Was heißt eigentlich „brav“ – und wer zieht die Grenzen? In ihrer Lesung versammelt Claudia Clarin Texte, die biografische Erfahrungen mit feiner Ironie und bewusst gesetzter Überzeichnung verbinden. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Formen von Begrenzung: gesellschaftliche Erwartungen, kulturelle Prägungen und nicht zuletzt die Limitierungen des eigenen Körpers.
Die Texte führen von einer Kindheit in der DDR – zwischen geschlossenen und sich öffnenden Türen – über Tanzstile und Lebensgefühle der Jugend bis hin zu Begegnungen mit Männern aus verschiedenen Kulturen. Auch scheinbar harmlose Phänomene wie die alljährlichen Weihnachtsbriefe gutbürgerlicher Familien werden in ihrer eigentümlichen Mischung aus Mitteilung und Selbstinszenierung betrachtet.
Dabei entstehen Fragen: Wann beginnen Begrenzungen zu wirken? Wo werden sie überschritten – bewusst oder unbewusst? Und welche Rolle spielen sie für das eigene Selbstbild?
Mit einem Blick für die Absurditäten des Alltags und einer klaren erzählerischen Stimme bewegt sich der Abend zwischen Lesung und kabarettistischer Zuspitzung.
Und weil Worte manchmal nicht reichen, wird am Ende auch gemeinsam gesungen.