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H.D., Imagiste! – Poesie lesen von: Hilda Doolittle

Donnerstag, 19. Februar 2026

19:30 UHR

Veranstaltungsort

Haus für Poesie

Knaackstr. 97
10435 Berlin
http://www.haus-fuer-poesie.org

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Eintritt: 8/5 Euro

Details

H.D., Hilda Doolittle (geboren 1886 in Bethlehem, Pennsylvania, gestorben 1961 in Zürich) war eine der zentralen Dichterinnen des literarischen Modernismus und Imagismus. Sie stand in engem Kontakt mit Schlüsselpersönlichkeiten der internationalen Avantgarde, allen voran Ezra Pound, der früh ihr beispielloses Talent erkannte. „I hand you the real thing“, schrieb er 1912 an Harriet Monroe in einem Brief, dem einige Gedichte von H.D. beigeschlossen waren.

H.D.s Berühmtheit – eine Berühmtheit unter Eingeweihten – durchlief mehrere Stadien: eine imagistische Frühphase in der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs, eine mythopoetische Phase zwischen den Kriegen und eine visionäre Spätphase während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Dazwischen, in der ersten Hälfte der 1930er Jahre, unterzog sie sich analytischen Sitzungen bei Sigmund Freud, worüber sie später ein bedeutendes Buch schrieb, das 1956 in der endgültigen Fassung erschien: Tribute to Freud. Ihre Verse, mit denen sie vor allem ihren Platz im Kanon befestigte, wurden früh dafür gerühmt, das harte Licht Griechenlands in die englischsprachige Dichtung zurückgebracht zu haben. Tatsächlich wimmeln die Texte ihres Debüts Sea Garden (1916) von „honigsuchenden, goldgegürteten“ Bienenschwärmen, von Seegottheiten, Dryaden und Nereiden sowie „fließfüßigen Nymphen“, die illyrische Iris als Angebinde bringen. Aber auch in ihrem vielleicht wichtigsten Spätwerk Helen in Egypt, das in den 1950er Jahren entstand und posthum im Jahr ihres Todes erschien, setzt sie sich produktiv mit dem griechischen Mythos auseinander und erzählt die Geschichte der entführten Helena radikal neu. Besonders hervorzuheben ist zudem ein zweites posthum erschienenes Buch, in dem H.D. ihre späte Liebe zu einem dreißig Jahre jüngeren Mann schildert: Hermetic Definition, das unter dem Titel Heimliche Deutung von Ulrike Draesner (Urs Engeler Editor 2006) kongenial ins Deutsche übersetzt wurde.

 

In Lesung & Gespräch Ulrike Draesner, Donna Stonecipher
Moderation Ryan Ruby

Veranstalter