Mit: Lily Farhadpour, Mubeen Kishany, Karima Shabrang, Meral Şimşek und Fariba Vafi
Musik: Amir Naghavia
Lesung der deutschen Übersetzungen: Jasmin Shakeri
Lesungen auf Deutsch und in den Originalsprachen Arabisch, Persisch, Türkisch.
Eintritt frei.
Damit eine Geschichte nicht auseinanderällt, braucht sie den roten Faden, der sie zusammenhält.
Die achte Ausgabe des Weiter Schreiben-Magazins trägt den Titel „Fäden, Stoffe, Schnitte“. Die Texte darin handeln von Tüchern, Teppichen oder Hosen - diese aber haben es in sich: Die Textilien erzählen vom Ausdruck von Widerstand durch Kleidung, von Jahrhunderte alten Kulturtechniken und von großen Sehnsüchten. Und ihre Autor*innen zeigen uns, dass Leben wie Stricken ist: Immer muss man bereit sein zur Improvisation.
Das Erscheinen des Magazins wollen wir in großer Runde feiern!
Weiter Schreiben ist ein Programm für Autor*innen aus Kriegs- und Krisengebieten der gemeinnützigen Organisation WIR MACHEN DAS und wird gefördert durch die Crespo Foundation, die C.H. Beck Kulturstiftung, die Fondation Jan Michalski, die S. Fischer Stiftung und den Weiter Schreiben Freundeskreis.
Lily Farhadpour ist eine iranische Schriftstellerin, Journalistin und Schauspielerin, deren Werk sich zwischen Literatur, politischer Erinnerung und feministischer Zeitzeugenschaft bewegt. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist sie in den Bereichen Journalismus, Belletristik, Essayistik und Film tätig. Sie ist Autorin mehrerer Bücher in persischer Sprache und hat Beiträge zu englischsprachigen Sammelbänden über Frauen, Medien und den zeitgenössischen Iran verfasst. Zu ihren jüngsten Veröffentlichungen in der Süddeutschen Zeitung gehören zwei unterschiedliche Serien, die während der jüngsten US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran entstanden sind: persönlich-politische Briefe an Navid Kermani und ein während des Krieges geführter Briefwechsel zwischen Berlin und Teheran mit ihrem Sohn Behrang.
Lily Farhadpours Fellowship bei Weiter Schreiben wird gefördert durch die Stiftung Mercator.
Mubeen Khishany, geboren 1998, ist ein irakischer Schriftsteller und Journalist. Er ist Autor der Gedichtbände Kidnapped from the Hand of Comfort (2022) und Against Hope (2025) sowie mehrerer Beiträge zu literarischen Anthologien. Für sein erstes Buch erhielt er den Al-Rafidain-Preis und den Qarib-Press-Preis. Er war Mitbegründer und Herausgeber des Masqa Poetry Magazins und ist derzeit als Redakteur beim Shirwmir Magazin tätig. 2020 hat er einen Bachelor in Maschinenbau an der Universität Wasit erworben; 2023 erhielt er ein Writers-in-Exile Stipendium des PEN Deutschland.
Karima Shabrang, geboren 1985 – dem Jahr 1365 des persischen Sonnenkalenders – in der afghanischen Provinz Badachschan, studierte persische Sprache und Literatur an der Universität von Kabul. Im Anschluss arbeitete sie einige Zeit als Journalistin für Zeitungen und audiovisuelle Medien in Afghanistan. 2010 wurde ihre erste Gedichtsammlung Farasuy-e Badnami (dt:„Jenseits der Verrufenheit“) vom afghanischen Schriftstellerverband veröffentlicht, die sofort den Zorn der Mullahs auf sich zog. Es folgten vier weitere Gedichtsammlungen, die sich gleichfalls durch feministische Themen, die Verteidigung weiblicher Freiheit und einen offenen Umgang mit weiblicher Erotik auszeichnen. Die Lyrikerin wurde in der Folge des Unglaubens bezichtigt und in ihrer Heimat mit dem Tode bedroht. 2018 flüchtete sie in die Türkei, seit 2022 lebt sie im Exil in Berlin. 2025 erschien der arabisch-deutsche Lyrikband Ich atme Erde, sprach Regen, der im Rahmen ihres Schutzaufenthalts beim Berliner Künstlerprogramm des DAAD entstand.
Meral Şimşek, ist eine vielfach ausgezeichnete kurdische Schriftstellerin und Dichterin, geboren in Amed (Diyarbakır), Türkei. Ihre Gedichte, Romane und Kurzgeschichten wurden ins Englische, Französische und Deutsche übersetzt. 2023 erschien der Lyrikband Feigenflecken im Kölner Verlag Parasitenpresse; einzelne Texte wurden in Manuskripte, der taz und Zeit online veröffentlicht. Sie hat als Redakteurin für verschiedene Verlage und Literaturzeitschriften gearbeitet, Songtexte geschrieben und Musik komponiert. In der Türkei wurde Meral Şimşek aufgrund des Vorwurfs von Propaganda und Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation strafrechtlich verfolgt. 2022 gelang es ihr, mithilfe des PEN Berlin nach Deutschland auszureisen. Seit ihrer Ankunft in Berlin leitet sie Schreibwerkstätten in kurdischer Sprache, unter anderem im Rahmen des Poetry Project des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Seit 2023 ist sie Co-Sprecherin der Berliner Zweigstelle des Kurdischen Instituts Deutschland.
Fariba Vafi, wurde 1963 in Täbris, Iran geboren. Ihr Debütroman Parande-ye-man (2002, dt. Kellervogel, Rotbuch 2013) erschien im Iran in 40 Auflagen und wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Es folgten sieben weitere Romane, zuletzt 2025 Adamha-ye Zendegi-ye Qabli (Das Leben vor dem Tod). Auf Deutsch erschienen 2015 Tarlan und 2018 Der Taum von Tibet, bei dem Sujet Verlag. Daneben hat Vafi seit 1986 fünf Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht. Ihre Werke sind in deutschen Publikationen wie Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung ebenso wie in internationalen Literaturanthologien erschienen. Sie wurden mit dem Golshiri-Literaturpreis, dem LiBerature Prize Frankfurt, dem Ahmad Mahmoud Literary Award u.a. ausgezeichnet. Von 2020 bis 2021 war Fariba Vafi Stipendiatin des DAAD-Künstlerprogramms in Berlin, von 2021 bis 2022 des Heinrich-Böll-Residenzprogramms. Seit 1996 ist sie Mitglied der Iranian Writers' Association (IWA) und derzeit Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Sie lebt in Berlin.