Krisen, Kriege, Katastrophen – unser heutige Welt befindet sich ständig im Notfallmodus. Welche Blicke werfen drei der herausragendsten Erzählerinnen unserer Zeit auf das Leben in unseren global vernetzten, aber immer stärker fragmentierten Metropolen? Können wir ihre Werke als Seismographen gesellschaftlicher Mutationen lesen, als Räume zur Heilung brüchiger Identitäten? Die ecuadorianische Schriftstellerin und Journalistin María Fernanda Ampuero widmen sich in ihren Essays (zuletzt Visceral (Eingeweide), 2024), Erzählungen (zuletzt Sacrificios humanos (Menschenopfer), 2021) und Reportagen auf eine direkte, ungefilterte Weise Menschen, die Gewalt bis hin zu Missbrauch und Vergewaltigung erfahren haben, Bodyshaming und dem sexuellen Erwachen von Jugendlichen. Die argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin Mariana Dimópulos erzählt in ihrem vierten und bislang letzten Roman Quemar el cielo (2019) die Geschichte einer Frau und ihre Verbindung zur Guerrilla und der letzten argentinischen Militärdiktatur. Mit bittersüßer Ironie porträtiert die chilenische Schriftstellerin Paulina Flores in ihrem Roman La próxima vez que te veo, te mato (Wenn ich dich das nächste mal sehe, bring ich dich um, 2025) eine Gruppe junger Menschen und ihre polyamorösen Verflechtungen im heutigen, von der Migration geprägten Barcelona.
Moderation: Daniel Sarmiento