Wer aus seiner Heimat aufbricht, nimmt oft nur wenig Gepäck mit. Die Dichterin und Essayistin Luisa Futuransky verließ Argentinien schon in jungen Jahre nach Aufenthalten in Italien, Spanien, China und Japan seit den 1980er Jahren in Paris. In Berlin trifft sie auf hier lebende Kolleg:innen: Valeska Brinkman, Dichterin aus dem brasilianischen Santos, Patricia Cerda, Schriftstellerin aus Concepción, Chile, und Luisa Reyes Retana, Schriftsteller aus Mexiko-Stadt. Sie alle stellen aktuelle Texte vor und vielleicht entspinnt sich danach ein Gespräch über das Schreiben in der Diaspora oder ganz andere Themen.
Präsentation: Timo Berger
Patricia Cerda wurde in Concepción geboren und lebt seit 1986 in Deutschland. Sie promovierte in Geschichte an der Freien Universität Berlin. Sie hat die Erzählbände Entre mundos (Cuarto propio, 2013) und Mística para principiantes (Ediciones del Gato, 2024) sowie die Romane Mestiza (Ediciones B, 2016), Rugendas (Ediciones B, 2016), Violeta & Nicanor (Planeta, 2018), Luz en Berlín (Planeta, 2019), Bajo la Cruz del Sur (Planeta, 2020) und Las infames (Planeta, 2021), Ercilla y las contradicciones del Imperio (Ediciones B, 2022) sowie Lucila (Ediciones B, 2024). Ihre Werke wurden ins Deutsche, Englische, Chinesische und Arabische übersetzt. 2019 erhielt sie das Künstlerresidenzprogramm „Magallanes 2020“, das von der Universität Magallanes und dem Goethe-Institut vergeben wird. 2025 erhielt sie das Stipendium des Berliner Senats für Kultur für nicht-deutschsprachige Literatur. Ihre Werke wurden ins Chinesische, Japanische, Arabische, Englische und Deutsche übersetzt.
Luisa Futoransky, 1939 in Buenos Aires geboren, ist eine argentinische Schriftstellerin. Sie lebt in Paris. Im Jahr 2024 wurde ihr der Konex-Preis für Lyrik verliehen. Mai 2026: Semana de homenaje (Hommage-Woche) bei Ediciones del Centro in Madrid und Veröffentlichung von Asteriscos poesía sowie Masculino singular (Essays) in Zusammenarbeit mit Lucía Iglesias Kuntz. Im Jahr 2025 veröffentlichte der Verlag Ediciones Leviatán den dritten Band ihrer gesammelten Gedichte. Ebenfalls im Jahr 2024 erhielt sie den Preis des französischen Kulturministeriums für Radiokunst für den Podcast „Maître Chouchani ou la rose déracinée“.
Valeska Brinkmann ist eine in Santos (SP) geborene Dichterin. Sie veröffentlichte in Brasilien die Bücher: "Tudo que Fala Canta" (TAUP) und "A Constelação do Peixe Voador" (Folheando). Ihre Gedichte erscheinen in verschiedenen Literaturzeitschriften in Brasilien, Deutschland und Österreich. Im Jahr 2020 gewann sie den Publikumspreis des Wienerwerkstadtpreis in Wien. Außerdem veröffentlichte sie zwei Kinderbücher beim Berliner Verlag Bübül Verlag Berlin. Sie übersetzte deutsche Dichter wie Oskar Pastior, Lioba Happel und Mascha Kaleko für brasilianische Zeitschriften (Cult, Intempestiva, escamandro). Sie ist Mitglied der Kollektive Glense, Bidê Coletivo und Feminino Infinito. Sie lebt in Berlin.
Luisa Reyes Retana, 1979 in Mexiko-Stadt geboren, ist eine mexikanische Schriftstellerin, Juristin und ehemalige Diplomatin, die seit 2019 in Berlin lebt. Sie studierte Rechtswissenschaften am ITAM und erwarb einen Master-Abschluss in Rechtsvergleichung an der University of Berkeley. Ihr erster Roman "Arde Josefina" (2017), wurde mit dem Mauricio-Achar-Preis ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman "Tu lengua en mi boca" erschien 2022. 2025 veröffentlicht sie "Mal de río" und arbeitet derzeit an "Mortis Causa", einem Jugendroman über medizinische Ethik und Technologie. Sie gründete den unabhängigen Verlag Sicomoro Ediciones (2013) und das Webprojekt La Pluma Abominable.
Timo Berger, geboren 1974 in Stuttgart, ist Autor, Publizist und Übersetzer, wobei sein Schwerpunkt auf zeitgenössischer lateinamerikanischer Lyrik und Prosa liegt. Im Jahr 2006 war er einer der Gründer des mobilen lateinamerikanischen Poesiefestival Latinale. Zu seinen Übersetzungen gehören Werke von Fabián Casas, Sergio Raimondi, Laura Erber und Julián Herbert. Er hat Anthologien argentinischer, brasilianischer und deutscher Autoren herausgegeben: „Asado verbal“ (2010), „Buenos Aires. Eine literarische Einladung“ (2019), „Passagem des som / Tonprobe. Poesia contemporânea alemã. Uma breve antologia” (2023) und „Voces periféricas. Antología de poetas latinoamericanos en Alemania”. Seine eigenen Erzählungen und Gedichte erschienen in Argentinien, Brasilien, Chile, Deutschland, Mexiko und Spanien. Der in Berlin lebende Berger war Jurymitglied der Anna Seghers-Stiftung (Anna Seghers-Preis) und der Senatsverwaltung für Kultur, ist aktuell Jurymitglied der Bestenliste „Weltempfänger“, gab und gibt Seminare zum Thema Lyrikübersetzen und Kreatives Schreiben an verschiedenen Universitäten und Kulturinstituten.