Sozialdemokrat und Pazifist Hugo Simon war u.a. Aufsichtsratsmitglied beim S. Fischer Verlag und beim Ullstein Verlag. In seinem Haus in Seelow waren in den Jahren bis 1933 u.a. Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle wie Thomas und Heinrich Mann, Alfred Döblin, Franz Ullstein oder Max Pechstein zu Gast.
1933 musste Simon als Jude und Sozialdemokrat emigrieren, das Anwesen wurde konfisziert. Simon starb 1950 in Sao Paulo.
In DDR-Zeiten wurde das Gut als Gartenbaubetrieb weitergeführt, nach dem Zusammenbruch der DDR verkauften es die Erben an die Stadt Seelow.
Im Schweizerhaus Seelow kann eine Ausstellung über Hugo Simon besichtigt werden, es finden (auch literarische) Veranstaltungen statt, Besucher können zu bestimmten Zeiten das Gelände selbst erkunden oder auch an Führungen teilnehmen.