„Vier Jahre an der Macht und so weit sind wir / Die Panzer unser letztes Argument / Und draußen geht die Welt an uns vorbei / Von Kuba bis Kambodscha undsoweiter“
In Anna Seghers' Erzählung Das Duell von 1968 will Professor Winkelfried gegen den Dozenten Karl Bötcher seine pädagogischen Überzeugungen durchsetzen – während einer Physikprüfung des Arbeiterstudenten Helwig. Beide Männer haben zusammen während des NS-Regimes studiert, wobei der regimekonforme Winkelfried eine Karriere als Professor einschlagen konnte. Bötcher kam als Kommunist ins KZ und konnte erst nach 1945 als Lehrer unterrichten. Im Duell zwischen Bötcher und Winkelfried geht es um die Frage, ob ein Arbeiter den Anforderungen einer Hochschule gewachsen sein und Leitungsfunktionen in den Betrieben der neuen Gesellschaft übernehmen kann.
Im Duell bei Müller von 1987 trifft der Werksdirektor Bötcher auf Helwig, der inzwischen sein Stellvertreter im VEB Oktober geworden ist und ihn während des Arbeiteraufstands vom 17. Juni 1953 herausfordert. Als innerer Monolog Bötchers verfasst, werden dessen Erinnerungen an die Konflikte in den Anfangsjahren der DDR dramatisch zugespitzt. Die sowjetischen Panzer, die den Aufstand beenden, retten zwar die Herrschaft der SED, zerstören aber gleichzeitig die Hoffnung auf einen demokratischen Sozialismus.
Szenische Einrichtung von Solaf Almusleh
Es lesen Florian Müller und Noé Lausch, Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin
Aufführungsrechte: Henschel Schauspiel Theaterverlag
Begrenzte Teilnehmendenzahl, mit Anmeldebestätigung
Anmeldung: annaseghersmuseum(at)adk.de
Einlass ab 18.40 Uhr