Judith Hermann kehrt zurück in die Knesebeck Elf mit einem Text, der zurückgeht in der Zeit, zurückgeht an einen Ort des Grauens, an dem ihr Großvater während des Zweiten Weltkriegs für die SS stationiert war. Was sucht die Erzählerin dort mit ihrem Nachdenken und Schreiben zu erreichen, mehr als 80 Jahre nach der Zeit?
Vom winterlichen Polen aus reist sie weiter zur Schwester ins lichte Neapel, erfährt eine Befreiung – und stößt doch nur auf andere Weisen des Erinnerns und Vergessens.
Wer die übliche harte Erinnerungsarbeit erwartet, wird enttäuscht. Judith Hermann behält ihr tastendes Schreiben auch unter dem zur genüge ausrecherchierten Geschehen bei. Sie setzt sublime Nuancen, gibt sich nicht mit den Perspektiven der anderen zufrieden, sondern sucht die eigene Position. Mit ihrer Feier der Zwischentöne konfrontiert sie uns nochmal neu mit scheinbar erledigten Fragen der Erinnerung.
Beginn: 19 Uhr
Moderation: Felix Palent
Eintritt: 16€