Warum ist man so kurz jung und so unendlich lange alt?
Eva Sichelschmidt setzt alle kunstvollen Möglichkeiten ein, um unsere biologische Bedingtheit zu überwinden und eine multiperspektivische und zeitübergreifende Position zu erlangen: Dieser Roman erzählt aus der Sicht eines Kindes, das von seiner Großmutter aufgezogen wird, und gleichzeitig spricht er mit der Stimme einer Frau mittleren Alters, die für eine Hundertjährige sorgt. Die Greisin hat ihre Töchter noch im NS-Staat bekommen – undinzwischen ist die Enkelin selbst Mutter einer erwachsenen Tochter.
Perspektiven von Familienleben und Fürsorge wechseln, ergänzen und widersprechen sich. Die Rollen werden gewechselt und vertauscht, mal steht die Großmutter als Autoritätsperson vor uns, mal als alte Dame, die im Herzen jung geblieben ist, und dann als Frau von biblischem Alter. Damit wird dieses Buch der Erinnerung über Jahrzehnte und über Generationen hinweg eine Selbstbefragung: So ist es gewesen. Ist es wirklich so gewesen?
Beginn: 19 Uhr
Moderation: Felix Palent
Eintritt: 12€
Mit freundlicher Unterstützung des Rowohlt Verlags